Himmelskleider – ein Projekt, das ans Herz geht

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„Ein Kind verlieren, bevor man es richtig kennenlernen durfte“

Dieser Gedanke ist leider zu vielen Mamas nicht fremd.

Das eigene Kind, welches man mehr liebt als sein eigenes Leben.
Das eigene Kind, welchem man Schutz und Geborgenheit wünscht.
Das eigene Kind, welches im eigenen Körper heranwächst….
Wenn dieser kleine Mensch nicht leben darf, dann ist das ein Total-Zusammenbruch.

Die Welt bleibt stehn, das Herz zerreißt und die Gefühle überwältigen. Diesen Schmerz auch nur annähernd beschreiben zu können ist unmöglich.

Wie kann man Eltern von Sternenkindern helfen?
Sie trösten? Zuhören? In den Arm nehmen? Es hilft ungemein vom eigenen Umfeld solch eine Liebe zu erfahren. Nicht allein zu sein und einfach reden zu können.

Doch dann gibt es noch sie:

 

Eine Frau, die Sternenkindern und ihren Eltern ein ganz besonderes Geschenk macht und ihnen auf ihre ganz eigene, persönliche Art hilft mit dem Abschied nehmen umzugehen.

Ihr Name ist Isabel Weber, sie ist Hebamme, Mutter von zwei Söhnen ( David 4 & Noam 2,5 )
, selbst Mutter eines Sternenkindes und Vorsitzende/Initiatorin von Himmelskleider e.V.

Seit April 2014 fertigt sie Kuschelsäckchen, Kleidchen und Anzüge für verstorbene Frühchen und Neugeborene aus gespendeten Brautkleidern.

Isabel sagt:
” Mein Grundgedanke war Stoffe der Liebe zu verwenden und die Kinder in den Zauber der Liebe zu hüllen. Das gibt den Brautkleidern einen neuen, tieferen Sinn und den Kindern einen besonders festlichen Stoff mit auf ihren letzten Weg. Abgesehen vom Symbolcharakter, den ich damit ausdrücken wollte: Es bringt die besondere Bedeutung dieses kleinen Menschen zum Ausdruck.”

Sie selbst weiß wie es Eltern in solch einer Situation geht:

“Meine Zwillinge Jonathan und David sind als Frühchen in der 26.SSW geboren. Jonathan ist an den Folgen der Frühgeburt verstorben.
Nach Jahren hatte ich die Fotos in der Hand und mich hat dieser Anblick der nicht passenden Kleidung sehr gestört. Ich habe dann beschlossen selbst etwas zu ändern.”

Sie möchte helfen.

Helfen eine der schlimmsten Erlebnisse im Leben eines Elternpaares ein wenig erträglicher zu machen.
Helfen die Würde der verstorbenen Kinder zu bewahren und so dem Tod ein wenig seine Kälte zu nehmen.
Helfen, das Verabschieden und los lassen des eigenen Kindes liebevoller zu gestalten.

Und so schlimm, traurig und grausam das Thema Tod im Zusammenhang mit Neu- oder Frühgeborenen ist, geben diese Kleider so einem Erlebnis etwas Wärme mit auf den Weg.

Mittlerweile beliefert Isabel 18 Kliniken deutschlandweit, zehn weitere stehen auf der Warteliste.
Doch auch eine persönliche Kontaktaufnahme der Elternpaare zu Isabel ist möglich, um so ein Himmelskleidchen zu erhalten.

Auf meine Frage wie sie, neben Beruf und Kindern, die Arbeit des Projektes bewältigen kann sagt sie:

“Manchmal schaffe ich es gar nicht ?
In stressigen Zeiten liegt der Fokus nur auf den Näharbeiten. Bisher konnte ich noch alle Anfragen nach einem Kleid bewältigen.
Ich habe Projekthelfer, die mehr oder weniger helfen können. Alle haben noch einen Beruf und arbeiten, viele haben noch Kinder und Familie. Deswegen ist Hilfe immer nur in sehr unterschiedlichem Maß möglich und schwankt auch von Zeit zu Zeit.”

Dennoch, wer helfen möchte, der kann das in Form einer Geldspende.
Alle Informationen hierzu findet ihr auf der Homepage und der Facebookseite des Projektes:

http://www.himmelskleider.de

https://www.facebook.com/himmelskleider/

Liebe Isabel,
vielen Dank für deine Zeit und das Interview und dass wir über dich und die Himmelskleider berichten durften!
Wir wünschen dir, deiner Familie und deinem Projekt das allerbeste!

Danke, dass es solche Menschen gibt wie dich❤️