Die Angst ums Kind

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Angst – ein Tabuthema unserer Zeit. Gerade deshalb wird von vielen Seiten gezielt damit gespielt. Es wird als Schwäche, Inkompetenz oder Überforderung gewertet. Ist es das wirklich? – Nein! Ängste sind natürlich und gut, sie haben einen Sinn. Viele von ihnen sind tief in uns verwurzelt und bewahren uns vor Schaden. Bereits als werdende Eltern wird begonnen systematisch mit den Ängsten zu spielen, einerseits aus Profitgier, andererseits aus einem falschen Sicherheitsbewusstsein unter dem Motto „Das darf nicht passieren“ oder „dagegen muss ich mich absichern“

Die Angst ums Kind, so nützlich sie ist, um das Kleine zu schützen, so wirkungsvoll ist sie auch junge Mütter Bzw Eltern zu verunsichern. Es beginnt mit dem positiven Schwangerschaftstest. „In den ersten 12 Wochen kann viel passieren, sagen sie es ihrer Familie besser nicht zu früh“, „Möchten Sie die Zusatzleistung xy?“, „Denken sie an die Nackenfaltenmessung, wir sollten Fehlbildungen ausschließen!“, „Kennen sie schon unsere Ultraschallflatrate? Dann kann ich sie besser kontrollieren“ usw.

Mit solchen Sätzen wird eine Schwangere konfrontiert und es ist erst der Anfang. Kein Märchen ist so grausam, wie die Erzählungen von anderen Müttern. „Ich hab nur gekotzt“, „Ich hatte vorzeitige Wehen“ – so schlimm diese Dinge auch sind, wir haben sie selbst erlebt, erwähnen wir diese Dinge bewusst nicht. Gerne lassen wir die werdende Mutter soweit es geht in ihrer fluffigen Schwangerschaftswelt ein wenig verweilen. Dr. Google und Co sorgen schon noch früh genug für erste Zweifel.

Kaum ist die „kritische“ Marke von 11+6 überschritten, man glaubt etwas aufatmen zu können, wird das Kind dank Ultraschall Flatrate alle 4 Wochen vermessen. „Nehmen Sie Ihre Vitamine und Folsäure noch? Das ist wichtig fürs Hirn“, es lebe die Schleichwerbung der Nahrungsergänzungsmittel. „Denken Sie bitte im Besonderen an Ihre Ernährung, keine Light Produkte, Koffein, Rohwurst, bestimmte Milchprodukte…“
Tests über Tests – natürlich ist es sinnvoll, natürlich können wir froh sein heute vieles zu wissen und einen gewissen Lebensstandard erreicht zu haben. Leider wird es übertrieben, aus Angst haftbar zu sein, aus Angst Fehler zu machen, aus Angst, es könnte etwas passieren.

„Gehen Sie zur Geburtsplanung?“ „Wenn sie normal entbinden wollen müssen wir noch x Bluttests machen, sonst dürfen sie eventuell nicht in die Wanne.“

Angst – Angst es könnte doch noch etwas passieren in letzter Minute. Zweifel kommen auf, traue ich mir eine natürliche Geburt zu? Ist ein Kaiserschnitt doch sicherer? Die ganzen Komplikationen? – eine werdende Mutter wird in tiefe Verunsicherung gestürzt. Was-Wenn?

Puh, geschafft das Kind ist da – Moment wo ist es? Es wird untersucht.. gibt es doch Fehlbildungen? Schnell noch wichtige Vitamine verabreichen, messen, wiegen und am Tag darauf Reflexe testen. Hat das Kind vlt eine tödliche Erbkrankheit? In 3 Wochen erhält man das Ergebnis – ein Alltraum für Eltern.
„Benutzen Sie einen Schlafsack und keine Decke, das schützt vor dem plötzlichen Kindstod. Gut lüften und nicht ins Elternbett“ sagte die Kinderschwester während sie mein Kind im stickigen überheizten Zimmer der Geburtsstation, in eine Plastikwanne aka Kinderbett mit einem dicken Daunenkopfkissen als Decke legte.

Das Wunder der Geburt endet mit vielen zutiefst verunsicherten und ängstlichen Eltern. Mit einer Packung Fluorid bewaffnet werden sie nach Hause geschickt, die Hebamme wirds schon richten.
„Kann kann er/sie das schon?“ – Was?? Ich dachte mein Kind waere normal, ist es das doch nicht? Passt es nicht in die Norm? U3, U4, U5 … ein Graus, was wenn etwas auffällig ist?

Hatschi – oh nein, der erste Schnupfen – das erste Fieber. Was tun? Möglichst schnell zum Arzt. Mit dem ersten Kind sitzt man bevorzugt an Feiertagen oder Freitags nach 16 Uhr bei Ambulanzen.

Liebe Eltern und werdende Eltern,

habt keine Angst davor Angst zu haben, habt keine Angst vor dem Zweifeln. Es ist normal und bringt euch weiter, viele Dinge die im ersten Moment furchtbar erscheinen sind alltäglich und ihr werdet euch daran gewöhnen und wissen mit ihnen umzugehen.
Kennt ihr diese Bilder?

„Beim ersten Kind habe ich…

Beim zweiten Kind…

Beim dritten Kind“

So sehr diese uns zum schmunzeln bringen, ein Gefühl von Einheit der Elternschaft erzeugt, so zeigen Sie doch eindrucksvoll eines. Am Anfang haben wir alle Ängste, die wir für unsere Kinder überwinden. Die Angst ums Kind wird nie verschwinden und das ist auch gut so, aber wir lernen es einzuschätzen wann man sich entspannt zurücklehnen kann und wann Handlungsbedarf besteht.

Eure Muttergans

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