Mein Kind-Dein Kind

IMG_6685

In den unzähligen Foren im Internet, schreiben und diskutieren Mütter miteinander. Logischerweise dreht es sich dabei fast ausschließlich um ihre Kinder.
„Mein Kind kann schon dies…“
„Aber mein Kind kann schon das…“

Ich bin als Mutter noch recht neu in diesem „Geschäft“. Aber solche Vergleiche finde ich schon lange sehr irritierend. Wenn ich mir Menschen in meinem Alter angucke, dann vergleiche ich mich nicht ständig mit ihnen. Mir ist egal, ob sie größer oder schlanker sind, schneller rennen oder weiter werfen können als ich oder gar auf den Zehenspitzen tänzelnd farbenfrohe Gemälde auf eine Leinwand pinseln. Ich kann sowas eben nicht.

Aber warum tun dies scheinbar so viele Eltern? Ist es nicht egal, ob mein Kind mit 12 Wochen Greifen lernt oder erst mit 15 Wochen? Dann kann das Kind von Mama A eben 4 Wochen früher stehen als das Kind von Mama B. Früher oder später werden alle Kinder Laufen lernen. Jedes Kind in seinem Tempo…

Die einen Kinder gucken sich mit größter Hingabe verschiedene Gegenstände an. Stundenlang. Drehen und wenden diese in ihren winzigen Händchen. Inspizieren jede Ecke. Oder sie lauschen Mama’s Worten, dem Radio oder den Vögeln Draußen. Während andere wiederum sich sich kaum für die Kiste voller Spielsachen interessieren, aber dafür zeitig auf die Beine kommen und sich bewegen wollen. Leider liest man immer wieder, dass die „Gucker“ und „Zuhörer“ als sogenannte Spätentwickler gelten. Das Körperliche ist vermeintlich wichtig.

„Höher, schneller weiter.“

Ganz oft las ich davon, dass viele Mütter regelrecht Angst haben vor der nächsten Untersuchung ihres Sprösslings beim Arzt. Nur weil ihr Kind sich z.B. noch nicht auf den Bauch drehen kann oder eben noch nicht sprechen kann. Sie haben Angst, weil irgendwelche anderen Mütter ihnen Minderwertigkeitskomplexe einreden.

„Wie, dein Kind kann X, Y, Z noch nicht? In dem Alter war meiner ja schon viiiiel weiter!“

Sie übersehen vermutlich all die anderen tollen Dinge, die ihr Kind stattdessen schon kann. Vielleicht kann es bereits Dreiecke von Kreisen unterscheiden. Jedoch scheint dies irrelevant zu sein, weil es eben körperlich „hinten dran“ ist. Es ist durchaus richtig, dass Kinder bestimmte Sachen in einem definierten Zeitraum können sollten. ABER muss es denn gleich der Physio- und Ergotherapeut sein, nur weil Mini-me den Stift mit 1,5 Jahren noch nicht richtig halten kann? Kann man das Kind nicht einfach mal Kind sein lassen? Jedes Kind in seinem Tempo…

Ich finde es wichtig, dass man sich als Eltern mit seinem Kind beschäftigt. Dass man ihm Verschiedenes anbietet. Malen, Basteln, Spaziergang oder Ausflug zum Bauernhof, Spielen mit anderen Kindern, etc.
Man sollte sich nicht ständig mit anderen vergleichen. Und schon gar nicht sein Kind. So setzt man riesige Erwartungen in dieses kleine Menschlein und wird zwangsläufig enttäuscht, weil das Kind diesen Erwartungen einfach nicht gerecht werden kann. Der Sprössling wird seinen Weg schon gehen. Alle Kinder werden groß.

Wie seht ihr das?

Wie war es bei euren Kindern?

Liebe Grüße, Anke