Wochenbett

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TOP 15 Dinge, die du über das Wochenbett wissen musst

Was ist das Wochenbett?

Mit der Geburt des Kindes beginnt auch das Wochenbett und dauert 6 bis 8 Wochen. Eine Mutter wird in dieser Zeit oft auch als Wöchnerin bezeichnet. Das Wochenbett soll Müttern Schutz bieten und ihnen die Möglichkeit geben sich von der Geburt zu erholen. In dieser Zeit ist es den Frauen untersagt körperlich schwere Arbeit zu verrichten.

Was ist der Wochenfluss?

Sobald nach der Geburt die Plazenta mit den Eihäuten abgeht, bleibt im Innern der Gebärmutter eine Wundstelle zurück. Der Körper beginnt damit diese Wunde zu schließen und baut das tote Gewebe langsam ab. In den nächsten Wochen wird dieses Gewebe durch Kontraktionen der Gebärmutter als Wochenfluss über die Scheide ausgesondert.

Während dieser Zeit sollte man auf besondere Hygiene achten. Dazu gehört das regelmäßige Wechseln der Hygieneeinlagen oder Binden. Sitzbäder sollten bis zum vollständigen Abheilen der Gebärmutter vermieden werden; das bedeutet mindestens bis zum Ende des Wochenflusses. Wenn ihr unsicher seid, kontaktiert am besten euren Gynäkologen.

Rückbildung

Durch die Kontraktionen der Gebärmutter bildet sich diese allmählich zurück. Während des Stillens wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches die Rückbildung zusätzlich unterstützt. Ich konnte dies bereits beim ersten Anlegen meines Babys spüren.

Oxytocin

Oxytocin wird auch als Liebes- oder Bindungshormon bezeichnet. Es wird hauptsächlich bei angenehmen Hautkontakt freigesetzt. Aber auch beim Orgasmus, wobei es nach dem Geschlechtsverkehr für Müdigkeit und Entspannung sorgt. Ebenso führt das Saugen des Baby an der mütterlichen Brustwarze zu einer Oxytocinausschüttung. Direkt nach der Geburt versetzt es viele Frauen in einer Art entspannten Rausch, so dass sie sofort die Anstrengungen der Geburt vergessen und Bindung zum Baby aufbauen.

Ruhe

Obwohl jede Frau eine Geburt anders empfindet, ist sie für die meisten sehr anstrengend und kräftezehrend. Dafür wurde das Wochenbett geschaffen. Es gibt jeder Mutter die Möglichkeit sich auszuruhen. Auch wenn es vielen nicht immer möglich ist, sollte man doch versuchen so viel wie möglich zu liegen oder sich zu schonen.

Vor allem wenn man nur ein Kind hat, sollte man sich diesen Luxus gönnen. Nie wieder wird man so viel Zeit mit nur einem Kind verbringen können- sollten künftig weitere Kinder geplant sein. Kein Abwasch, kein Wäscheberg kann so wichtig sein, dass er nicht noch 2 Tage länger liegen bleiben könnte. Die oberste Priorität in den ersten Wochen nach der Geburt haben Mutter und Kind.

Schlaf

Jede Mutter bekommt folgenden Satz zu hören: Schlaf doch, wenn dein Kind schläft.“

Das ist leider leichter gesagt als getan. Auch wenn es richtig ist, ist es leider nicht immer möglich. Denn gerade am Anfang wurde ich wach bei jedem noch so kleinen „Piep“, den mein Baby machte. Das Einzige , was mir damals half, war meinen Mann einzubinden. Wortwörtlich. Er wickelte unser Baby in ein Tragetuch und trug es sanft wiegend durch unsere Wohnung. So konnte ich ein oder zwei Stunden beruhigt schlafen. Und als mit das Stillen leichter von der Hand ging, konnte ich nachts seitlich im Liegen stillen. Da wir alle gemeinsam in einem Familienbett schlafen, sparte ich mir das nächtliche Aufstehen. 

Trinken

Es ist wichtig, dass man als stillende Mutter ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Je nach Quellenangabe circa 500 ml mehr pro Tag als nicht-stillende Frauen. Es gibt nur ganz wenige Sachen, die eine tatsächlich nachgewiesene Auswirkung auf die Milchbildung haben. Zum einen Bockshornklee, der die Milchbildung anregt und zum anderen Salbei, der die Milchbildung hemmt. Sogenannte Stilltees, die es regulär im Drogeriemarkt zu kaufen gibt, haben keine nachgewiesene Auswirkung auf die Milchmenge. Sie sind aber insofern hilfreich, weil man dann auf jeden Fall eine Kanne Flüssigkeit zu sich nimmt.

