Stilltreff, Stillcafé, Milchcafé

stilltreff_pic

Auch nach 7 Monaten erfolgreichen Stillens, gehe ich gern hin und wieder zu Stilltreffs oder Stillcafés. Dabei kommen stillende Mütter zusammen, die sich gegenseitig über eventuelle Probleme austauschen. Aber auch Frauen, die sich bereits während ihrer Schwangerschaft mit dem Thema auseinandersetzen wollen, sind in solchen Runden willkommen.

Ich persönlich bin für den offenen Dialog zwischen stillenden und schwangeren Frauen. Man bekommt dadurch die Möglichkeit Mütter beim Stillen ihrer Babys zu beobachten und kann so von ihnen lernen. Ich bin bis heute sehr dankbar, dass ich eine Freundin hatte, bei der ich mir einiges ab

gucken konnte. Ihre anfänglichen Probleme waren dann schon nicht mehr meine Probleme. Da ihr Kind 5 Monate vor meiner Tochter auf die Welt kam, konnte ich sozusagen 5 Monate lang bei ihr ein „Stillpraktikum“ machen.

Bei meinen ohnehin regelmäßigen Besuchen durfte ich ihr über die Schulter schauen, wenn sie ihr Neugeborenes anlegte. Sie erzählte mir von ihrem Unmut, weil das Stillen anfangs nicht richtig klappen wollte. Hinzu kam, dass ihre Hebamme sie schlecht beraten hatte. So hangelte sie sich zwischen Anlegen, Abpumpen und Zufüttern durch. Nach gut 3 Monaten lief dann aber alles wie am Schnürchen. Auch die zusätzliche Flaschennahrung konnte sie langsam wieder ausschleichen.

In dieser Zeit fand ich heraus, dass die Universitätsklinik einen Still-Vorbereitungskurs anbietet. Der Kurs dauerte 1,5 Stunden und die Teilnahme war kostenlos. Organisiert wurde er von einer freundlichen Stillschwester, die ihre eigenen 3 Kinder insgesamt 6 Jahre lang gestillt hatte.

Im Rahmen des Kurses zeigte sie uns verschiedene Stillpositionen und einige Hilfsmittel. Sie erzählte von Ammenmärchen, die längst veraltet sind. Wie z. B. dass man Babys unbedingt ab dem 4. Monat mit Brei zufüttern müsse, da sie sonst einen Eisenmangel bekämen. Das ist natürlich Quatsch. Denn die in der Muttermilch enthaltenen Vitamine und Mineralien versorgen ein Kind optimal. Und man sollte nicht mit der Beikost solange Zeit lassen bis das Kind deutliches Interesse daran zeigt.

Ich finde es gut, dass es Stillcafés gibt. Nicht jede Frau hat eine stillende Freundin an ihrer Seite. Und ich empfehle jeder schwangeren Frau, die ihr Kind nach der Geburt stillen möchte, den Besuch eines Stilltreffs. Seid nicht schüchtern und stellt alle eure Fragen. Wer sonst ist qualifiziert dafür die richtigen Antworten zu geben als stillende Mütter? Wie sonst soll man es als werdende Mutter lernen, wenn nicht im Dialog mit anderen Müttern? Es gibt zwar auch den Begriff „Intuitives Stillen“, aber nicht jede traut sich dies zu. Der Austausch mit Anderen, kann einem Sicherheit und Selbstvertrauen geben für einen entspannten Stillstart.

Wie war es bei euch? Geht ihr regelmäßig zu Stilltreffs? Oder habt ihr euch mit einer Freundin oder eurer Mutter übers Stillen unterhalten?

Eure Anke