Nachtschreck

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Mama Blog, Nachtschreck, Kind wacht auf und weint

Der Nachtschreck ist eine Form der Schlafstörung, die überwiegend bei Kleinkindern und Schulkindern auftritt und als harmlos angesehen wird.

Bei allen meinen Kindern musste ich schon einen Nachtschreck miterleben. Bei den beiden Großen allerdings, zusammengezählt vielleicht 5 Mal und das „nur“ ca. 5-7 Minuten. Was ich damals aber als schlimm empfand, wünsche ich mir heute manchmal – salopp gesagt – zurück.

Meine Kleinste ist nämlich ein echtes „Nachtschreck-Opfer“. Ja, ich erinnere mich noch ganz genau an unsere erste, gemeinsame „Nacht des Schreckens“! Mein kleines Mädchen war damals 9 Monate alt und wir besuchten eine Familienfeier. Dort war alles noch rosarot. Meine Kleinste war- auf Grund ihres Alters, der Star des Abends und sie war auch fröhlich und zufrieden. Nichts deutete auf eine Reizüberflutung hin. Sie wich mir zwar nicht von der Seite, aber das war nichts ungewöhnliches, auch Zuhause verhielt sie sich oft so. Leider hatte ich unser Tragetuch nicht mit, darin wäre es wahrscheinlich kein Problem für sie gewesen einzuschlafen. Wir genossen trotzdem die Anwesenheit im Familienkreis und wie schon erwähnt, mein Baby war nicht quengelig oder ähnliches. Für ein Baby viel zu spät, kamen wir nach Hause. Zuerst erschien alles wie immer. Meine Kleine schlief im Auto ein und auch im Bett danach hatte sie keine Probleme weiter zu schlafen. Ihr müsst wissen, ich bin gesegnet mit einem Kind, dass viel und gut schläft. Worauf in dieser Nacht allerdings nichts hindeutete. Mein Baby fing plötzlich an zu schreien. Jeder, der schon einen Nachtschreck miterlebt hat, weiß wie hysterisch und panisch sich dieses Geschrei anhört. Sie ließ sich durch nichts beruhigen. Nicht durch Mamas Nähe, nicht durch Papas Nähe, nicht auf ihrem Platz im Familienbett, nicht bei Dunkelheit, nicht bei Licht, nicht bei gedämpften Licht, nicht in einem anderen Raum, sie hatte keinen Hunger, keine volle Windel, keine Bauchschmerzen. Sie brüllte wie am Spieß mit nur maximal 5 Minuten Pause dazwischen. Es war wirklich schrecklich! Nachdem wir einen  Marathon durch unser Schlafzimmer mit ihr auf dem Arm gingen, dauerte es gute 1,5 Stunden bis es besser wurde.

Nach dieser Nacht des Schreckens, informierte ich mich genauer über diesen Nachtschreck.

Viele hilfsbereite Menschen in den sozialen Netzwerken und auch „Dr. Google“ sagten mir, dass mein Kind noch nicht im „Nachtschreck- Alter“ war. Das sei meisten zwischen 2 oder 4 (es gibt dazu allerdings unterschiedliche Meinungen) und 6 Jahren. Ja, ich kann das bestätigen. Meine Großen waren tatsächlich in diesem Alter, als sie mich mit dem Nachtschreck konfrontierten. In dieser besagten Nacht mit meiner Jüngsten, war ich mir auch noch nicht so sicher, wie heute fast einem Jahr später, dass es auch tatsächlich einer war. Ich wusste nur, dass sie nicht krank war, weder vor noch nach dieser Nacht, dass – außer der Reizüberflutung auf der Feier – nichts anders war als sonst und ich machte mir erstmal auch keine weiteren Gedanken darüber. Danach schlief sie wieder wie gewohnt. Das zweite Mal begegnete uns der Nachtschreck in der Nacht nach ihrem 1. Geburtstag. Meine Tante feierte ihr 60. Wiegenfest am Geburtstag meiner Tochter und so fiel ihre Party relativ groß aus. Auch an diesem Tag war sie nicht schlecht gelaunt bis spät abends. Sie schlief auch Mittags eine Weile lang- genau wie zuhause. Und da sie Zuhause auch später wie viele Gleichaltrige ins Bett ging, waren wir wieder relativ lang auf der Geburtstagsfeier.

In dieser Nacht besuchte uns wieder der Nachtschreck. Da ich mich aber bereits über ihn informiert hatte, versuchte ich diesmal „alles richtig“ zu machen. Ich machte nur das Nachtlicht an. Ließ meine Kleine liegen, versuchte sie nur zu trösten. Ich wusste nun, dass beim Nachtschreck die Kinder nicht von der einen in die andere Schlafphase finden, dass ihnen nichts weh tut und man sie nicht aufwecken soll, denn sonst muss der Übergang ja erneut in Angriff genommen werden. Okay, ich dachte dieses Wissen hilft mir jetzt, den nächsten Nachtschreck zu überstehen. Aber leider muss ich sagen, nicht wirklich. Auch wenn ich weiß, dass mein Kind keine Schmerzen hat, dieses hysterische Geschrei, lässt alle Alarmglocken in mir als Mutter und auch beim Papa läuten. Es ist einfach nur SCHRECKLICH, dieser NachtSCHRECK! Nichts machen zu können, auch mit dem Wissen, dass das eigene Kind keine Schmerzen hat, ist nicht gerade beruhigend. Selbst kann man ja auch nicht ans Schlafen denken. Denn bei bisher allen Nachtschrecken, machte unsere Kleine nie mehr als 5 Minuten eine Schreipause. Und ihr Nachtschreck dauerte gut und gerne auch mal 1-2 Stunden! Wir haben mittlerweile ungefähr eine handvoll solcher „Schreckensnächte“ hinter uns und auch ein paar, die nicht so schlimm waren. Wie man sich wirklich richtig verhält, weiß ich bis heute noch nicht. Es gibt viele, viele Tipps und unterschiedliche Meinungen. Aber eigentlich hat kein Ratschlag auf den ich bisher gestoßen bin, geholfen, dass der Nachtschreck aufhört oder schneller vorübergeht. Man muss ihn Wohl oder Übel ausstehen. Nicht immer kam der Nachtschreck nach einer Reizüberflutung, aber immer nach zu wenig Schlaf. Auch wenn ich jetzt weiß, dass zu wenig Schlaf eine schlimme Nacht voraussagt, passiert es noch immer, da ich meiner Tochter die Müdigkeit meistens nicht anmerke. Nachts ärgere ich mich dann umso mehr über mich selbst, weil ich ja eigentlich hätte wissen müssen, was die Quittung ist. Aber ich bin auch in Unruhe, weil mir niemand zu 100% sagen kann, dass ihr wirklich nichts weh tut.

Ich hoffe wir haben das Thema Nachtschreck bald überstanden!

Wie sieht es bei euch aus, hattet ihr auch schon Nächte des Schreckens? Erzählt, mal.

Eure Annika