Abstillen? Leichter als gedacht!

Meine lieben Stillmamas da draußen,
Sicher werdet ihr mich verstehen, wenn ich euch sage, wieviel Angst man vor dem Moment hat in dem es an das Abstillen des Kindes geht.
Es gibt viele Gründe weshalb man abstillen muss oder möchte.
Arbeit, Krankheit, Erschöpfung oder einfach, dass man nicht mehr stillen möchte.
Ich schob das Thema “Abstillen” gaaaaaaanz weit weg bei Tochter Nummer 1.

Selbst ich in Ihrem 9. Lebensmonat erneut schwanger wurde stillte nie weiter.
Sie war ein Stilljunkie!
Wir stillten voll bis sie 11 Monate alt war.

Erst da begann sie sich für unser Essen zu interessieren.

Doch einmal angefangen, hörte sie nicht mehr auf zu essen.

Sie verlangte immer weniger nach der Brust tagsüber… Doch die Nächte waren der absolute Horror!
Sie wachte stündlich auf und beruhigt sich lediglich mit der Brust im Mund.

Bekam sie die Brust nicht, wurde wild geheult und die Wut stieg schnell in ihr auf.
Dieses Schauspiel zog sich Wahnsinnige 8 Monate!
– ja… Richtig gelesen 8 MONATE ?-
Nicht nur, dass ich müde war und es nerven kostete, nein… Ich war ja auch noch schwanger. Und mit Monat zu Monat wurde es anstrengender für mich… Und vorallem wuchs die Panik in mir, was meine Tochter ohne mich machen würde, falls Baby Nr 2 nachts geboren wird!
Ich wollte sie nicht leiden lassen… Aber in den Kreißsaal konnte sie ja auch schlecht mit.
Es war ein hin und her der Gedanken. Ich machte mir wirklich wochenlang Gedanken!
Mittlerweile war sie 16 Monate und aß wirklich gut mit am Tisch.
Nach vielen Gesprächen mit dem Papa waren wir uns einig:
Sie muss nachts abgestillt werden!
Leichter gesagt als getan…
Viele Abstillmethoden erschienen mir sehr grausam.

Ich wollte mein Kind weder schreien, noch betteln lassen.

Ich wollte sie so sanft wie möglich der nächtlichen Stillmahlzeiten entwöhnen.
Ich begann also am ersten Tag unseres Abstillens mit ihr zu sprechen.

Während ich sie im Familienbett zum einschlafen stillte, sagte ich ihr, dass ab morgen Nacht die Milch auch schläft.

Aber Mama und Papa sind da!

Und sie braucht keine Angst zu haben. Sie darf kuscheln und wir singen auch und sie darf gerne einen Schluck Wasser trinken.
In der ersten Nacht des Abstillens bereitete ich sie also darauf vor, was in der darauffolgenden Nacht geschehen sollte.
Am zweiten Tag brachte ich sie ganz normal ins Bett, stillte sie in den Schlaf und sprach erneut mit ihr. Ich sagte ihr dasselbe wie am Vorabend. Allerdings betonte ich, dass sie Milch nach dem einschlafen nun auch schläft, da sie müde ist.
Sie schlief friedlich ein.
Zur nächsten Stillmahlzeit begann also unser Projekt.

Sie wachte auf und wurde gekuschelt, bekam die Wasserflasche und???? Schlief weiter ?
Ich verstand die Welt nicht mehr!

Sie schlief in der ersten Nacht nicht nur eine Stunde, sonder direkt 3 Stunden am Stück nach dem Schluck Wasser aus der Flasche!
Gehen Mitternacht erwachte sie erneut, ließ sich allerdings nicht mit Wasser und kuscheln beruhigen…. Also stillte ich sie.
Sie schlief bis morgens um 5 Uhr!

Erwachte, bekam Wasser und schlief in meinem Arm weiter… Bis 7 Uhr morgens!
Es war der reinste Wahnsinn!

Ich war seit Monaten mal wieder ausgeschlafen!
Ich traute dem ganzen noch nicht wirklich… Ich wollte mich nicht zu früh freuen.

Es erschien mir zu einfach.
Wir blieben dabei… Sie wurde zum einschlafen gestillt, in der Nacht bekam sie Wasser und kuscheln.
Nach 3 Nächten wollte sie sich nicht mehr das Mitternachtsstillen.
Nach einer Woche schlief sie komplett durch!

Kein stillen in der Nacht… Nichts….
Wir stillten weiterhin zum einschlafen und auch morgens zum aufstehen. Über den Tag wollte sie schon einige Woche keine Muttermilch mehr.
Als sie 18 Monate wurde, stellte sie auch die restlichen zwei Stillmahlzeiten selbstständig ein.
Meine große Maus hatte sich also genau 2 Wochen bevor ihre kleine Schwester geboren wurde komplett und selbständig von der Brust verabschiedet.
Es fiel mir schwer… Mir wurde bewusst wie groß sie eigentlich ist!

Und vorallem wie sehr sie mich schon versteht!

Ich war und bin so stolz auf sie!
Es war für der richtige Weg!

Ohne schreien lassen, ohne weinen oder betteln.

Natürlich meckerte sie mal in den Nächten. Aber sie beruhigte sich innerhalb weniger Sekunden sobald sie in Mamas oder Papas Armen lag.

Liebe Mamas,
Wie ging oder geht es euch denn mit dem stillen?

Ist abstillen ein Thema für euch?
Habt oder hattet ihr auch solche Angst vor dem Schritt?
Ich freue mich auf eure Antworten!
Herzlichst eure Tascha