Eine Gutenachtgeschichte

imageJeden Abend, wenn die kleine Maus durch den dämmernden Wald huschte und die tollen Geräusche wahrnahm, rastete sie bei der alten Eule und hörte ihren wunderbaren Geschichten zu…

… Der kleine Wichtel, der unter den großen Wurzeln einer großen Tanne lebte, war sehr oft alleine. Oft wünschte er sich einen Freund. Jemand der ihm zuhörte, mit dem er lachen konnte, dem er alles erzählen dürfte, mit dem man einfach Zeit verbringen darf und so gemeinsame Erlebnisse sammeln kann.

Eines Tages packte er ein paar Dinge zum Essen und Trinken in ein großes Tuch und hängte es an einen langen Stock. Der Wichtel setzte seine neue rote Mütze auf, schulterte den Stock mit seinem Proviant und wanderte los.

Er streifte durch den Wald, roch das Moos, hörte Vögel singen und schaute sich ganz emsig nach Freunden um. Wie könnte denn ein Freund für ihn aussehen? Das wusste er nicht. Er lief weiter und setzte sich in ein Meer von Buschwindröschen, breitete drin Deckchen aus. Er legte sich den Käse und das Brot zurecht, stellte die Wasserkaraffe daneben.

Bevor er aß, legte er sich hin, kreuzte seine Arme im Nacken, schloss die Augen und roch den intensiven sommerlichen Waldgeruch. Der kleine Wichtel begann zu träumen, während die Wolken über ihm sanft weiter zogen.

Plötzlich wurde er abgestumpft: .“Hey du, was machst du hier? Warum liegst du da und träumst, obwohl du für so ein schönes Picknick bereitet hast?“

DerWichtel blickte auf, schaute in große braune Knopfaugen, eine kleine Maus. „Weißt du liebe Maus? Ich mag gar nicht mehr gerne alleine essen. Mir fehlt ein Freund. Jemand mit dem ich gemeinsam schlemmen, lachen, wandern und träumen kann. So alleine schmeckt es mir gar nicht.“

Die kleine Maus blickte den Wichtel an, musterte ihn und ein Tränchen schoss in ihre warmen Augen. „Lieber Wichtel, ich bin auch alleine, mir geht es auch so. Vielleicht…, ach ne“ „vielleicht essen wir einfach jetzt zusammen“, sagte der Wichtel schnell und hielt der Maus ein herrlich duftendes Stück Käse hin.

Sie griff zu, grinste verlegen und bedankte sich schüchtern.

Nach dem Essen packten sie alles ein und gingen durch den duftenden Wald auf dem wunderbar weichen Boden spazieren. hörten gemeinsam die wunderbaren Geräusche der Natur und berichteten sich von ihrem bisherigen Leben…

Eine Freundschaft begann.

 

Immer wenn die  Eule die Abendgeschichte beendet hatte, ging die kleine Maus nach Hause und erzählte ihremWichtelfreund die Geschichte der Eule.

Manchmal aber berichtete die Maus der Eule am Abend von den Abenteuern mit dem Wichtel…

 

Diese Abenteuer spinnen mein Sohn und ich jeden Abend gemeinsam, bevor er schlafengeht, danach schreibe ich unsere Geschichte auf und  wir malen am nächsten Tag ein Bild dazu.

Habt ihr auch so feste Rituale?

Eure Tina