„Warum schreist du deine Kinder so an?“…

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… genau das werde ich zu dieser einen Mutter sagen. Diese eine Mutter, die mich rasend und wütend macht. Diese eine Mutter, für die ich einfach kein Verständnis mehr habe…..

Ich wollte nie, nie, nie darüber schreiben, wie andere Mütter mit ihren Kindern umgehen, weil ich finde, dass das einfach keinem zusteht, über andere Mamas zu urteilen.

Aber seit dieser Begegnung, die mich (und auch meine Tochter) fassungslos sein lässt, MUSS ich darüber schreiben.

Aber von vorne.

Es begann alles beim ersten Schwimmkurs meiner Tochter im letzten Jahr. Gleich vor der ersten Schwimmstunde fiel mir eine Mutter auf, die nicht wirklich freundlich mit ihren Kindern sprach und einen sehr genervten Eindruck auf mich machte. Da Hallenbad im Winter, mit dicken Klamotten, nicht so angenehm ist, dachte ich mir nichts dabei.

Jeder hat mal einen schlechten Tag und verhält sich seinen Kindern gegenüber mitunter etwas unfair.

Nach dem Schwimmkurs brüllte diese Mutter ihren Sohn an, nur weil er sich nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben einseifte beim Duschen. Die Tochter, die ebenfalls am Schwimmkurs teilnahm, wurde angemeckert einfach nur, weil sie überhaupt da war.

Ich musste schlucken, sagte aber nichts und suchte für mich nach Gründen, warum diese Mutter so mit ihren Kindern redet.

Beim Föhnen sprach mich dann eine Frau an, die das Gemecker und Gebrüll mitbekommen hatte. Sie fragte mich, ob dieser Umgang mit Kindern normal sei, sie fände das ganz schrecklich. Ihr sei aufgefallen wie liebevoll und auf Augenhöhe meine Tochter umgehen miteinander umgehen. Ich erzählte ihr, dass es auch bei mir nicht immer so ruhig wäre, und es auch bei mir Tage gibt, an denen ich eine „Motzkuh“ bin und bat quasi um Verständnis für diese Mutter (auch wenn es mir ehrlich gesagt den Magen umdrehte, zu hören, wie kalt diese Mutter zu ihren Kindern war).

Lange Rede, kurzer Sinn:

Mein Hoffen auf Besserung wurde nicht erfüllt, es war JEDEN Donnerstag im Schwimmkurs so! Einmal drohte sie ihrem Sohn sogar Schläge an, nur weil er  nicht schnell genug angezogen war.

Und ja, ich schäme mich, dass ich nichts gesagt habe!

Ca. 3 Monate später trafen wir erneut auf diese Mutter. Dieses Mal beim Kinderarzt.

Es war genauso wie im Schwimmkurs! Sie meckerte die Tochter an, weil sie etwas von den Hausaufgaben nicht wusste, brüllte den Sohn an, weil er ein Croissant wollte und sie keines hatte usw.

Als ich mit meinen Kindern ins Behandlungszimmer gerufen wurde, fragte ich die Arzthelferin, ob sie diese Familie kennen würde, da ich das Verhalten dieser Mutter nicht in Ordnung finde.

Ja, das sei bekannt, die Mutter sei immer so. Hm.

Ich dachte mir meinen Teil und wundere mich noch heute, warum da von Seiten der Praxis nichts getan wird und offenbar die Mutter noch nicht einmal darauf angesprochen wird.

Nun ist es so, dass wir jetzt, im aktuellen Schwimmkurs, schon wieder auf diese Mama mit ihren beiden Kindern treffen und was soll ich schreiben?? Es ist noch immer so. Vielleicht sogar  noch schlimmer als zuvor. Ich hätte mir am liebsten die Ohren zugehalten und wünschte mich weit weg!

Als diese Mutter das Schwimmbad bereits verlassen hatte, meinte meine Tochter zu mir: „Mama, das ist doch diese Mama, die wir schon so oft gesehen hatten, die immer nur mit ihren Kindern schimpft. Die haben wir doch auch beim Kinderarzt getroffen. Wie gut, dass du nicht so bist.“

Mein Herz blutet in solchen Situationen.

Beim Einschlafen fragte meine Tochter dann aus heiterem Himmel: „Mama, glaubst du, diese Mama hat ihre Kinder überhaupt lieb? Ich glaube nicht, sonst wäre sie doch nicht so gemein!“

Das gab für mich den Ausschlag. Ich werde diese Mama das nächste Mal ansprechen!

So wie ich diese Mama einschätze, wird sie dann zwar MICH anbrüllen, aber ich glaube, ich bin es ihren und auch meinen Kindern schuldig, den Mund aufzumachen und nicht nur zuzuschauen.

Wie seht ihr das?  Würdet ihr euch einmischen oder nichts sagen?

Liebe Grüße

Eure Nadine

7 Kommentare

  1. Also wenn du wirklich etwas verändern und denn Kindern helfen willst, müsstest Du vermutlich versuchen Dich mit der Dame anzufreunden, herauszufinden warum sie so ist und auf eine wirklich günstige Gelegenheit warten ihr zu vermitteln wie viel schöner es ohne dauergemecker sein kann. oder sie merkt es von selbst wenn sie dich mit deiner Tochter sieht. Aber zugegeben: Ich hätte keinen Bock mich mit der abzugeben 😉 Bin auch gespannt wie es weitergeht.

    • Wie du richtig erkannt hast, möchte ich mich tatsächlich nicht mit dieser Mama anfreunden 😉
      Ich versuche, diplomatisch zu sein 😉

      LG Nadine

  2. Ich habe mal einen blogg-Artikel gelesen, in dem die Autorin berichtete, sie würde in solchen Fällen nicht die Eltern, sondern die Kinder ansprechen. Das machte für mich in dem Moment total viel Sinn. Leider kann ich mich nur noch schwach erinnern und finde den Artikel nicht wieder.
    Die Mutter aggressiv, anklagen oder vorwurfsvoll anzusprechen halte ich für wenig sinnvoll.
    Schockierend finde ich die Tatsache, dass Praxismitarbeiter sich über Patienten äußern…..

  3. Nun, die Praxismitarbeiter haben sich ja nicht wirklich geäußert. Sie haben nur meine Frage beantwortet.
    Vorwurfsvoll und anklagend möchte ich nicht entgegen treten, auf keinen Fall, aber es wird schwer sein, das gebe ich zu.

    LG Nadine

  4. Frage Sie!
    Dann nutze den Überraschungsmoment um weiter auszuführen. „Wissen Sie, meine Tochter hat mich genau das gefragt. Und ich konnte ihr nicht antworten. Danach habe ich darauf geachtet und- sie hat Recht und seither frage ich mich woran das liegt?!“

  5. Sprich die an, aber eher auf die Schiene, dass sie so oft gestresst wirkt. Evtl. Hat sie eine doofe Lebenssituation. Weshalb ihr alles über den Kopf steigt. Vielleicht weiß sie es aber auch einfach nicht besser (kann nicht aus bekannten Mustern raus) auf jeden Fall versuch es nicht auf die du bist bösartig Schiene.

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