Überraschung oder Wunschkind ?

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Worin liegt eigentlich der Unterschied? Ob nun ein Kind geplant wird oder es überraschend in das Leben schlüpft, so sind es doch alles Kinder, die vom ersten Augenblick das eigene Leben komplett auf den Kopf stellen.

Ich habe 3 Kinder. Meine beiden Großen sind – muss ich ehrlich zu geben- Überraschungskinder.
Bei der Geburt meiner ältesten Tochter war ich zarte, junge 18 Jahre alt und mein Sohn folgte nur 11 Monate später.
Ich wollte gerade meine Ausbildung als Erzieherin beginnen, hatte schon einen Schul- und Praktikumsplatz, außerdem wohnte ich noch in meinem Elternhaus. Doch Zack da war sie, die kleine Maus in meinem Bauch.
Von Anfang an war es MEIN Kind und es war von Anfang an willkommen, ich hab nicht eine Sekunde daran gedacht, dass es nicht passt und ich es lieber weg machen lassen sollte. Auch mein Mann (damals noch Freund ;-))  teilte diese Meinung und hielt zu uns.
Ich wurde also drei Monate nach meinem 18. Geburtstag Mama.
Und obwohl es eine Überraschung war und ich noch jung war, hab ich mich gut in die Mama- Rolle eingefunden. Ich hab mich wahnsinnig auf mein Wunder gefreut und alles war perfekt so wie es kam.
Als mein Baby ca 4 Monate alt war, testete ich noch einmal positiv.
Diese Überraschung war dann schon ein größerer Schock!
Noch einmal alles von vorn  und mein erstes Wunder war doch noch so winzig.
Aber nun war ich mit meinem Mann bereits verheiratet, wir wohnten in einer gemeinsamen Wohnung. Dem zweiten Überraschungskind stand also nichts mehr im Wege.
Ich hatte meine Mutter und Schwiegermutter in nächster Nähe, meine beiden Großen waren sehr pflegeleicht und Gott sei Dank in den ersten Jahren auch nicht oft krank.
Manchmal allerdings, wenn ich meine Freundinnen sah, die ihr Studentenleben genossen, die Welt bereisten oder anderes, tolles machten, ärgerte ich mich ein bisschen über meinen Weg. Ich war eben doch noch sehr jung und hatte andere Pläne geschmiedet.

Aber es war trotzdem alles gut so wie es war. DENN DIES WAR MEIN WEG… nicht ihrer.
Außerdem liebten meine beiden großen Kinder ihre Großeltern sehr und sie genossen jede Sekunde, die sie dort verbringen durften. Das machte es mir und meinem Mann auch möglich, mal an uns zu denken.
Fast 6 Jahre nach meiner 2. Überraschung kam unser Wunschkind.
Es war natürlich eine ganz andere Situation, war ich bei den Überraschungsschwangerschaften doch ein wenig geschockt -oder überrascht 😜-, war die Wunschschwangerschaft von Anfang an mit Freuden begrüßt. Weniger Ängste und Sorgen, denn ich wusste was auf uns zukommen würde und wir wollten es und traten diese Reise bewusst an.
Kind drei, war auch pflegeleicht, hat sehr früh durchgeschlafen und auch sonst kaum Probleme gemacht, allerdings habe ich bei ihr jede Sekunde versucht zu genießen. Ob es jetzt daran lag, dass sie einfach ein echtes Wunschkind war, oder weil sie eben schon Nummer 3 ist und ich mir bewusst war, wie schnell die erste Zeit vorüber ist, kann ich nicht genau sagen. Sicher spielten beide Faktoren eine Rolle!
Aber eines weiß ich, meine kleinste Tochter ist ein absolutes Mama-Papa-Kind (das wisst ihr ja bereits) und sie kann es nicht genießen bei Oma zu sein, so wie ihre großen Geschwister.
Es macht einen enorm großen Unterschied, sein Kind immer bei sich zu haben, es nur mit schlechtem Gewissen mal eine maximal zwei Stunden abgeben zu können, weil es wirklich nicht anders geht. (Natürlich weiß ich, dass die Omas das toll machen, aber wenn mein Kind das nicht mag, ist es halt mit einem schlechten Gewissen verbunden).
Man ist einfach eingeschränkter und weniger frei. Wär mir das bei den ersten Kindern sicher richtig schwer gefallen, nicht mal einmal im Quartal gemeinsam mit meinem Mann der Geburtstagseinladung zu folgen oder in absoluter Ruhe den Hochzeitstag feiern zu können, ist das jetzt für mich absolut kein Problem mehr. Wir haben dieses kleine, wunderbare Kind “geplant” und können uns jetzt auch vollkommen darauf einlassen.
Sicher spielen auch die Umstände einen bedeutenden Grund, bei meinen Überraschungskindern war ich eben noch sehr jung, und es gab in unserem Freundeskreis noch keine anderen Kindern.
Jetzt konnte ich mich besser drauf vorbereiten, wir sind schon voll im Familienleben drin und im Freundeskreis haben mittlerweile die meisten auch mindestens 1 Kind.
Aber ob Wunschkind oder Überraschung, ich kann zu 100% sagen, dass ich alle meine Kinder gleich viel liebe, dass sie alle 3 gleich wunderbar sind und dass sie alle 3 wunderbar in mein und unser Leben passen! 😘

Erzählt mir von euch und eurem Weg….

Eure Annika