Ich bin eine BAD MOM!

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Ich bin eine gute Mutter. Zumindest sagen das meine Kinder, meine Familie, mein Umfeld und ich halte mich auch für eine gute Mama.

-MITTLERWEILE-

Lange Zeit habe ich versucht alles perfekt zu machen. Ich wollte keine Fremdbetreuung für meine Kinder, kein TV, keinen Zucker, täglich 2 frischgekochte Mahlzeiten mit Zutaten vom Wochenmarkt, Förderung fürs Kind durch pädagogisch wertvolles Spielzeug, die Kleidung musste absolut rein sein, war ein Fleck auf dem T-Shirt, so wurde dieses direkt behandelt und falls er nicht verschwinden wollte, landete das Shirt in den Müll.
Ich saugte mehrmals täglich, Desinfektionsmittel war mein bester Freund, alles lief nach Plan und alles lief so, wie die Gesellschaft es von einer Mama erwartet.

Dabei vergaß ich niemals perfekt geschminkt und aufgehübscht zu sein und ein Lächeln auf den Lippen zu haben.

Und dann…. wurde ich ein zweites Mal Mama!
Schnell musste ich feststellen, dass zwei Kinder definitiv mehr Aufmerksamkeit benötigten als nur eines.

Ich kam ins rudern. MEIN Plan lief nicht….

Meine große Elisa war knappe 18 Monate als unsere kleine Olivia geboren wurde.

Elisa konnte sich zwar schon alleine beschäftigen, aber sie begann gerade erst richtig alleine zu laufen, die Welt zu erkunden und fand klettern besonders interessant.

Olivia war ein Schreikind. Ja sie schrie Tag und Nacht. Die Schwestern der Säuglingsstation bekundeten uns ihr Mitleid, als wir nach Hause entlassen wurden und wünschten mir viel Kraft.

Die ersten Tage waren der blanke Horror.
Mein kleines Baby verlangte alle 2 Std die Brust. Sie trank und trank und trank… und die große Tochter entdeckte immer mehr gefährliche Ecken während den Stillmahlzeiten ihrer Schwester.

Nach ein paar Tagen brach ich in Tränen aus… ich wollte dass alles perfekt lief…stattdessen war es einfach nur das pure Chaos!

Also… musste sich etwas ändern.

Ich und meine Einstellung zu gewissen Dingen änderten sich in dieser Zeit enorm.
Ich wurde lockerer. Ich lockerte meine eigenen Regeln.

So wurde eben der Haushalt einfach mal liegen oder Papa oder Oma saugten mal durch.
Das Tragetuch war unser ständiger Begleiter….. und somit fiel auch meine Kleidung sehr viel praktischer aus, als zuvor.
Geschminkt war ich nur noch, wenn wir wirklich etwas unternahmen.

Und ja…. manchmal beschäftigte ich meine große mit tollen Kindervideos auf dem Tablet.

Mittlerweile sind meine Kinder fast 3 und 2 Jahre alt.
Und die Lockerheit zu gewissen Themen ist geblieben.

Also oute ich mich:

– Meine Kinder dürfen TV und Videos auf dem Tablet schauen.
Nicht ständig und auch nur ausgewählte Sendungen. Aber sie dürfen es und lieben es.

– Meine Kinder dürfen Zucker essen.
Egal ob’s mal ein Stück Kuchen oder ein Kinderriegel ist. Ich sehe das bei weitem nicht mehr so eng wie noch vor ein paar Jahren. Sie ernähren sich ansonsten sehr gesund…. also gibt’s bei uns auch mal Leckereien.

– Wir kaufen im Supermarkt ein. Nicht beim Biobauern, nicht im Reformhaus oder ständig auf dem Wochenmarkt. Warum? Weil wir meist einen Wocheneinkauf machen und ich alles im Supermarkt bekomme. Mit 2 Kindern durch 5 Geschäfte ist mir zu viel Gehetze.

– Meine Kinder haben blinkende, tutende Plastikautos und lieben sie. Wir besitzen Plastikgemüse für die Spielküche und auch das wird heißgeliebt.

– Ich genieße es mal 10 Minuten Ruhe am Tag zu haben, weil sie an meinem Handy Fotos anschauen. Von sich, Papa, Mama, Oma oder Freunden.

– Kinderkleidung DARF Flecken haben. Auch wenn diese Sachen dann nur noch zu Hause oder zum malen getragen werden oder unter Matschkleidung im Herbst. Ich werfe nicht mehr jedes Shirt weg, aus dem der Tomatenfleck nicht raus geht.

– Ich mache nicht alles selbst. Egal ob es Brot ist oder die Feuchttücher, Pizza oder auch mal ne Soße aus der Tüte…ich kaufe es und nutze es.
Nicht täglich…. aber eben wenns mal schnell gehen muss… und ich habe kein schlechtes Gewissen dabei.

– Wir kaufen Kleidung auch nach gefallen und nicht nach Marken oder Bioqualität. Wenn mein Kind ein Kleidungsstück möchte, auf dem eine Kätzchenabbildung ist, dann ist das völlig in Ordnung für mich. Sie wachsen so unglaublich schnell aus allem heraus….
Ich bin keine Supermutter. Ich bin nicht Perfekt. Ich habe Fehler und mache auch welche.

Also oute ich mich….. als Bad Mom☺️ Und nein…. ich habe kein schlechtes Gewissen dabei!

Wie seht ihr das? Steckt auch ne Bad Mom in euch?

Herzlichst eure Tascha

4 Kommentare

  1. „…alles lief nach Plan und alles lief so, wie die Gesellschaft es von einer Mama erwartet….“
    Das ist mir jetzt schon zu anstrengend! Wir sind erst bei Kind Nr. 1. Un dich habe mir vorher keine Gedanken darüber gamcht, was irgeendwer von mir erwarten könnte. Dann würden diese Menschen ständig nur enttäuscht sein. Ich bin ein Dorfkind. Sagrotan ist ein Fremdwort für mich. Ich ziehe meinem Kind nicht mal zum Schlafen einen Schlafanzug an. Es behält einfach seinen Body und ggf. die Hose an. Ich mache das ja nicht anders. Warum sollte ich etwas mit meinem Kind machen oder womöglich noch erwarten, was ich selbst micht tue 😉

    Und ich schminke mich gern. Aber auch nur, wenn ich etwas unternehme. Wozu kunstvoll anmalen, wenn ich Freunde oder Familie besuche? Die wissen doch, wie ich ungeschminkt, ungeduscht oder mit verwuscheltem Haar ausehe 😀

  2. Ui, Respekt! Ich habe es schon beim ersten Kind nicht geschafft diese gesellschaftlich vorgeschriebene Perfektion zu erreichen 😅. Also durch und durch Bad Mom & mit Sicherheit mit irgendwann zweien noch eine Schippe mehr 😁

  3. Dazu kann ich nur sagen: Respekt, dass du es bis zum zweiten Kind geschafft hast, „perfekt“ zu sein 🙂 Ich bin mit einem schon so ausgelastet, dass ich viele meiner selbst aufgestellten Regeln längst über Bord geworfen hab – und das nach nicht mal 5 Monaten…

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