Das bisschen Haushalt….

Haushalt mit Kind Mama Blog

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macht sich von allein“, sang 1977 Johanna von Koczian. Schön wäre es. Leider macht er sich eben doch nicht so ganz von allein. Was allerdings wie von selbst und immer viel zu schnell wiederkommt sind die Unordnung und der Schmutz.

Wenn man denkt, man ist fertig, kann man gerade wieder von vorne anfangen. Zumindest ist das bei uns so. Zeiten, in denen das ganze Haus sauber und aufgeräumt ist, nirgendwo Bügelwäsche oder Spielzeug rumsteht, sind sehr sehr selten. Vielleicht einmal im Monat. Oder eher einmal im Jahr. Oder im Schaltjahr. Ich will mal nicht ganz ausschließen, dass es vorkommt. 😉

Ich genieße es, wenn es sauber und ordentlich ist. Allerdings ist meine Toleranzgrenze, wenn es um Unordnung geht auch relativ hoch. Irgendwas ist immer und oft ist mir meine Zeit viel zu Wertvoll, als das ich sie mit Putzen verbringen möchte. Was ja, wie gesagt, eh nicht lange hält. Wenn gerade nach Dauerregen die Sonne raus kommt, dann gehen wir lieber schnell auf den Spielplatz und das Putzen muss warten. Meiner Großen ist das auch ganz recht. Die erzählt lieber dem Papa, wo seine Socken und Schuhe hingehören, als selbst ihre Spielsachen auf zu räumen.

Für mich gibt es kaum eine undankbarere Arbeit, als den Haushalt. Aber so ganz ohne Ordnung geht es eben doch nicht. Sonst würden wir nach ein paar Tagen im Chaos verschwinden. Und so ein Einjähriges ist in riesigen Wäschebergen wahrscheinlich gar nicht so leicht wiederzufinden.

Während ich schreibe bringt mir meine Tochter ein Stuhlkissen von der Terrasse rein und sagt ganz empört: „Guck mal Mama, da ist ein Kaffeefleck drauf. Das musst du waschen.“ Und damit will sie Richtung Wäschekorb verschwinden. „Warte! Wie sieht denn die andere Seite von dem Kissen aus?“ „Da ist auch schon ein Fleck.“, bekomme ich zur Antwort. Mein Mann beobachtet die Szene und grinst: „So macht das also die Hausfrau.“ Und ich versuche tatsächlich, mir es so einfach wie möglich zu machen.

Ein paar Dinge und Verhaltensweisen helfen mir dabei, mit dem geringsten Aufwand das größtmögliche zu erreichen.

