Neues Kind,neues Stillglück

  
Immer wieder lese ich in Zeitschriften oder Internetforen von Mamas die sich vorm Stillen des zweiten Kindes fürchten.

Der Grund ist simpel: Bei Kind Nr.1 klappte das Stillen nicht und nach langen, zermürbenden Versuchen scheiterte meist die Stillbeziehung nach kurzer Zeit.
Auch mit erging es so. Lasst mich euch Mut machen mit meiner Geschichte:

Stillen war für mich vor der Geburt meiner Tochter eigentlich nie ein Thema, das mir Sorgen bereitete.

Für mich stand ganz klar fest, dass ich Stillen werde. 

Dass es vielleicht nicht funktioniert, war nie in meinem Kopf. 
Als Ronja geboren wurde und die Hebamme mir Anlegen half, dachte ich immernoch alles sei wunderbar. Die ersten Stunden vergingen, ich stillte mein Kind. Es war so einfach und ich war glücklich.

Am zweiten Tag trank sie schon etwas schlechter an der Brust und weinte öfter mal. Auch das bereitete mir aber keine Sorgen, da ich immer noch dachte alles sei in Ordnung. Schließlich hatte sie nicht zuviel abgenommen und die Ärzte stimmten zu, als ich das Krankenhaus verlassen wollte.

Zuhause angekommen weinte Ronja die komplette Nacht durch. Es war die dritte Nacht ihres Lebens und sie war furchtbar unruhig, ging nur schreiend und ganz kurz an die Brust und schlief sehr wenig. Meine Hebamme half mir am nächsten Tag beim Stillen und war auch etwas besorgt, da Ronja zu wenig trank. Milch hatte ich genug, aber Ronja schaffte es einfach nicht richtig zu trinken.
Sprüche von Familie und Freunden wie „gib ihr Zeit, das wird schon“, oder „sei nicht so zickig und hektisch, lass dem Kind Ruhe“ wollte ich in diesem Moment nicht hören, da ich langsam echt Angst bekam.
Nach der vierten schlaflosen Nacht mit schreiendem Kind schickte meine Hebamme meinen Mann los um eine elektrische Milchpumpe zu besorgen und Flaschen und Milchnahrung zu kaufen. 
Ja, Flaschen und Milchnahrung…. Ich hatte nichts zu Hause und es war schon Samstag Mittag ! 
Aber ich wollte doch stillen…. Naja, ICH wollte, RONJA nicht? 
Ronja hatte schon so sehr abgenommen, dass die Hebamme „Alarm“ schlug. Entweder sie trinkt nun anständig mit der Flasche oder wir müssen ins Krankenhaus.
Zum Glück blieb uns das erspart. Ronja trank ganz gierig aus der Flasche die abgepumpte Milch. 

Zur ersten Freude kam schnell wieder die Enttäuschung. Das Abpumpen ging gar nicht gut. Es wurde immer weniger Milch und so mussten wir nach ein paar Tagen PreNahrung zufüttern.

Es nahm seinen Lauf. Meine Muttermilch wurde immer weniger. Ronja wollte nicht an die Brust….

Wir kämpften und kämpften.
Nach Wochen des Kampfes stiegen wir komplett um auf PreNahrung.

Mir gefiel das überhaupt nicht.

Schließlich heißt es ja immer, dass Muttermilch so wichtig für’s Immunsystem sei und PreNahrungs-Kinder viel öfter krank werden. 
Meine große Maus ist nun schon zwei Jahre alt. Nein, das Stillen klappte nicht bei ihr. 

Aber soll ich euch mal was sagen?!? Ronja hatte bis jetzt nur zweimal in ihrem Leben Fieber. Sie ist putzmunter und entwickelt sich prächtig.
Neues Spiel, neues Glück bei Kind Nr. 2???
Natürlich hatte ich große Angst vorm Stillen, als ich mit meinem Sohn schwanger wurde.
Dinge wie „Ronja konnte ich nicht stillen! Diesmal geht es bestimmt auch nicht.“ Oder „Was mache ich, wenn ich mit zwei so kleinen Kindern auch noch nachts Flaschen anrühren muss?“ schwirrten in meinen Kopf.
Gedanken über Gedanken!
Und wisst ihr was?!?! Henry ist nun 8Monate alt und ich kann ihn immernoch Stillen. Nur weil es beim ersten Kind nicht funktioniert hat, heißt es nicht, dass es wieder nicht klappt. Jedes Kind schreibt seine eigene Geschichte. Henry war von Anfang an ein unkompliziertes Stillkind. Abgesehen von meiner Befürchtung, dass es bald nicht mehr funktionieren könnte, hatten wir keinerlei Probleme. Ich war super vorbereitet.

Milchpumpe, Milchpulver, Flaschen! Alles war da und nichts haben wir gebraucht.

Also liebe Mamas, falls es beim ersten Kind nicht geklappt hat…. Kopf hoch, die Geschichte wird abgehakt und eine Neue geöffnet. Einfach versuchen, dran bleiben und wenn trotz allem nicht funktioniert, können wir über die vorhandenen Hilfsmittel glücklich sein.

Eure Kathi