Was kommt nach der Elternzeit?

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Für viele Eltern stellt sich diese Frage ja schon kurz nach der Geburt des Kindes, da evtl. eine Anmeldung um einen Krippenplatz stattfinden muss.
Für mich war das Thema „Krippe“ nie aktuell, da ich schon vor meinen Schwangerschaften gesagt habe, dass meine Kinder nicht in eine Krippe gehen werden. Mir ist durchaus bewusst, dass wir mit unserem Betreuungsmodell der Minderheit angehören.

Ich bleibe 3 Jahre pro Kind Zuhause und danach werden sie halbtags im Kiga betreut.

Da ich selbst Erzieherin bin, war für mich klar, dass ich mein Kind nicht in eine Betreuung gebe, um selbst andere Kinder zu betreuen. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich kein Verständnis dafür habe, wenn Eltern ihre Kinder schon früh in eine Krippe geben. Es kommt immer auf das Umfeld, die aktuelle finanzielle Lage usw. an.
Meine Kinder wurden Januar 2014 und im Mai 2015 geboren. Natürlich habe auch ich mir viele Gedanken gemacht, wie es  finanziell weitergeht, wenn nun meine Elterngeldzeit ausläuft. Klar stand für mich, dass ich nicht wieder Vollzeit in meinen Beruf kann. Auch wenn meine Kinder im Kiga betreut werden, ist das eigentlich unmöglich, da unser Landkindergarten immer nur bis mittags Betreuung anbietet. Großeltern, die dann die Kinder nachmittags betreuen können, haben wir leider nicht in unmittelbarer Nähe. Das macht natürlich auch eine Teilzeitstelle kompliziert, da man die ja auch nicht gerade im Nachbarort findet, sondern immer Fahrzeiten mit einplanen muss.
Was nun?
Es gab eine Zeit, da hatte ich richtig Angst vor der Zukunft. Wie sollte es weiter gehen? Da ich ja „nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar“ bin, wurde mir mitgeteilt, dass ich kein Arbeitslosengeld bekommen werde obwohl ich immer gearbeitet hatte und auch keine sonstige Unterstützung, da mein Mann ja arbeitet und genug verdient um unser Leben zu finanzieren.

Natürlich war mir bewusst, dass wir sicher nicht hungern müssen, aber man möchte ja auch mal den Kindern etwas Besonderes ermöglichen oder sich selbst etwas gönnen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben.
Die große Idee mich selbst als Tagesmutter anzubieten ging mir durch den Kopf. Die Vorstellung zu meinen zwei Kindern noch zwei oder drei Kinder zusätzlich zu betreuen schien mir realistisch. Aber nach den ersten euphorischen Recherchen zum Thema Tagesmutter wurde mir schnell bewusst, wie hoch da ja dann meine Verantwortung gegenüber den „fremden Kindern“ ist. Was ist, wenn wirklich was passiert? Wenn ein Kind böse stürzt, sich im Garten verletzt oder, oder, oder?
Ich stand wieder am Anfang und ein Gespräch mit guten Freunden brachte Bewegung ins Spiel 🙂  Sie waren gerade dabei sich mit diversen tollen Babyartikeln selbstständig zu machen und zeigten mir einige handgenähte Musterstücke, die sie  von nähenden Mamis bekommen hatten. Manche waren wirklich toll, andere hingegen nicht sauber gearbeitet usw. Ich muss dazu sagen, dass ich noch NIE vorher genäht hatte aber trotzdem eher spaßeshalber den Satz „das näh ich dir aber schöner“ gesagt habe.

Und wisst ihr was?!? Aus Spaß wurde Ernst 🙂 und heißt RäuberPrinz-Mode für kleine Räuber und Prinzessinnen.
Ich habe mich mit dem Nähen von Kinderkleidung selbstständig gemacht und stehe nun ganz am Anfang eines neuen Kapitels in meinem Leben. Ich kann tagsüber für meine Kinder da sein und während sie schlafen, spielen oder mit Papa unterwegs sind, widme ich mich meiner neuen Leidenschaft, dem Nähen.
Allen Mamas die nicht wissen wie es weiter geht möchte ich damit Mut machen. Es gibt immer einen Weg, manchmal sogar einen, den ihr selbst NIE für möglich halten würdet. Hätte man mir vor einem Jahr gesagt, dass ich mal mit Nähen Geld verdiene, ich hätte gar nicht mehr aufgehört zu lachen 🙂
Ich hatte richtig Angst vor der Zukunft, da mir Bewusst war, dass Arbeiten mit zwei Kindern und ohne familiäre Unterstützung (Abgesehen von meinem Mann, der ja auch arbeitet) enorm schwierig wird.
Nun habe ich ein Ziel vor Augen und noch dazu richtig viel Freude daran.
Habt nicht nur Träume, sondern fasst den Mut und lebt dafür!
Eure Kathi