Zahnlückenpubertät

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Bis vor ca. 2 Jahren kannte ich dieses Wort, „Zahnlückenpubertät“, noch gar nicht, aber es ist tatsächlich der perfekte Begriff für das Verhalten meiner Tochter und vieler anderer Kinder, die gerade im Zahnwechsel sind.

Es gibt sogar ein Buch darüber, das beschreibt, was in den Kindern vorgeht, wenn die Zähne wackeln. Ich muss gestehen, dass es zwar hier liegt, ich aber noch nicht darin gelesen habe, da ich im Moment keinen Kopf für „harte Kost“ habe.

Manchmal wird die Zahnlückenpubertät auch als „kleine Pubertät“ bezeichnet.

Was genau ist das nun aber?

In der Regel kommen die Kinder im Vorschulalter in die sog. Zahnlückenpubertät. Sie verändern sich, werden auf die Schule vorbereitet und sie merken, dass sie kein kleines Kind mehr sind, aber eben auch noch nicht erwachsen. Auf der einen Seite fordern sie viel mehr Freiheiten, werden selbständiger, aber auf der anderen Seite fühlen sie sich ständig zurückgesetzt und ungeliebt.

In dieser Zeit kann es auch sein, dass Kinder, die anstandslos alleine im Kinderzimmer geschlafen haben, auf einmal wieder viel mehr Nähe brauchen und öfter zu den Eltern ins Bett möchten.

Familienbett-Kinder wiederum möchten vielleicht genau JETZT alleine schlafen, alles kann, nichts muss.

Der häufigste Satz, der aktuell bei uns fällt, lautet: „Nie hast du Zeit für mich, immer magst du meinen kleinen Bruder lieber als mich!“

Zuerst dachte ich, huch, da läuft was schief bei uns, aber als ich mich dann mit anderen Mamas unterhalten haben, haben mir diese genau das Gleiche erzählt. Darüber war ich ehrlich gesagt sehr froh, denn dieser Vorwurf hatte mich sehr hart getroffen.

Es ist teilweise wirklich schwierig, weil die Stimmung innerhalb von Sekunden kippen kann – oft reicht ein „Komm, wir gehen jetzt ins Bad“ aus, dass hier Land unter ist.

Oft ist meine Tochter unzufrieden mit sich selbst, kann es aber gar nicht in Worte fassen oder erklären, warum. Sie weiß es selbst nicht, was gerade in ihr vor geht.

Ein schlauer Mensch sagte einmal „Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe“, aber glaubt mir, liebe Leserinnen und Leser, DAS ist manchmal gar nicht so einfach, weil auch bei mir irgendwann Schicht im Schacht ist und ich einfach nicht mehr kann und mag. An manchen Tagen beschimpft mich meine Tochter den ganzen Nachmittag, nörgelt an allem herum, weiß aber selbst keine Alternative und findet alles doof. Auch die Mama.

Es gibt Tage, da habe ich Angst vor der „richtigen“ Pubertät, wenn denn hier gerade schon die Zahnlückenpubertät so heftig beginnt. Und es gibt erst einen Wackelzahn, das alles hat gerade erst angefangen.

Apropos Wackelzahn und Zahnfee, wusstet ihr, dass es „Milchzahndosen“ zu kaufen gibt?

Als hier der erste Zahn anfing zu wackeln, wollte ich meiner Tochter einfach nur eine schöne kleine Dose für ihre Milchzähne holen, da meinte die Verkäuferin, dass es spezielle „Milchzahndosen“ gibt. Wieder was gelernt, Kind aussuchen lassen und glücklich gemacht 😉

Aber zurück zur Zahnlückenpubertät: Es ist leider oft sehr anstrengend, mein Mädchen so unausgeglichen und mit sich und der Welt unzufrieden zu wissen, aber ich bin nicht alleine in meiner Not, es geht sehr vielen Eltern mit Vorschulkindern so. Ich hoffe, dass ich noch lerne, gelassener damit umzugehen, aber leider, leider fällt es mir sehr schwer.

Da hilft dann nur eins: esistallesnureinephase

Wie geht es euch, kennt ihr das schon, seid ihr mittendrin, habt ihr die Zahnlückenpubertät schon hinter euch?

Liebe Grüße

Eure Nadine