Danke, Mama!

 

foto_danke-mama

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei der wichtigsten Frau in meinem Leben zu bedanken: Danke, Mama!

Fast täglich lese ich sogenannte „Jammer-Posts“ von anderen Müttern. Sie beklagen sich über ihre Mütter oder andere Verwandte, nahestehende Familienmitglieder, die in irgendeiner Weise ein Problem mit dem Erziehungsstil ihrer Verwandten haben.

Wie lange willst du denn noch stillen?“
„Das Kind muss im eigenen Bett schlafen. Besser jetzt sofort, sonst lernt es das nie!“
„Dein Kind ist schon 4 Monate alt, du musst ihm Brei geben!“
„Wenn du dein Kind so viel herumträgst und stillst, dann verwöhnst du es nur!“

Und da kommt mir eine Frage auf:
Haben diese Mütter wirklich so wenig Vertrauen in ihre Töchter, dass sie ihnen nicht die „Aufzucht“ der eigenen Kinder zutrauen? Ich finde so ein übergriffiges Verhalten ist unglaublich respektlos.

Ich war immer der Meinung, dass man seine Kinder so gut es geht aufzieht bis sie eines Tages das Elternhaus verlassen und dann darauf vertraut, dass sie ihren eigenen Weg gehen werden. Zumindest habe ich es so von Zuhause mitbekommen. Meine Mutter hat mir nie das Gefühl gegeben, dass sie an einem meiner Wege Zweifel hatte. Sie fand ganz sicher nicht alle meine Entscheidungen gut. Aber es waren nicht ihre Entscheidungen, sondern meine. Sie hat meine Schwester und mich mit Liebe und ganz viel Geduld großgezogen. Gerade letzteres hat sie gebraucht, denn wir waren laute, wilde Kinder. Schwer zu bändigen. Aber sie hat es geschafft. Ganz alleine. Obwohl kaum Geld da war, hat es uns nie an irgendetwas gefehlt. Für unsere Mutter standen wir immer an erster Stelle. Niemals hat sie uns das Gefühl gegeben, wir wären unerwünscht oder würden sie stören. Auch wenn sie sicher gern mal die Tür hinter sich zugeschlagen hätte, um 5 Minuten Ruhe zu haben, steht ihre Tür bis heute jederzeit für uns offen.

Auch wenn sie wirklich gut kochen kann, hat sie es eigentlich nie gern getan. Doch für uns schon. Bis heute kocht sie unsere Lieblingsspeisen wie Soljanka, Königsberger Klopse, oder „Kindheitsnudeln“. Wenn es früher Reis gab, hat sie den noch warmen Reis in eine Bärchenform gefüllt und auf den Teller gestürzt. Es gab dann Bärchen-Reis.

So wünsche ich es mir auch für meine Kinder. Sie sollen später gern zu mir kommen wollen und ich koche ihnen ihr Lieblingsessen. Ich möchte auch mal der wichtigste Ansprechpartner für meine Kinder sein. Bis heute telefoniere ich manchmal mehrmals pro Woche mit meiner Mama. Noch nie hat sie gesagt, ich solle nicht so häufig anrufen. Noch nie hat sie gesagt, sie hätte keine Zeit für mich. Sie hätte jedes Recht dies zu sagen. Denn meine Mama hat einen Vollzeitjob, singt im Chor und spielt Theater. Alles g,leichzeitig.

Alle meine guten Eigenschaften habe ich von ihr. Auch Selbstvertrauen gehört dazu. Ich vertraue mir selbst in meinem Handeln und in meinen Entscheidungen, weil meine Mama mir vertraut.

Das merke ich besonders, seit dem ich selbst Mutter bin. Von Anfang an hatte meine Mama vollstes Vertrauen in meinen bedürfnisorientierten Erziehungsstil. Sie hat keinerlei Bedenken an der Art und Weise, wie ich mit meiner Tochter umgehe. Sie zweifelt nicht daran, dass ich es schon schaffen werde. Ganz gleich, welche fantastische Idee mir in den Sinn kommt – es wird schon richtig sein. Ob es ums Stillen, Tragen, Familienbett oder Baby-led Weaning geht, sie respektiert jede meiner Entscheidungen. Und genau dafür möchte ich mich bei ihr bedanken.

Danke Mama, dass du mir das Leben geschenkt!
Danke Mama, dass du bist wie du bist!
Danke Mama, dass du immer für mich und meine Schwester da bist!
Danke Mama, dass du mir dein Vertrauen schenkst!
Danke Mama, dass ich meinen eigenen Weg gehen darf!

Du bist eine wirklich gute Mutter und nun auch eine tolle Omi für meine kleine Tochter. Ich liebe dich! Deine Anke