Welch herrlich Mutterleben- immer Zeit und keine Verpflichtungen! ?

annika-eltern-sein

Als ich Mutter wurde, begrenzte sich mein Freundeskreis auf Nicht- Eltern.

Und das sogar über mehrere Jahre.

Ganz interessant war es für mich, die Sichtweisen meiner „Nicht-Eltern-Freunde“ kennenzulernen.

Es ist echt faszinierend, wie sich die Sichtweise durch Kinder ändert und wie man sich plötzlich über Sachen Gedanken macht, an die man als Kinderlose nicht ansatzweise denkt.

So kennt zum Beispiel jeder, der Kinder hat die Situation, wenn er heimlich im hinteren Eck steht und sich einen Schokoriegel fast ganz in den Mund steckt. Hört man dann Kindertapsen, fühlt man sich wie früher als Kind, beim Verstecken spielen.

Dann gab es da  eine Situation, bei der ich mich mit meinen zwei Freundinnen unterhielt. Die eine meinte ganz entsetzt, sie habe gelesen, dass man bei der Geburt nicht mal seinen Stuhlgang steuern könne und sie hoffe, dass ihr nie ein Missgeschick passiert… ich musste dann echt lachen,  und dass ich einen Magen-Darm-Infekt während der Geburt meines Sohnes hatte, ließ sie fast vom Stuhl kippen. 🙊

Dann gibt es noch die Fraktion, die ständig Anspielungen auf das Hausfrau- und Mutterleben machen. Bin ich mal aus, wundern sie sich, dass man nicht bis in die Puppen bleibt. „Mama muss schließlich am nächsten Morgen nicht auf Arbeit sein“. Oder sie heulen einem die Ohren voll, wie stressig sie es doch haben. Und wie redlich sie sich das Wochenende verdient haben. Und wie gut man es als Mutter doch hat- immer frei.

Nein, ich verurteile meine Freunde deswegen nicht- ich liebe sie trotzdem.

Und ich lasse mich durch solche Aussagen auch nicht ärgern.

Ich freue mich einfach, dass höchstwahrscheinlich die meisten selber noch in meine Situation kommen und dann merken werden, was Eltern sein eigentlich bedeutet.
Denn dann wird sich auch ganz automatisch ihre Sichtweise ändern, so wie es bei mir damals war.

Wie war das bei euch? Habt ihr auch gemerkt, wie sich eure Sichtweise ändert?

Eure Annika

2 Kommentare

  1. Ich hätte auch nicht gedacht, wie sehr sich die Sichtweise ändern kann, „nur“ weil man ein Kind bekommt. Es hat mich sehr gefreut, dass eine gute Freundin von mir es wirklich zu schätzen wusste, dass wir einmal zusammen abends weggehen konnten. Denn sie wusste, dass die Koordination nicht so leicht ist, obwohl sie keine Kinder hat 🙂

    Vor ein paar Wochen sah ich im Drogeriemarkt einen Vater mit einem unglaublich dicken Jungen. Der war so dick, dass ihm die größte Windelgröße nicht richtig passte. Früher hätte ich womöglich in mich hinein gelächelt…aber nun hat mich dieser Anblick so getroffen! Es tat mir weh, obwohl es nciht mein Kind war. Warum war er so dick? Wird er falsch ernährt? Ist er vielleicht krank? Und dann hievte ihn sein Vater in den Buggy,obwohl der Junge eigentlich rumlaufen wollte. Un dich dachte nur: Bitte lass ihn laufen… 🙁

  2. Ich glaube diese sichtweise kennt jeder : ein 2-3 jähriger der im geschäft eine Szene aus dem Exorzisten spielt.. Ohne Kinder dachte ich immer :“mensch das arme kind“ heute denke ich „die arme mutter“ 😉

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