Essen

Jede stillende Frau kennt ihn: den Hunger! Kaum fängt man mit dem Stillen an, könnte man Futtern wie ein Scheunendrescher. Stillen verbraucht ungefähr 500 kcal am Tag. Essen ist also wichtig. In manchen Schwangerschaftsratgebern wird empfohlen, dass man vorkocht. Also das Lieblingsessen portionsweise einfriert und es dann nach Bedarf erwärmt. Während des Wochenbetts darf der Partner den Kochlöffel schwingen oder man bittet Besucher darum, etwas Essbares mitzubringen. Man sollte sich wirklich nicht davor scheuen. Beispielsweise kam an den Wochenenden meine Mama vorbei und kochte für uns oder meine Schwester brachte gebratene Nudeln vom asiatischen Imbiss mit.

Auch wenn man es häufig noch liest, so haben Kohl, Linsen oder Erbsen keine blähende Wirkung auf Babys. Die blähenden Inhaltsstoffe gehen nicht in die Muttermilch über. Nahezu alle Babys haben anfangs Bauchweh oder Blähungen. Der Verdauungstrakt baut sich erst langsam auf. Durch Knoblauch und Zwiebeln soll die Milch für das Baby nicht mehr gut schmecken. Ich kenne einige Mütter, deren Kinder so etwas nicht gestört hat.

Baby

Doch das Wichtigste im Wochenbett ist und bleibt das eigene Baby. Genießt die Zeit und Ruhe. Lernt euch kennen. Und kuschelt so viel es eben geht. In den ersten Wochen können Mutter und Kind gemeinsam an ihrer Stillbeziehung arbeiten. Im Laufe der Zeit wird sich allmählich ein Schlaf- und Trinkrhythmus bei eurem Baby einstellen. Jedoch ist dieser nicht statisch und kann sich in den folgenden Monaten immer wieder ändern.

Kuscheln

Kuscheln, Kuscheln, Kuscheln…Es gibt nichts Besseres für euch und eurer Baby. Dadurch spendet ihr ihm Nähe, Geborgenheit, Sicherheit und Wärme. Neugeborene können anfangs ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Sie überhitzen sehr schnell, wenn man sie zu warm einpackt. Andererseits kühlen sie aus, wenn sie zu wenig anhaben. Optimal wäre nackt mit Mama unter der Bettdecke zu kuscheln. Direkter Hautkontakt ist sehr empfehlenswert. So reguliert der Körper der Mutter die Temperatur für das Baby gleich mit.

Wenn ihr Draußen spazieren geht, dann empfehle ich euch ein Tragetuch. Anfangs sind die Reize der Außenwelt noch zu viel für den kleinen Erdenbewohner. Doch nah an euch geschmiegt, hört euer Baby euren Herzschlag und fühlt sich wohl. Denn Wärme, Enge und Herzschlag kennt es noch aus Mamas Bauch. Menschenbabys sind Traglinge, d. h. Tragen ist das natürliche Fortbewegungsmittel für Babys und Kleinkinder. Wer sich näher damit befassen möchte, dem empfehle ich eine Trageberatung aufzusuchen oder sich mit anderen Trageeltern zu unterhalten.

Stillen

Die natürliche Nahrung für ein Baby ist Muttermilch. Dafür wurden Brüste geschaffen. Sein Kind stillen zu können ist ein unbeschreibliches Gefühl. Man muss sich mal vorstellen: Sein eigenes Kind wächst und gedeiht nur durch einen selbst. Nur durch das Stillen. Mich hat diese Erkenntnis richtig stolz gemacht. Nach 7 Monaten wird mein Kind immer noch zu 99% voll gestillt. Und ihm fehlt es an nichts! Mein Kind sitzt, krabbelt, steht und ist immer auf Achse. Nur durch mich!

Muttermilch ist ein wahrer Powershake für Neugeborene. Das fängt schon mit dem Kolostrum an. Die meist gelbliche Vormilch steckt voller Vitamine, Proteine, Mineralstoffe und enthält essentielle Bestandteile zur Immunabwehr. Die anfänglich wenigen Tropfen sind unglaublich wichtig und sollten dem Neugeborenen nicht vorenthalten werden. Nach 3 – 5 Tagen folgt der eigentlich Milcheinschuss. Dennoch sollte man nach der Geburt sein Baby regelmäßig anlegen. Der Magen eines Neugeborenen ist am ersten Tag kaum größer als eine Kirsche. Er faltet sich in den nächsten tagen immer weiter auf. Bis der eigentliche Milcheinschuss kommt, ist für die Menge dann auch ausreichend Platz.

