Hilfe, mein Kind kommt in den Kindergarten Teil 2

Kindergarten2.2

Im ersten Teil von „Hilfe, mein Kind kommt in den Kindergarten“ habe ich euch ja bereits von der Eingewöhnung meiner Tochter erzählt. Wie es bei meinem Sohn lief, könnt ihr hier lesen 😉

Mein Sohn war ein relativ unkompliziertes Baby, hat wenig gefremdelt und war, wie soll ich sagen, „genügsam“ trifft es wohl ganz gut.

Da er sich seiner zwei Jahre älteren Schwester gegenüber wie ein Lemming verhielt und sie sein großes Idol war, machte ich mir wegen des Kindergartens überhaupt keine Gedanken.

Vom Bringen und Abholen seiner Schwester kannte er die Einrichtung und die Erzieherinnen, ich war völlig relaxt und freute mich auf „easy going“.

Tja. Dann war es soweit. Der erste Schnuppertag stand an. Mein Sohn klebte an mir wie eine Klette, wollte nicht spielen, nicht zu seiner Bezugserzieherin, nur zu Mama.

Und das, wo ich doch sonst, wenn wir die Schwester brachten, öfter mal los musste um meinen Sohn irgendwo im Kindergarten zu suchen.

Achselzuckend nahm ich es hin, was hätte ich auch tun sollen?

Am zweiten Schnuppertag genau das Gleiche. Puh. Da schwante mir bereits, dass die Sache wohl doch nicht so einfach werden würde wie gedacht.

Also, Augen zu und los. Die Eingewöhnung ging los, Mama mittendrin statt nur dabei.

Ich saß auf der Couch im Spielzimmer, mein Sohn saß auf mir. Für 2 Minuten ging er sich Spielsachen holen. Dann saß er wieder bei mir. Die Erzieherin versuchte alles, wollte ihm den Esstisch, die Autos, die Puppenküche, die Eisenbahn zeigen. Nein, nur mit Mama!

Nach 1,5 Stunden ging ich mit meinem Sohn wieder nach Hause.

Drei Tage später durfte ich zumindest kurz ohne ihn auf Toilette. Also saß ich im Kindergarten. Und saß. Und saß. Und las den anderen Kindern vor.

Ich ging in den Gruppenraum meiner Tochter, ohne meinen Sohn. Ich war noch nicht aus seinem Gruppenraum draußen, ging das Gebrüll los.

Also saß ich bis zu 2,5 Stunden im Kindergarten.

Nach 10 Tagen konnte ich das erste Mal für 30 Minuten nach Hause. Ich hatte meinen Kaffee noch nicht ausgetrunken, kam der Anruf, ich solle doch kommen, es ginge nicht mehr.

Ich war am Verzweifeln, ihn wieder im Kindergarten abmelden war keine Option, die Brötchen mussten verdient, das Haus abbezahlt werden. Ich MUSSTE wieder arbeiten gehen.

Irgendwann stellte ich dann fest, dass es nicht nur an meinem Sohn lag, denn ICH hatte ein Problem, mich von ihm zu lösen. Als ich das, und die Tatsache, dass mein Baby kein Baby mehr ist, akzeptiert hatte, lief die Sache besser und ich konnte langsam aber sicher mein Abwesenheit verlängern.

Dazu kam, dass mein Sohn irgendwann merkte, dass ich unsicher wurde, wenn er anfing zu weinen, und ich mir überlegte, ob ich wirklich gehen sollte.

Eines Tages kam dann das „Aha-Erlebnis“. Ich verabschiedete mich von ihm, er schaute mir weinend hinterher (es hat mir das Herz gebrochen, das könnt ihr mir glauben, obwohl mir die Erzieherin versicherte, dass er sich mittlerweile sehr schnell trösten und beruhigen lassen würde).

Ich war noch nicht zur Tür raus, hörte er auf zu weinen und als ich 20 Sekunden später in den Garten schaute, lachte er und spielte mit seiner Erzieherin.

Seit diesem Tag war es kein Problem mehr, ihn in den Kindergarten zu bringen und ihn dort zu lassen.

Wir haben immer viel gekuschelt zum Abschied und seine Erzieherin ging mit ihm zum Fenster um mir zu winken.

Heute, 15 Monate später, rennt er in seine Gruppe, lässt sich von mir anmelden und geht dann alleine zum Fenster und winkt. Er hat sich toll integriert, ist beliebt und freut sich täglich auf den Kindergarten.

Wie war es bei euch, wie war die Eingewöhnung, gab es Unterschiede zwischen euren Kindern, war es turbulent, ….

Erzählt mal 😉

Liebe Grüße

Nadine