Familienbesuch

Familienbesuch, ein Wort das die meisten Mütter erstmal zusammenzucken lässt.

Ein Wort, das vorallem frisch gebackene Mamas, vor eine riesige Herausforderung stellt.

Ein Wort, das sehr viel mehr ist, als nur ein Wort. Denn für viele verbirgt sich, so scheint es, das pure Grauen dahinter.

In wenigen Tagen ist nun Weihnachten und , wie jedes Jahr, lese ich immer öfter in Facebookgruppen, wie sehr sich viele Mamas vor dem Familienbesuch zu den Feiertagen fürchten.

Familienbesuch bedeutet für die meisten Mamas, dass die nervige Verwandtschaft vorbeischaut, die Kinder aufdreht, unmögliches Spielzeug und zu viel Süßigkeiten mitbringt und die Kinder ständig betatschten wollen. Natürlich schlafen die Kinder dann schlecht und natürlich ist die Aufregung durch den Familienbesuch noch tagelang zu spüren…..

Ein Stückchen gebe ich euch recht, jedoch nur ein Stückchen. Auch unsere Kinder sind enorm aufgeregt, wenn die Verwandtschaft zu Besuch kommt und ja, auch die Nächte, nach solchen Tagen, sind eher unruhig.

ABER Familienbesuch bedeutet sicher nichts generell Schlechtes!
Im Gegenteil, der Familienbesuch macht doch Weihnachten erst so richtig weihnachtlich. Die Kinder freuen sich über den Besuch und die Nächte sind unruhig, weil sie aufregend und Positiv waren. Wann können Sie denn sonst mit so vielen Verwandten auf einmal spielen, Spaß machen und gemeinsam am Tisch sitzen?

Jede Familie hat ihre eigene Geschichte, unsere lässt sich sehr schnell erzählen:

Mein Mann und ich lernten uns durch seine Schwester kennen. Wir verliebten uns und wurden ein Paar.
Sicher war ein großer Vorteil, dass meine jetzige Schwägerin und ich schon vorher gute Freundinnen waren und meine Schwiegereltern mich „vom Hören“ kannten.
Allerdings passte es auch einfach alles sehr gut zusammen… Meine Schwiegereltern und ich verstanden uns sehr schnell, sehr gut und als feststand, dass wir ein kleines Wunder erwarten, war die Freude groß. Alle fieberten auf die kommenden Ereignisse hin und man wuchs immer mehr zusammen.
Mein Mann und ich heirateten und so wurden wir, auch offiziell, zu einer Familie!

Unsere Tochter wurde 2 Monate vor Heiligabend geboren und somit war sie wirklich noch ein sehr kleines Baby zu ihrem ersten Weihnachtsfest!

Unsere Familien nahmen darauf Rücksicht. Egal ob von der väterlichen oder mütterlichen Seite wurde akzeptiert, dass wir eben kein diesen Fest an Heiligabend besuchen oder veranstalten wollten.
Der Familienbesuch verteilte sich also auf mehrere Tage und trotzdem war es anstrengend für unser kleines Mädchen.

Ja wir hatten ein paar unruhige Nächte, jedoch haben die sich, für all die tollen Erinnerungen gelohnt!

Das erste Weihnachten mit den Uromas, das erste Weihnachten als Oma, Opa, Tante und Onkel…. ja das war schon etwas sehr besonderes!

Und auch als unsere zweite Tochter geboren wurde, machte der Familienbesuch, ihr erstes Weihnachtsfest wieder zu etwas einzigartigem.

Die Familie, die zusammenkommt. Die Familie, die zusammen feiert und sich über strahlende Kinderaugen freut. Der Familienbesuch macht für UNS einfach den Zauber um Weihnachten perfekt.

Dieses Jahr sind meine Kinder 1,5 und 3 Jahre alt zu Weihnachten. Ja, auch jetzt sind sie durch den Familienbesuch immernoch sehr aufgeregt.
Jedoch im positiven Sinne!

Sie freuen sich, wenn es heißt der Familienbesuch kommt.
Sie wissen, mit Oma und Opa dürfen sie mal wieder so richtig Quatsch machen.
Sie wissen, wenn die Tanti da ist, dann spielt diese stundenlang mit Ihnen ohne müde zu werden.
Solche Tage sind einfach toll für die Mädchen und prägen ihre Kindheitserinnerungen!

Es ist IHRE Familie, in deren Mitte sie sich geborgen fühlen dürfen. Da sind Menschen, die sich für sie interessieren und sich mit ihnen beschäftigen, die sie lieben und die sie ihr Leben lang begleiten werden.
An solchen Tagen zählt nicht der stressige Alltag, sondern einzig und allein der Moment des Familienbesuches und die damit verbundene, gemeinsame Zeit.

Und ganz nebenbei:

Für uns Eltern sollte es auch schön sein, mal 5 Minuten Ruhe zu haben, wenn sich ein Familienmitglied um unsere Kinder kümmert.
Denn wo, wenn nicht in der Familie, sind sie denn besser aufgehoben?

Früher lebten mehrere Generationen in einem Haus, man machte gemeinsame Urlaube und nahm täglich gemeinsame Mahlzeiten ein.
Heute ist das meist undenkbar. Niemand kann sich vorstellen ein gemeinsames Zuhause zu bewohnen und als „Mehrgenerationenhaushalt“ zu leben.
Ich persönlich finde das sehr schade!
Denn gerade für Kinder ist doch diese Art des aufwachsens am schönsten.

Zu wissen, dass immer jemand da ist für Sie und dass sie niemals mit ihren Bedürfnissen allein sind.

„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“
So heißt es in einem afrikanischen Sprichwort.

Und ja, ich finde es sehr passend. Denn eigentlich sind wir Menschen nicht dafür geschaffen, alleine zu leben.

Die Familie ist das Wichtigste!
Auf die Familie ist immer Verlass!
Zumindest ist es bei uns so und darüber bin ich sehr froh und dankbar!

Also liebe Mamas,

betrachtet den Familienbesuch zu Weihnachten nicht als Last, sondern als Geschenk! Es sind besondere Momente, die eure Kinder mit all den Verwandten erleben dürfen und niemals vergessen werden!
Freut euch auf die “ nervige Verwandschaft“ und versucht es locker zu nehmen. Denn jeder, auch wir Mamas und Papas, hat so seine Eigenarten. Die zu akzeptieren und eine schöne, gemeinsame Zeit mit all den Individuen zu verbringen, macht eine Familie aus!

Ich wünsche euch viel Spaß mit eurem Familienbesuch und eine tolle Weihnachtszeit.
Wir werden unseren Familienbesuch sicherlich ganz arg genießen.

Herzlichst eure Tascha

Ein Kommentar

  1. Ach, ich wünschte ich könnte das auch so sehen. Wir haben heute gerade den weihnachtlichen Familienbesuch hinter uns. Und wir sind gerade alle so richtig erledigt und ich werde auch krank. Da unsere Familien weit weg wohnen haben wir dann auch immer mehrere Tage Übernachtungsgäste. Und das funktioniert aber nur gut, wenn es einigermaßen harmonisch ist und man Hand in Hand als Team arbeitet. Aber das können einige Familienmitglieder nun mal nicht und so werden die Besuchstage teilweise zur absoluten Stresszeit. Wobei ich wirklich sagen muss, dass wir da in der letzten Woche zwei Extreme erlebt haben.

Kommentare geschlossen