Co-Sleeping

Familienbett

Seit dem Tag ihrer Geburt schläft meine Tochter direkt neben mir in meinem Bett. Gemeinsam mit meinem Mann schlafen wir im sogenannten Familienbett. Wir 3 fühlen uns damit pudelwohl.

Schon im Krankenhaus habe ich mein Kind nach wenigen Minuten aus ihrem Beistellbett wieder herausgeholt und mit in mein Bett genommen. Ich fand es schlichtweg unpraktisch sie darin liegen zu lassen, da ich sie zum Stillen sowieso raus holen musste. Da Neugeborene in der ersten Zeit sehr häufig angelegt werden, blieb sie einfach gleich neben mir. Auch wenn dies unter Umständen etwas Übung erfordert, war seitlich liegend die optimale Stillposition für uns.

Zuhause ging es dann genau so weiter. Anfangs baute ich ihr eine Art Nest aus dem Stillkissen und bettete sie nachts darauf. Dies wurde mir von einer Hebamme empfohlen. Dadurch sind Neugeborene nicht permanent dem von den Eltern ausgeatmeten CO2 ausgesetzt. Ich fand das logisch und setzte ihren Vorschlag um. Nach knapp 2 Monaten bewegte sich mein Kind allerdings so viel, dass ich das Stillkissen irgendwann wegließ. Zudem war es Sommer und sie schwitzte sehr auf dem Kissen.

Irgendwann kaufte ich dann ein Bettschutzgitter als Rausfallschutz. Man sollte darauf achten, dass es ausreichend hoch ist. Das hängt von der Dicke eurer Matratze ab. Die Anbringung ist wirklich einfach. Unser Bettschutzgitter hat uns bereits im Urlaub begleitet. Es ist auch leichter und platzsparender als ein Reisebett. Zumal meine Tochter darin gar nicht schlafen würde. Alleine schlafen ist nämlich doof.

Das merke ich regelmäßig, wenn ich sie abends in unser Bett lege. Sie wird immer wieder wach, merkt dass sie alleine ist und weint. Binnen weniger Sekunden stehe ich neben ihr am Bett um sie wieder in den Schlaf zu stillen. Doch sobald mein Mann oder ich uns zu ihr legen ist eine ganze Weile lang Ruhe. Aus diesem Grund habe ich sie manchmal auf dem Sofa neben mir liegen. Ich schaue dann in aller Ruhe einen Film und sie schlummert friedlich an mich gekuschelt unter der Decke. Und so ein Baby ist richtig warm! Eine kleine Heizung.

Welches Problem mein Kind auch immer hat, just in dem Moment in dem sie die Augen aufschlägt, bin ich zur Stelle! Das ist wirklich praktisch. Ich muss nachts nicht aufstehen oder gar in einen anderen Raum laufen. Schlaf ist heilig! Die anfängliche Angst, ich könne mich nachts auf mein Kind rollen, ist schnell verflogen. Der natürliche Mutterinstinkt einer gesunden Frau hindert sie im Normalfall daran, sich nachts auf ihr Kind zu rollen. Ob das Co-Sleeping allerdings geeignet ist, muss jeder für sich entscheiden.

Wir schlafen seit gut 7 Monaten gemeinsam im Familienbett. Und selbst mein Mann ist begeistert. Er sagte erst kürzlich, dass er schon damit rechne, dass wir irgendwann einmal mit dem nächsten Kind dann zu viert in unserem großen Bett schlafen. Ich finde es ist so wichtig, dass sich alle mit der Situation wohlfühlen. In den ersten Nächten Zuhause habe ich nachts das Schlafzimmer zum Stillen und Wickeln oder Abhalten verlassen, weil ich meinen Mann nicht wecken wollte. Wir haben sehr schnell herausgefunden, dass er genau nichts mitbekommt in der Nacht! Er schläft prima, obwohl unsere Tochter nachts oft weinend wach wird, weil ihr die Zähne wehtun. Solange sie keinen langen Schreikrampf hat, wird er einfach nicht wach. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Natur das schon richtig ausgedacht hat. Frauen werden eher bei hellen Tönen wach als Männer, da sie ja auf ihr Baby reagieren müssen.

Wie auch das Tragen, Stillen und Abhalten gehört das Familienbett für mich zu einem bedürfnisorientierten Erziehungsstil. Für uns funktioniert das Familienbett prima. Und ich freue mich schon sehr darauf, irgendwann mit dem nächsten Kind darin kuscheln zu dürfen!

Schlaft ihr auch im Familienbett? Wie sind eure Erfahrungen?

Eure Anke