DU bist überfordert!

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Dieser Vorwurf oder die Aussage, wie es auch gerne genannt wird, kennt bestimmt jede Mutter nur zu gut. Wenn mir dieser Vorwurf noch einmal an den Kopf geworfen wird, bekommt mein Gegenüber für dieses Statement meinen unmanikürten und unlakierten Mittelfinger mitten ins Gesicht gehalten.

Ich bitte nicht um Verzeihung für diesen Ausbruch, denn schließlich sagt auch keiner zu mir Entschuldigung, wenn er mir so einen Hammer zwischen die Beine wirft.

Was denken sich Menschen bei solchen Aussagen? Haben diese Personen wirklich kein bisschen Taktgefühl und Anstand?

Es soll erst einmal jemand eine Meile in meinen Schuhen laufen, bevor er sich anmaßt zu sagen „Du bist überfordert!“.

Seien wir doch mal ehrlich, solche qualitativ hochwertigen Aussagen kommen meistens von sehr kompetenten und erfahrenen Menschen in Punkto Kindererziehung. Menschen, Freunde, Bekannte und Verwandte, die KEINE Kinder haben 🙄… Es ist bekanntlich so, dass jeder etwas zur Kindererziehung und der Belastung von Eltern sagen kann. Am allerbesten wissen immer die Menschen Bescheid, die keine Kinder haben.

Ich habe ein Kind. Ich bin Mama.

Ich beende zur Zeit meine Ausbildung, bin also zusätzlich zum Muttersein, eine berufstätige Frau, mit einer 41 Stundenwoche. Zwei Vollzeitjobs, die alles von einem abverlangen.

Und zu guter Letzt bin ich eine junge Frau und habe den Wunsch für mich Zeit zu haben: Ich möchte ein Buch lesen, zum Friseur gehen, Sport machen oder mich schlicht und einfach mit Freunden verabreden.

 

Ich finde, allein Mutter zu sein und zu arbeiten, ist eine wahnsinnige Herausforderung. Dazu noch alle anderen Belastungen… wer wäre da nicht überfordert?

Ein Kind hat viele Bedürfnisse: Wickeln, Anziehen und Baden fallen in den Tätigkeitsbereich einer Mama. Kleider müssen gewaschen, Tränen getrocknet, Verletzungen versorgt werden und noch so vieles mehr. Das ist nur ein Bruchteil der Aufgaben, die von einer Mama erwartet werden.

 

Bei genauerem Betrachten wird schnell ersichtlich, dass ganz klar immer jemand auf der Strecke bleibt, bei dieser Aufgabenlast. Und oft sind es die Mamis, da man nicht möchte, dass das Kind derjenige ist, der den kürzeren ziehen muss.

 

Aber ich glaube, was mich wirklich über alle Maßen ärgert an dieser lapidar daher gesagten Feststellung, ist die Tatsache, dass es so wenig gewürdigt wird, was man als Mutter alles leistet. Seien es die schlaflosen Nächte wegen Zahnschmerzen, Erkrankungen oder schlichtweg Reizüberflutung. Für mich als Mama ist es selbstverständlich mein Kind stundenlang durch die Nacht zu tragen und zum Zombie zu mutieren.

Wir Mamas opfern so viel für unsere Kinder. Wir machen es gerne und aus Liebe. Mit all diesen Tatsachen im Hinterkopf ein „Du bist überfordert“ an den Kopf geworfen zu bekommen, ist ein Schlag, eine schallenden Ohrfeige, ins Gesicht!

Was sehen die Menschen, die sich das anmaßen denn wirklich von dem was wir tagtäglich leisten? Einen kleinen Ausschnitt, ein Bruchstück von unserem Mama sein. Sie schauen durch ein kleines begrenztes Fenster auf unser Leben und sind der Überzeugung ein komplettes Bild unserer „Mamawirklichkeit“ zu haben.

Und natürlich ist man als Mutter oft an seiner Belastungsgrenze und ohne Frage in vielen Situationen überfordert. Das weiß jede Mutter nur zu gut. Irgendwann reißt uns der Geduldsfaden.

Doch wir können es zugeben und um Hilfe bitten. Zumindest hoffe ich das für jede Mama.

Es ist mutig und zeugt von Charakter sagen zu können, dass man Hilfe braucht und nicht weiter weiß, da man überfordert ist.

 

Also: „Ja, ich bin überfordert!!!!“ Mal mehr und mal weniger.

ABER es steht niemandem zu, eine solche anmaßende Aussage mir gegenüber zu äußern!!!!

DENN in vielen Situationen bin ich äußerst souverän und Herrin der Anlage. Ich kontrolliere meine Emotionen und versuche mein Kind zu verstehen und mit endloser Geduld zum 1000. Mal zu sagen, dass er den Wassernapf unserer Hunde nicht ausschütten darf.

 

Leider oder zum Glück gibt es keinen Generalfahrplan im Umgang mit Kindern. Jeder dieser kleinen Menschen ist so einzigartig und besonders, dass man nicht nach Schema F für alle verfahren kann.

Wir, als Mamas, lieben sie. Wir, als Mamas, versuchen all ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Wir, als Mamas, tragen und begleiten unsere Kinder durchs ganze Leben.

 

Und manchmal, aber nur manchmal überfordert es uns, als Mamas, unsere Kinder so zu lieben, wie sie es gerade brauchen.

 

Eure

Vanessa 💋