  • Frühjahrsputz: Zu Beginn einmal so richtig Ordnung machen. Alles aufräumen und putzen, Schränke auswaschen usw. Das nimmt etwas Zeit in Anspruch, aber mir fällt es viel leichter, wenn einmal eine Grundordnung vorhanden ist, diese auch beizubehalten. Und man ist gleich motiviert, dass schön saubere zu Hause auch so beizubehalten.
  • Aussortieren: Ich bin ein Mensch, der nur sehr schlecht Dinge wegschmeißen kann. Für irgendwas kann man sicher alles noch mal gebrauchen. Aber, viele Dinge sind tatsächlich unnötig. Wir benutzen sie nicht mehr, sie nehmen Platz weg und stauben ein. Einmal gründlich ausmisten und es ist viel mehr Platz in den Schränken und Zimmern. Bei Erinnerungsstücken reicht es oft, sich auf ein paar wenige zu beschränken, an denen wirklich das Herz hängt. Und je weniger rum steht, desto weniger Arbeit hat man beim Staubwischen. 😉
  • feste Plätze: Jedes Ding hat seinen festen Platz. Wenn ich genau weiß, wo etwas hingehört, dann kann ich es schneller und leichter weg räumen und es steht nicht lange irgendwo herum. Auch für meine Tochter ist es wichtig, zu wissen, wohin sie ihre Sachen räumen kann. Wer es ganz ordentlich will, kann sich die Kisten und Schubladen noch passend beschriften, so, dass wirklich jeder weiß, wo was hingehört.
  • Krimskramsschublade: Irgendwie hat sie doch jeder, kleine Dinge die man irgendwann mal braucht, aber nicht weiß wohin damit. Bei uns landen sie in einer Krimskramsschublade und sind meist schnell wieder zu finden.
  • Schränke: Offene Regale, in denen alles kreuz und quer steht oder nicht wirklich zusammen passt sehen schnell unordentlich und zugemüllt aus. Einheitliche Kisten im Regal oder geschlossene Schränke machen es harmonischer und lassen die Unordnung schnell hinter den Türen verschwinden.
  • Prioritäten: Am einfachsten ist es, sich erstmal darüber klar zu werden, was einem wichtig ist. Da wir Haustiere haben ist es für mich unabdingbar, jeden Tag zu staubsaugen. Vor allem, seit das Minimädchen krabbelt. Dafür putze ich meine Fenster meist erst, wenn man nicht mehr so richtig durchsehen kann Klar, sind geputzte Fenster super und ich freue mich jedes Mal, wenn sie sauber sind, aber jeden Monat Fensterputzen ist für mich persönlich Zeitverschwendung. Wenn ich weiß, wo meine Prioritäten (oder auch die meines Partners) liegen, dann kann ich mir die Arbeit viel besser einteilen und entscheiden, was täglich und was nur hin und wieder gemacht werden muss.
  • Hände voll: Kein Gang, ohne etwas in der Hand zu haben. Das ist bei mir mittlerweile tatsächlich so, ich gehe selten von einem Zimmer zum anderen, ohne irgendwas bei mir zu tragen. Wenn ich z.B. in die Küche gehe, schaue ich mich vorher im Wohnzimmer um, ob es Geschirr oder ähnliches gibt, was ich mitnehmen kann. Und eigentlich gibt es immer etwas, das eigentlich in ein anderes Zimmer gehört.
  • Einmal in die Hand: Alles was man hat, am besten nur einmal in die Hand nehmen. Wenn ich mich ausziehe, dann kann ich meine Kleider gleich in den Wäschekorb schmeißen. Das Buch, das ich vom Tisch nehme, kann ich gleich zurück in den Schrank stellen und muss es nicht erst woanders hin legen. Es gibt natürlich eine Sache, die diese „Regel“ etwas komplizierter macht. Männer. Irgendwie scheint es für sie unmöglich zu sein, sich daran zu halten. Vielleicht ist das genetisch bedingt, denn mein Mann scheint da keine Ausnahme zu sein 😉 Wenn er den Tisch abräumt, dann landet das Geschirr häufig auf der Arbeitsplatte, anstatt direkt in der Spülmaschine darunter. Socken würden sich wahrscheinlich in jedem beliebigen Raum finden lassen (keine Ahnung, warum man die überhaupt überall ausziehen muss), wenn die Tochter nicht ab und zu für Abhilfe sorgen würde (siehe oben).
  • Putzplan: Vielen Menschen hilft es, wenn sie sich einen festen Putzplan erstellen und immer wissen, was wann zu machen ist. Ich habe es selbst auch einige Zeit versucht, neben den täglichen Dingen, wie staubsaugen und spülen z.B. immer montags im Wohnzimmer Staub zu wischen und jeden Dienstag das Bad gründlich zu putzen. Das hat auch tatsächlich gut funktioniert. Allerdings nur so lange, bis einiges dazwischen kam und ich mehrere Tage nicht an dieser Routine festhalten konnte. Das hat mich etwas aus dem Tritt gebracht und ich hatte Mühe, alles wieder aufzuholen. Aber es kann auf jeden Fall funktionieren, wenn man gerne feste Strukturen hat, oder sinnvoll sein, wenn man sich die Hausarbeit teilt, dass jeder genau weiß, was er tun kann.
  • 5 Minuten: Lieber immer mal wieder 2 kleine Sachen zwischendurch erledigen, als gar nichts, weil man denkt, es ist nicht genügend Zeit um alles zu machen. Kurze Wartezeiten kann man da wunderbar nutzen. Ich wische oft schnell das Waschbecken ab, während meine Tochter sich umzieht.
  • Einfach machen: Der letzte und für mich wichtigste Punkt ist es sich einfach aufzuraffen und den inneren Schweinehund zu überwinden. Klar, wenn die Kinder abends im Bett sind möchte ich auch Feierabend haben und mich meinen Hobbys widmen. Aber dann sitze ich auf der Couch und denke, eigentlich müsste ich noch… Und dieses schlechte Gefühl kann mir dann den ganzen Abend verderben. Deshalb mache ich schnell ein paar kleine Dinge, die nicht viel Zeit brauchen und habe das Gefühl, etwas getan zu haben. Z.B. gehe ich mit einem leeren Wäschekorb durch die Zimmer und sammle alles ein, was da nicht hin gehört. Auf dem Weg wird es dann an seinen Platz geräumt. Durch den Wäschekorb muss ich nicht ständig hin und her laufen, sondern kann viel auf einmal transportieren. Und meine Kinder schaffen es täglich, so einiges im Haus zu verteilen.

Am schnellsten und effektivsten bin ich beim Putzen übrigens, wenn meine Freundin anruft und sagt, dass sie in einer Stunde zum Kaffee trinken vorbei kommt. 😉 Da darf zwar auch gerne mal was rumstehen, aber für mich ist das eine gute Motivation, die ich gerne nutze. Und perfekt ist es bei uns sowieso nie.

Und was sind eure Tipps, um die Hausarbeit so einfach wie möglich zu gestalten?

Herzliche Grüße

Jani