Mein Kind geht in die Krippe – und das ist gut so

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Fremdbetreuung, ein Wort, das zur Zeit viel benutzt wird. Und ein Wort, bei dem ich wirklich sauer werde. Würdet ihr euer Kind einem Fremden überlassen? Nein? Ich auch nicht! Trotzdem: Mein Kind geht in die Krippe. Aber nicht zu Fremden, sondern zu ihren Erzieherinnen. Zwei wunderbaren, herzlichen Frauen, die sie sehr gerne mag.

Wir hatten eine intensive und sehr gute Eingewöhnung. In dieser Zeit konnten alle behutsam eine Beziehung zueinander aufbauen. Meine Tochter kennt ihre Erzieherin, freut sich auf sie und lässt sich von ihr trösten. Umgekehrt kennt auch die Erzieherin meine Tochter gut. Obwohl sie noch nicht viel spricht, versteht ihre Erzieherin die Körpersprache und ihre Signale. Sie weiß, wie sie sich gut trösten lässt und was sie gerne spielt. Die Erzieherinnen ihrer Gruppe sind alles andere als Fremde, sie sind weitere Bezugspersonen, die sie ein Stück in ihrem Leben begleiten und unterstützen, wo sie Unterstützung möchte.

In diesem Kindergarten wird sehr bedürfnisorientiert gearbeitet und das war für mich besonders wichtig. Wenn ein Kind müde ist, wird es schlafen gelegt und wenn es Hunger hat, bekommt es etwas zu essen. Fern ab von festgelegten Zeiten, an die sich alle zu halten haben. Die Erzieher beobachten sehr genau, was ein Kind wann braucht und bekommen den Spagat hin, allen gerecht zu werden. In der Einrichtung herrscht eine freundliche Stimmung und man fühlt sich jederzeit willkommen. Die Kinder bewegen sich sicher und meist gut gelaunt durch die Räume und es macht Spaß, ihnen dabei zu zuschauen.

Für uns stand fest, dass ich nach einem Jahr Elternzeit, spätestens anderthalb, wieder arbeiten gehen muss. Ich habe die Zeit zu Hause mit meinen Kindern sehr genossen und es war schön, Hausfrau und Mutter zu sein. Dank meiner Mädels kam da nie Langeweile auf, ich war zufrieden. Deshalb fand ich es am Anfang sehr schade, wieder arbeiten zu gehen. Für mich hätte es auch noch eine Zeitlang so weiter gehen können. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert. Außerdem weiß ich, wie sehr Kinder von der Betreuung in einer guten Krippe profitieren können. Ich bin selbst Erzieherin und habe schon so viele kleine Kinder ein Stück ihres Lebens begleiten dürfen und bin immer wieder verzaubert von diesen wunderbaren Erfahrungen. Für Kinder ist es wichtig, mit anderen Kindern zusammen zu sein. Und das nicht nur eine Stunde auf dem Spielplatz, wo Mama jederzeit dabei ist und aufpasst, dass keiner dem Kind die Schippe klaut. In der Krippe erleben sie sich als Teil einer festen Gruppe, sie sehen ihre Spielkameraden jeden Tag. Und es ist ein bisschen so, wie in einer Familie, man mag nicht immer alle, aber man lernt mit ihnen und ihren Eigenarten zu Recht zu kommen und sich zu arrangieren. In der Sicherheit der Gruppe können soziale Fähigkeiten ausgebildet werden und die Kinder kommunizieren miteinander. Kinder lernen das meiste durch Nachahmung und zwar am ehesten von anderen Kindern. Sie erfahren, dass es mehrere verlässliche Bezugspersonen gibt und gehen neue Beziehungen ein. Diese Liste könnte ich noch um einiges erweitern, aber ich belasse es mal dabei. 😉 Natürlich sind das Dinge, die Kinder auch in der Familie oder in einer Krabbelgruppe lernen können, allerdings ist die Krippe für mich der Ort, an dem das am intensivsten möglich ist.

Sollte jedes Kind in die Krippe gehen? Nein! Ich finde, dass jede Mutter und jeder Vater ganz allein für sich entscheiden sollte, wann sie ihr Kind in die Krippe, den Kindergarten oder zu einer Tagesmutter geben. Manche Kinder gehen gern in die Krippe und brauchen den Trubel und die Action im Kindergarten. Anderen Kindern ist das möglicherweise zu viel und sie fühlen sich nicht wohl, dann sollten sie auch nicht gehen müssen. Manche Mütter möchten oder müssen wieder arbeiten gehen, andere wollen so lange wie möglich zu Hause bleiben. Ist irgendetwas davon besser oder schlechter als das andere? Nein! Es steht uns nicht zu, über andere zu urteilen, nur weil sie einen anderen Weg gehen, als wir das tun. Jedes Elternteil liebt sein Kind und möchte das bestmögliche für den Sohn oder die Tochter. Eine Bekannte fragte mich schon mehrmals, ob ich keine schlechtes Gewissen habe, weil meine Tochter in die Krippe geht. Beim ersten mal war ich ein bisschen sauer über diese Frage. Sollte ich eine schlechtes Gewissen haben? Mache ich etwas, dass meiner Tochter schadet? Als sie mir die Frage noch zweimal gestellt hat, habe ich gemerkt, dass ist nicht mein Thema, sondern ihres. Sie hat sich damals sehr schwer getan, ihren Sohn in die Kita gehen zu lassen und konnte sich wohl einfach nicht vorstellen, dass mir das nicht schwer fiel. Ich habe tatsächlich kein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass es meiner Tochter gut geht. Sie krabbelt morgens freudestrahlend in die Gruppe oder auf den Schoß ihrer Erzieherin. Und mittags hole ich ein gut gelauntes uns zufriedenes Kind ab. Ich weiß, dass wir mit unserer Krippe riesengroßes Glück gehabt haben und ich würde mir wünsche, dass alle Krippen diese Qualitätsstandards erfüllen.

Bei diesen ganzen Diskussionen sollte es nicht nur schwarz oder weiß geben, nicht nur ja oder nein. Jeder hat das Recht, sein Leben so zu gestalten, wie er möchte und niemand braucht sich vor anderen, meist Fremden, zu rechtfertigen. Ich finde, wir Mütter sollten uns viel mehr unterstützen, anstatt von oben auf andere herab zu sehen, weil sie in ihrem Leben andere Entscheidungen getroffen haben. “Bevor man urteilt über mich oder mein Leben, lauft einen Stück meines Weges mit mir in meinen Schuhen mit”

Wie ist es bei euch” Sagt Ihr “Mein Kind geht in die Krippe” oder “Ich betreue mein Kind zuhause” ? Schreibt uns eure Geschichte

Herzliche Grüße

Jani

Hinweis: Dies ist der Folgeartikel, zu unserem Artikel “Kita, erst ab 3” aus unserer Kita Reihe

1 Kommentar

  1. “Ich finde, wir Mütter sollten uns viel mehr unterstützen, anstatt von oben auf andere herab zu sehen, weil sie in ihrem Leben andere Entscheidungen getroffen haben.” *MOM-BASHING*

    Ja, da hast du Recht! Je nach dem wie es bei uns läuft, wird mein Kind um ihren 1. geburtstag herum in die Krippe gehen müssen. Wir haben nur ein Jahr Elternzeit genommen. Ich glaube, dass es ihr an sich dort gut gefallen würde. Ich war damals gern in der Krippe 😉
    Allerdings wäre ich auch nicht traurig, könnte ich länger bei ihr bleiben….

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