AP – Wieso wir uns dazu entschieden haben und welche Vorteile wir daraus ziehen

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Wenn ich Außenstehenden von unserem „Erziehungsmodell“ erzähle, kommt es nicht selten vor, dass ich Blicke voller Unverständnis ernte.
Es fällt in der heutigen Zeit vielen schwer zu verstehen, wieso man sich für diese Richtung entscheidet, wo doch schon in der Schwangerschaft zu anderem geraten wird.
Aber wie kommt man auf die Idee, sich gegen alle Ratschläge der Krankenschwestern, Hebammen und gar Ärzte zu stellen?

Nun ja, das ist im Prinzip ganz einfach:

„Beziehung statt Erziehung.“

Ich finde diese 3 Worte haben eine unglaubliche Aussagekraft!
Man muss sie nur erstmal richtig auf sich wirken lassen.

Wir haben uns als Familie dazu entschieden eine gute Beziehung untereinander aufzubauen und zu führen, weil es für uns das Wichtigste ist.
Für mich als Mutter steht mein Kind ganz klar an erster Stelle, und dazu gehören auch ihre Bedürfnisse. Es spielt keine Rolle wie klein die Kinder sind, alle haben sie ihre Bedürfnisse und können ihnen Ausdruck verleihen.
Angefangen beim Stillen nach Bedarf, bis hin zum Da-Sein, möchte ich meiner Tochter das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Sie soll sich in keiner Situation alleine oder unverstanden fühlen. Ein Kind ist genauso ein Individuum wie ein erwachsener Mensch und ich bin der Meinung, man sollte hier keine Unterschiede einräumen, schon gar nicht wenn es um Gefühle geht.
Ich handhabe das auch ganz einfach, ich brauche hierzu keine Lektüre oder Anleitung, wie ich jetzt genau „AP zu erziehen habe“, sondern höre schlicht und ergreifend auf mein Bauchgefühl.

Wie möchte ich behandelt werden? – Genau so behandele ich mein Kind auch.

Dabei gibt es für mich keinen Unterschied, weil diese Beziehung zwischen uns auf Vertrauen und vor allem auf Respekt basiert. Wenn ich ihre Gefühle nicht respektieren kann, kann ich auch nicht ihr Vertrauen gewinnen. Deswegen setze ich auch das Wort „Erziehung“ bewusst in Anführungszeichen, weil ich es falsch gewählt finde. Ich möchte mein Kind nicht in irgendeine Richtung schubsen, ich möchte das es seinen eigenen Weg findet und werde es gut es mir möglich ist bei diesem Weg begleiten, ohne ihn dabei vorzugeben.

Bei uns gibt es daher auch keine festen Regeln, momentan ist das vielleicht noch einfach, weil sie noch so klein ist. Aber auch später, soll es so weitergeführt werden. Alleine diese Aussage bringt viele Eltern dazu gar nicht erst weiter zuzuhören. Ohne Regeln? Wie soll dass den funktionieren? Das Kind tanzt einem auf der Nase rum und macht was es will? Solche Fragen sind natürlich berechtigt und trotzdem bringen sie mich jedesmal aufs Neue zum schmunzeln.„Hauptsache es tanzt.“, denke ich mir ganz für mich selbst und schaue meine Tochter an, wie sie mir fröhlich brabbelnd am Hosenbein zieht, um daraufhin von mir auf den Arm genommen zu werden. Betretenes Schweigen auf der Seite meines Gegenübers.

 

Ich reflektiere auch sehr gerne, wenn dieses Thema aufkommt.

WIR LEBEN REGELN VOR! 

Ein Kind lernt durch nachahmen und durch Vorbilder, Genauso entstehen unsere natürliche Regeln.

Man muss sich fragen, wie man seine Handlung bei sich selbst finden würde.

Persönlich, würde ich nicht gerne alleine schlafen und kann es ehrlich gesagt auch gar nicht. Die meisten von uns schlafen neben ihrem Partner im Ehebett, müssen nachts wenn sie aufwachen (aus welchen Gründen auch immer) nicht alleine sein, sondern können sich wohl behütet an jemanden, den sie lieben kuscheln und friedlich weiter schlafen. Wieso sollte unser Baby dann alleine schlafen und vor allem aufwachen müssen? Oder wer möchte nicht ernst genommen werden, wenn er traurig ist, wenn ihm etwas weh tut oder etwas in dem Moment einfach nicht passt ? Wie würdet ihr euch selbst in dieser Situation fühlen, wenn ihr mit diesen Gefühlen alleine gelassen werdet, wohlmöglich noch mit Tränen und Wut im Bauch?

Das ist der einer der Gründe, wieso ich nicht schreien lasse. Sie schreien nämlich nicht ohne Grund, oder um uns zu ärgern. Es steckt immer etwas dahinter, sei es nur weil sie unsere Nähe brauchen. Und auch oder gerade weil die Nähe Mutter / Vater und Kind gut tut, trage ich. Nicht, weil ich wir uns keinen Kinderwagen leisten können, oder „nicht loslassen können“, (wie leider viele Vorschnell Urteilen) sondern weil Nähe, gerade in ungewohnten Situationen wieder ein Gefühl von Geborgenheit gibt. Sie wissen, sie sind nicht alleine in zB einer neuen Umgebung, sondern wir sind da. Es gibt keinen Anlass sie irgendwelche Ängste oder andere schlechte Gefühle durchstehen zu lassen, sondern das Beste ist immer die Begleitung von uns Eltern.

Welche Vorteile sich daraus ziehen lassen, ist vermutlich schon herauszulesen. Trotzdem sind sie nochmal erwähnenswert:

Ich habe ein entspanntes Kind, das mir und somit auch sich selbst vertraut. Das lernt seine Gefühle offen zu zeigen und weiß, es wird erst genommen und verstanden.  Es fühlt sich frei genug seine eigenen Erfahrungen zu machen und hat keine Angst davor alleine das Erlebte und erlernte verarbeiten zu müssen.

Wir haben eine erfüllte Beziehung zueinander und wissen auch schwierige Situationen gemeinsam zu bewältigen.

Ich kann es wirklich nur jedem Nahe legen – Und reicht das nicht, reicht eine kleine, winzig kleine Sekunde inne zu halten und in sich zu horchen – Dort findet man den (Mutter)instinkt.

Alles Liebe,

Eure Leslie

3 Kommentare

  1. Sehr schön! So, und nicht anders sollte man mit seinen Kindern umgehen. Wir gehen ganz genauso mit unserer Tochter um und wollen es auch bei jedem weiteren Kind so handhaben 🙂

  2. Meinst du in der Überschrift Vorteile? Da ist wohl ein Tippfehler. Den Artikel und die Sichtweise finde ich interessant, leider hat man es nicht immer leicht wenn man nicht den üblichen Weg geht. Nicht beirren lassen finde ich am besten, das klingt wirklich toll und liebevoll bei euch. LG

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