Kaiserschnitt – Segen oder Fluch?


Meiner ersten „intakten Schwangerschaft“ wie es so schön heißt, gingen zwei Fehlgeburten voraus.

Als ich dann den positiven Test in der Hand hatte, konnte ich mich zuerst nicht wirklich freuen, zu groß war die Angst, dass es wieder schief geht.

Als ich dann in der 9. Woche Blutungen bekam, war ich nicht wirklich überrascht.

4 Wochen liegen, schonen, hoffen und bangen.

Aber es ging gut und dass es ein Mädchen werden würde, habe ich, nachdem die Geschichte mit den Blutungen ein gutes Ende genommen hatte, allen erzählt, noch bevor ich ein sog. „Outing“ hatte.

Die restliche Schwangerschaft verlief bilderbuchmäßig.

Mein Mädchen lag in Steißlage, mir ging es gut und ich freute mich so langsam aber sicher auf die Geburt und konnte es kaum abwarten, mein Mädchen endlich in den Armen zu haben.

Dann kam die 33. SSW. Was war passiert? Mein Mädchen lag auf einmal in der BEL! Ok, noch 7 Wochen Zeit, da kann ja noch viel passieren. Oder auch nicht.

In der 36. Woche hatte ich dann das Geburtsplanungsgespräch und musste mich auf einmal damit abfinden, dass es wohl ein geplanter Kaiserschnitt sein würde. Dank einem sehr empathischen Arzt konnte ich zumindest abwenden, dass meine Tochter an meinem Geburtstag geholt würde. Wenn schon geplanter Kaiserschnitt, dann doch aber bitte für mein Kind einen eigenen Geburtstag!

Insgeheim hoffte und betete ich, dass sich die Maus noch drehen würden, ich versuchte es mit der Hebamme mit „moxen“, schloss aber von vornherein eine „äußere Wendung“ aus, da ich persönlich der Meinung bin, dass es einen Grund hat, wenn das Kind nicht „richtig rum“ liegt. Insgeheim wusste ich, dass sie sich nicht drehen würde und ein KS unumgänglich.

Ganz ehrlich, klar wäre auch eine Spontangeburt in BEL möglich, aber nach zwei Fehlgeburten und der Aufregung und den Ängsten in der Frühschwangerschaft war mir das zu riskant.

Der Termin rückte näher und bei 38+5 war es soweit.

Es war ein tolles OP Team, eine tolle Hebamme, die meine Sorgen und Nöte ernst nahm. So war mir das Blasenkatheter legen zum Beispiel ein absoluter Horror und so wurde er mir erst unter der PDA gelegt.

Mir wurde genau erklärt, was und wie alles passieren würde, dass sie mir mein Kind erst nur kurz zeigen und der Papa abnabeln und kuscheln darf, bis ich wieder genäht bin.

Und genau so war es und es war das schönste Gefühl in meinem Leben, als ich das erste Mal meine wunderbare Tochter im Arm hatte!

Fühlt euch also nicht als „Versager“, wenn ein KS nötig ist, ihr habt dennoch tolles geleistet, lasst euch nicht beirren und wie oben geschrieben, hat es meist einen Grund. Bei mir war es eine nicht erkannte Beckenschiefstellung, was die Geburt für das Kind mehr als erschwert hätte. Meine wahrhaftig kleine Tochter mit gerade mal 49 cm und 2850g hätte dafür nicht die Kraft gehabt.

Übrigens habe ich meinen Sohn zwei Jahre später spontan entbunden, stand dann aber, weil er nicht durch´s Becken kam, kurz vor dem Notkaiserschnitt.

Erzählt, wie war es bei euch, wie kommt ihr mit eurem Kaiserschnitt zurecht?

War er für euch im Nachhinein richtig oder nicht?

Liebe Grüße

Nadine