Mal eben schnell….

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Mal eben schnell noch zum Supermarkt, spontan mit der besten Freundin im Café treffen, pünktlich zu einem Termin kommen…mit einem Kind ist das alles nicht mehr so einfach. Ich gebe mir wirklich Mühe damit meine Tochter und ich rechtzeitig fertig sind um bspw. pünktlich beim Kinderarzt zu sein oder eine bestimmte Straßenbahn zu erreichen. Da steht man dann gestriegelt und gebügelt abmarschbereit und genau in dem Moment in dem wir die Wohnung verlassen wollen BÄM! landet eine Kackplosion in der gerade frisch angelegten Windel!! Es ist ja nicht so als hätte ich meine Tochter nicht vor 10 Minuten erst abgehalten…Also nochmal ausziehen, saubermachen, anziehen und dann verspätet zum Termin kommen.

Bevor ich Mama wurde, war es mir immer wichtig zu bestimmten Terminen pünktlich zu erscheinen. Auch wenn ich bei Freunden eher unpünktlich war. Doch der geliebte Nachwuchs macht mir da einen fetten Strich durch die Rechnung. Daran habe ich mich auch nach knapp 5 Monaten noch nicht so richtig gewöhnt. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Also übe ich mich im entspannten Zuspätkommen. Es geht ja auch nicht anders. Ich muss es einfach akzeptieren. Es hilft weder mir noch meinem Baby wenn ich mich abhetze und stresse. Wenn ich gestresst bin, dann spürt dies auch mein Kind. Und dann wird es quengelig oder weint und will sich dann auch nicht an der Brust beruhigen lassen und das stresst mich dann, weil das Kind sollte ja was Trinken, um sich zu beruhigen….es ist ein Teufelskreis. Dann doch lieber Zen-mäßig später ankommen.

Was ist denn nun wichtiger:
Baby in der stinkigen Windel sitzen lassen und pünktlich ankommen? Oder lieber eine viertel Stunde später eintreffen, aber dafür mit einem zufriedenen Baby? Für mich ist Wahl klar: Alles, was mein Kind glücklich und zufrieden macht hat Priorität. Und ganz ehrlich, viele Menschen haben sogar Verständnis dafür, wenn man sich wegen seines Kindes (oder seiner Kinder) verspätet.

Und was die anderen Punkte angeht: Spontan ist halt nicht. Ich muss mir nun genau überlegen, was ich aus dem Supermarkt um die Ecke benötige. Und ob ich es wirklich benötige. Oder ob ich es jetzt unbedingt benötige. Lohnt es sich das Baby umzuschnallen, nur um 1 Würfel Butter zu kaufen oder schmeckt das Brot heute auch mal nur mit Käse.

Wie groß diese Umstellung ist, merkt man erst, wenn man mittendrin steckt. Aber man wächst an seinen Aufgaben. Und man wächst hinein ins Mama-/Papa-Sein.