Gute Vorsätze und der ganz normale Alltag

mami blog muttergans

Eigentlich habe ich ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie meine Kinder aufwachsen sollen. So weit wie möglich selbstbestimmt, ohne viel Druck und mit viel Gelassenheit und Liebe. Sie sollen sich ausprobieren und auch Fehler machen dürfen. In ihrem eigenen Tempo lernen und die Welt entdecken. Mir ist es wichtig, Bedürfnisse ernst zu nehmen und nach Möglichkeit auch zu erfüllen. Das sind gute Vorsätze, die ich mir nicht an Silvester gesetzt habe, sondern als Vorstellung, wie das Leben meiner Kinder sein sollte. Hört sich gut an, oder?

Allerdings kommt mir da manchmal etwas dazwischen: der Alltag

Wenn es stressig wird verfalle ich immer wieder in unerwünschte Muster. Ich erwarte von den Kindern, dass sie funktionieren und keine Widerworte geben. Aus meinem Mund kommen Sätze, die ich eigentlich nie sagen wollte. Sätze, die so viel mehr kaputt machen, als sie nützen. Und eigentlich alle Beteiligten nur nerven.

Ich gebe meinen inneren Druck weiter. Und am Ende sind wir alle gefrustet und gestresst. Das ist nicht nur anstrengend, sondern auch unfair den Kindern gegenüber. Das weiß ich und trotzdem kommt es hin und wieder vor. Passiert dann nichts, ist der Tag gelaufen und die Stimmung schlecht.

Mittlerweile bin ich sehr feinfühlig geworden, wenn es darum geht, diese Momente frühzeitig zu erkennen, um gegen zu steuern. Am besten wäre es natürlich, erst gar keinen Stress aufkommen zu lassen. Allerdings gelingt mir das in der Realität nicht. Ich bin stolz darauf, dass ich es geschafft habe, den Stress soweit wie möglich zu minimieren.

In stressigen Situationen hilft es mir, gedanklich einen Schritt zurück zu treten und erstmal tief durchzuatmen. Oft reicht das schon, um die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und zu hinterfragen. Müssen wir uns wirklich so sehr beeilen, oder ist es auch in Ordnung, wenn wir 5 Minuten später kommen. Muss das Kinderzimmer wirklich jetzt komplett aufgeräumt werden, oder reicht es ein bisschen Ordnung zu machen und lieber dem müden Kind in der Zeit noch ein Buch vorzulesen? Muss die Wäsche unbedingt sofort gebügelt werden oder kann das bis morgen warten?

Viele Dinge sind dann gar nicht mehr so wichtig oder dringend, wie sie ausgesehen haben. Wenn wir tatsächlich pünktlich sein müssen, versuche ich so viel wie möglich vorzubereiten und genug Zeit einzuplanen. Das klappt meistens ganz gut.

Wenn ich doch mal sehr angespannt bin, wenn der Stress von innen kommt, dann versuche ich mich so gut es geht zu entspannen, z.B. mit einer Tasse Kaffee. Oder wir gehen zum Spielplatz, wo die Kinder beschäftigt sind und ich meinen Gedanken nachhängen kann. Was bei uns immer hilft, um Spannung abzubauen ist Lachen. Ich liebe es mit den Kindern über den Boden zu kugeln und gegenseitig zu kitzeln bis alle schreien vor Lachen. Oder albern sein, verrücktes Zeug erzählen, lustige Geschichten ausdenken und sich vor Lachen gar nicht mehr einkriegen. Ich hoffe, das sind die Momente, die meinen Kindern im Gedächtnis bleiben und an die sie sich später erinnern werden.

Wie ist das bei euch, habt ihr häufig stress? Was tut ihr dagegen?

Herzliche Grüße

eure Jani