Familienbett 2.0


In unserer heutigen Gesellschaft haben wir ein sehr komisches Verhältnis zu dem Thema Schlaf und Kinder!

In jedem Ratgeber wird suggeriert, dass ein Kind von Anfang an im eigenen Bett, im Schlafsack ohne Decke, ohne Kuscheltier und ohne jeglichen Fitzel Stoff schlafen soll.
Das Kind liegt bitte auf den Rücken, den Kopf zur Seite gedreht , arme nach oben zeigend!

Es schläft friedlich und am besten die ganze Nacht durch!

Allein… Am besten in seinem eigenen Zimmer.
Nun…. Soviel zur Theorie. Die Praxis sieht bei uns anders aus.

Als ich die erste Nacht als Mama im Krankenhaus verbrachte, fühlte ich mich komisch.
Mein Kind lag schlafend und müde von der langen Geburt in diesem Plastikbettchen des Krankenhauses.
Ich , kaputt und ebenfalls müde von den Strapazen, saß neben dieser Plastikwanne und konnte nicht einschlafen.

Ich saß da, schaute mein Kind an und fühlte mich leer.
Da lag sie nun …. Nicht mehr in meinem Bauch. All die Monate schlief sie in mir. Nun war sie da und ich legte sie „weg“.

Ich freundete mich mit dieser Situation an.
Nachdem ich einige Stunden damit verbracht hatte meine schlafende Tochter anzuschauen, legte ich mich also nun auch ins Bett.
Gegen 1 Uhr nachts wurde ich von dem Schreien meines Kindes geweckt. Ich nahm sie raus und stillte sie und legte sie wieder in die Plastikwanne. Erneut schrie sich wie verrückt und beruhigte sich nicht wirklich. Erst als ich zu mir nahm und sie kuschelte, schlief sie wieder ein.
Die Nachtschwester hörte das weinen und kam zu uns. Es war eine ältere Dame die mir dann erklärte, dass mein Kind eben meine Nähe bräuchte.

Sie brachte mir ein Stillkissen, schob mein Bett an die Wand, dass Baby nicht auf der Seite rauskullern konnte und wünschte uns eine gute Nacht.

Ab diesem Tag schliefen mein Kind und ich in einem Bett.
Es war praktisch sie so stillen zu können, es war gemütlich und ruhig und vorallem genossen wir beide die Nähe!
Mittlerweile schlafen wir zu viert in einem Familienbett!

2,50m x 2,00m

Und es ist wunderbar!
Ganz selbstverständlich war es für uns, dass auch unsere zweite Tochter mit in unser Schlafzimmer entziehen darf und dieses kuschelige, natürliche Gefühl der Geborgenheit erfahren darf.

Viele Bekannte und Verwandte äußern ihre Bedenken.

Sie haben Angst, dass wir die Kinder niemals an eigenes Bett gewöhnen können.

-aber schlafen Sie gern allein? NEIN-

Sie haben Angst, dass wir sie Kinder verwöhnen.

-wenn ich nicht min Kind mit Liebe und Sicherheit verwöhnen darf, WEN DENN DANN?-

Sie haben Angst, dass unsere Kinder niemals ohne uns sein können.

-aber egal wie alt man ist, man BRAUCHT IMMMER DIE ELTERN!-

Sie sagen es sei unnatürlich.
-aber wo und wie schlafen denn Familien der Urvölker in anderen Ländern?

Sie haben keine eigenen Zimmer und Betten für ihre Kinder-

Für uns ist diese „unnatürliche Art“ des Schlafens ganz natürlich.

Ich finde es super, wenn mir Freundinnen berichten wie toll ihre Kinder in ihren Zimmern nächtigen.

Ich finde es super, dass deren Weg wohl für sie der Richtige zu sein scheint.

Aber für mich ist es unvorstellbar.
Zumindest momentan.
Ich bin mir 100%ig sicher, dass auch meine Kinder mal ein eigenes Zimmer mit eigenen Betten beziehen werden.

Ich bin mir sicher, dass sie irgendwann einfach nicht mehr bei uns schlafen wollen.
Aber solange sie es wollen und es genauso genießen wie wir, dürfen sie bleiben ?
Liebe Mamas und Papas,
Wie ist das denn bei euch?

Wie und wo schlafen eure Kinder?
Ich freue mich auf eure Antworten.

Herzlichst eure Tascha

Ein Kommentar

  1. Bei uns schlafen alle 3 Kinder (10,4,1) in unserem Bett (2×1,40+0.90) und das ist gut so. Der große hat mal eine Zeit in seinem Zimmer geschlafen, kam dann aber zu uns zurück und für mich ist es okay. Ich weiß, er kann allein schlafen.
    Und ja, seine Mutter braucht/ vermisst man immer. 🙁

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