Braucht man eine Hebamme?

Man sollte sich bereits in der Schwangerschaft frühzeitig eine Hebamme suchen. Hebammen können auch Vorsorgeuntersuchungen übernehmen und wenn man es wünscht, kann die Hebamme auch während der Geburt anwesend sein und die Schwangere durch die Geburt begleiten. Nach der Geburt übernimmt sie dann die Nachsorge Zuhause. Sie untersucht eventuelle Geburtsverletzungen bei der Mutter, erkundigt sich nach ihrem Befinden, wiegt das Baby und schaut nach dessen Allgemeinzustand. Man kann ihr alle Fragen stellen, die sich im Laufe der ersten Zeit ergeben. Ich würde euch zu einer Hebamme raten, die eine Ausbildung zur Stillberaterin hat. Anfängliche Probleme können so gegebenenfalls schnell behoben werden. Und ihr solltest euch mit eurer Hebamme wohlfühlen.

Partner

Euer Partner sollte während des Wochenbetts euer wichtigster Verbündeter sein. Mein Mann hat anfangs immer dafür gesorgt, dass ich ausreichend Trinken in greifbarer Nähe habe, sowie Windeln und Spucktücher für unser Kind. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, hat er entweder gekocht oder von unterwegs etwas zu Essen mitgebracht. Und wann immer es möglich war, trug er unser Kind im Tuch durch die Wohnung, damit ich etwas schlafen konnte.

Da nicht jede Mama einen Partner hat, sollte sie sich Hilfe und Unterstützung durch Freunde oder die Familie suchen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn man jemanden um Hilfe bittet!

Besuch

Gleich vorneweg: Niemand wird umkommen, wenn er das Baby nicht direkt nach der Geburt zu Gesicht bekommt!

Natürlich möchte jeder am liebsten sofort das Neugeborene sehen. Doch sollten Verwandte und Freunde der Mutter etwas Zeit geben sich zu erholen. Zu viele Besucher oder zu lange Besuchszeiten können sehr anstrengend sein. Man sollte so viel Respekt haben und den frischgebackenen Eltern etwas Zeit für sich geben. Die junge Familie muss den Nachwuchs auch erst kennenlernen und sich auf die neue Situation einstellen.

Wenn es euch möglich ist, bittet Familienmitglieder darum, euch etwas zu unterstützen. Sie können Besorgungen oder Einkäufe erledigen, Abwaschen oder Kochen. Wählt Menschen aus, die euch angenehm sind und wenig Stress für euch bedeuten. Menschen, die euch gut kennen und Verständnis für eure Situation haben.

Fütterungs/Stillintervall

Leider wird auch heutzutage noch viel zu häufig das Stillen nach Uhrzeit empfohlen. Dabei wartet man eine bestimmte Zeitspanne ab, bevor man seinem Kind die Brust gibt. Meist wird dann nur alle 3 Stunden gestillt. Die wenigsten Babys haben nur alle 3 Stunden Hunger. Nach der Geburt kann es passieren, dass das Neugeborene 18 Mal stillt in 24 Stunden. Dies ist absolut normal. Das Stillen nach Bedarf kann ich nur empfehlen. Es kam in den 7 Monaten nur ganz selten vor, dass mein Kind vor Hunger brüllen musste. Ich biete ihm regelmäßig die Brust an. An besonders heißen Tagen im Sommer ist es möglich, dass das Kind 2-3 Mal pro Stunde für kurze Stilleinheiten an die Brust will. Auch das ist normal.

Stellt euch mal vor, ihr habt Durst oder Hunger und irgendjemand sagt zu euch:“Nein, jetzt hast du keinen Hunger zu haben. Erst in einer Stunde wieder!“. Ein Baby versteht nicht, warum es die Brust verweigert bekommt. Dann fängt es an zu Weinen und Schreien und am Ende sind alle Beteiligten frustriert.

Situation in Deutschland für arbeitende Mütter:

In Deutschland gibt es das sogenannte Mutterschutzgesetz. Dieses erteilt Müttern ein absolutes Beschäftigungsverbot in den ersten 8 Wochen nach der Entbindung. Also genau für die Zeit des Wochenbetts. Kein Arbeitgeber in Deutschland kann eine Mutter zwingen in dieser Zeit ihrer Arbeit nachzugehen. Der Verdienstausfall wird von den Krankenkassen, dem Arbeitgeber oder aus Familienfonds ersetzt.