Froh auf Klo

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Oh man bei meinem ersten Kind, war ich total angespannt. Wie kriegt man bloß das Kind trocken? Bringt man das bei? Und wenn ja wie?

Marko, Sommer 2007, Kind 2,5 Jahre alt. Oma meinte, jetzt wirds Zeit. Das Wetter ist warm, das Kind ist „alt“. Beste Vorraussetzungen das Kind endlich trocken zu kriegen.

Los gings, Unterhosen gekauft und Kind die Windeln ausgezogen. Das Klo allerdings war ein rotes Tuch und nicht gerade sein Lieblingsort. Nützt nichts, Kind wird alle halbe Stunde aufs Klo gesetzt, mit Gummibärchen, Strichen in einer komischen Liste für Erfolge gemalt. Sein Geschäft hat er kurz nach dem auf Klo setzen in die Hose erledigt. Nach ein paar Tagen, gefüllt mit schlecht gelaunten Kind, dauerlaufender Waschmaschine, genervter Mutter, Oma mit tollen Ratschlägen zog ich ihm seine Windel wieder an. Mein Bauch sagte mir, so ist das nicht richtig und so kann es auch nichts werden.

Ein halbes Jahr später, mitten im kalten Winter, kurz vorm dritten Geburtstag freundete er sich ganz langsam mit dem Klo an, er ging wann er wollte und wann er Lust hatte. Ganz ohne Gummibärchen, Strichlisten … Er war einfach bereit genau jetzt sein Pipi ins Klo zu entsorgen. Es dauerte fast bis zum vierten Geburtstag bis er komplett ohne Windel sein wollte und es dann auch konnte.

Mein zweites und drittes Kind haben mich komplett überrumpelt. Matthias war 2,9 Jahre alt als er eröffnete: “ Mama ich brauche keine Windeln mehr, ich kann das“

Da ich noch in Elternzeit bin, habe ich ihn spontan eine Woche aus dem Kindergarten beurlaubt und Matthias in diesem Prozess unterstützt. Wir gingen los, suchten gemeinsam tolle Unterwäsche aus. Und der Spaß begann. Die Windeln verabschiedeten wir komplett, wir wollten ihn nicht verwirren und ihm auch die zu ersucht und das Vertrauen geben, dass er es überall schafft. Für mich ein kleiner Nervenkitzel und organisatorisch eine Herausforderung. Ich packte, um unterwegs zu sein, eine Tasche mit 3 Wechselgarnituren, Feuchttücher und Müllbeutel für feuchte Wäsche. Unfälle gab es nur selten.

Mein Kind konnte es, er war soweit und er vertraute in sich selbst. Es klappte gleich tagsüber und auch nachts.

Mein dritter Sohn machte es mit 2,5 genauso wie Matthias. Auch er konnte es ohne mein zu tun.

Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, vertraut euren Kindern, die sind kompetent und jedes lernt alles genau dann wenn es ganz individuell zum Kind passt. Trainings machen dagegen eine schlechte Stimmung und verunsichern wenn das Kind es eigentlich noch gar nicht kann

Eure Tina