Einschlafrituale – in den Schlaf begleiten

 

Von der ersten Nacht an begleiten mein Mann und ich unsere Tochter in den Schlaf. Wir kuscheln und stillen bis die Müdigkeit sie übermannt und sie tief und fest schläft. Wir haben uns nie bewusst dafür entschieden, dass wir unser Kind in den Schlaf begleiten wollen. Dieses entspannte Einschlafrituale haben sich für uns einfach so ergeben.

Laut dem Kalender stillen meine Tochter und ich seit 230 Tagen. Grob über den Daumen gepeilt, war meine Brust somit schätzungsweise 2000 Mal Einschlafhilfe, Nahrung, Durstlöscher und Trostspender für mein Kind. Diese Erkenntnis macht mich schon ein wenig stolz.

Aber am meisten freut mich, dass mein Kind nur durch mich wächst und gedeiht. Was für eine unbeschreibliche Kraft dahinter steckt!

Heute werden wir demnach die 230. Nacht Einschlafstillen. Dass bedeutet, dass sich mein Kind eng an mich gekuschelt neben mir in den Schlaf stillt. Währenddessen spielt ihre Spieluhr 2 oder 3 Mal „La Le Lu…“ und ich halte ihre kleine Hand.

Ich muss gestehen, ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, auf welche Weise ich mein Kind ins Bett bringen werde. Wir stillen und kuscheln. Anschließend bleibe ich noch ein paar Minuten neben ihr liegen bis sie richtig fest eingeschlafen ist.

In den ersten 3 Monaten konnte mein Mann unsere Tochter noch in den Schlaf begleiten. Doch leider ging dies irgendwann nicht mehr. Sie verlangte nach Mama‘s Nähe. Er bedauert es sehr, da er so leider nicht mehr direkt am Einschlafritual unseres Kindes teilhaben kann. Aber dennoch ist es für ihn vollkommen normal, dass wir unser Kind in den Schlaf begleiten. Wir geben ihr auf diese Weise die Möglichkeit den Tag in aller Ruhe ausklingen zu lassen. Sie bekommt Nähe, Wärme, Liebe und Geborgenheit von uns. Denn manchmal legt sich mein Mann einfach mit dazu, nur um dabei sein zu können.

Hin und wieder lasse ich mein Kind neben mir auf dem Sofa schlafen, während ich leise einen Film anschaue. Im Laufe der Zeit habe ich herausgefunden, dass sie viel ruhiger schläft, wenn jemand neben ihr liegt. Zudem muss ich dann zum Stillen nicht aufstehen. Wir erledigen das gleich an Ort und Stelle.

Für uns gehört zum bedürfnisorientieren Umgang mit unserem Kind, dass wir es in den Schlaf begleiten. Die Vorstellung, mein Baby müsse ganz allein in einem anderen Raum in den Schlaf finden oder würde sich womöglich in den Schlaf weinen, war und ist für uns keine Alternative. Ein Baby möchte von Natur aus nicht allein liegen. Und das ist irgendwie nachvollziehbar für mich. Denn auch ich schlafe nicht gern alleine, sondern lieber eingekuschelt im Arm meines Mannes. Warum sollte ich meinem Baby diese Nähe verwehren?

Vor Kurzem fragte ich meine Mutter, wie sie meine Schwester und mich damals ins Bett gebracht haben. Sie erzählte mir, dass wir immer ein Einschlafritual hatten. Also einen bestimmten Ablauf vor dem zu-Bett-gehen: Wir aßen Abendbrot und anschließend schauten wir gemeinsam den Sandmann an. Danach wurden wir ins Bett gebracht und meine Mutter las uns eine Geschichte vor oder sang für uns ein Lied.

So gesehen, wurden wir auch in den Schlaf begleitet. Ich finde die Vorstellung wirklich schön, den Tag auf diese Weise gemeinsam, entspannt ausklingen zu lassen.

Begleitet ihr auch eure Kinder in den Schlaf oder habt ihr ein spezielles Einschlafritual?