Wie wäscht man Stoffwindeln richtig?

Wenn man mit Stoffwindeln wickelt, kommt man schnell zu der Frage: „Wie wäscht man Stoffwindeln richtig?“. Manchmal kam mir das Waschen von Stoffwindeln vor wie Raketenwissenschaft. Daher versuche ich es heute so einfach und simpel wie möglich zu halten.
Jeder entwickelt seine eigene Waschroutine. Meine Waschroutine wird womöglich für den einen oder anderen nicht funktionieren, da der Härtegrade des Wassers, das gewählte Waschmittel, die Waschmaschine, der Waschgang und die Wassertemperatur eine wesentliche Rolle spielt.

Die allgemeine Empfehlung der meisten Windelhersteller lautet etwa wie folgt:

Spülgang (bevorzugt kalt) bzw. Vorwaschprogramm

Hierdurch sollen die groben Verschmutzungen (feste Ausscheidungen) und eventuell entstandener, unangenehmer Ammoniakgeruch ausgespült werden. Ammoniak entsteht bei der Zersetzung von Urin. Es ist ratsam diese Verschmutzungen nicht im Hauptwaschgang mitlaufen zu lassen und dadurch schon mal zu entfernen. Manche Maschinen haben einen Vorwaschgang vor dem Hauptwaschgang. Bei diesem ist es nur ratsam ihn zu verwenden, wenn die Maschine vor dem Hauptwaschgang das Schmutzwasser abpumpt, bevor der Haupwaschgang beginnt. Es gibt allerdings auch reine Spülgänge bei Waschmaschinen. Solltet ihr das nicht haben, gibt es manchmal auch Kurzwaschgänge oder „Quick Wash“. Diese könnt ihr ebenfalls verwenden. Stellt die Temperatur dabei einfach auf kalt. Somit habt ihr die Möglichkeit mit eurer Waschmaschine einen Spülgang zu machen, selbst wenn dieser nicht ausgewiesen ist.

Langer Hauptwaschgang zwischen 30°C und 60°C

Die Reinigung der Windeln von unterschiedlichen Faktoren ab. Manche Waschmittel brauchen eine gewisse Zeit, bis sie sich vollkommen aufgelöst haben und so ihre volle Waschwirkung entfalten können. Ebenfalls ist es abhängig von der Temperatur bei der ihr eure Windeln wascht. Meiner Erfahrung nach ist ratsam einen langen Waschgang zu verwenden, vorallem wenn man seine Stoffwindeln bei niedriger Temperatur wäscht.

Spülgang

In diesem Schritt sollen die Reste des Waschmittels aus den Stoffwindeln ausgespült werden. Das ist wichtig, da Waschmittelrückstände in der Stoffwindel die Saugleistung verringern können. Auf diese Weise können stinkende und auslaufende Stoffwindeln oder Saugeinlagen entstehen. Wie lange der Spülgang dauert und ob der Spülgang eurer Waschmaschine ausreicht, hängt von der Wasserhärte, dem verwendeten Waschmittel und Wassermenge ab.
Habt ihr besonders hartes Wasser, dann ist es ratsam ins Spülfach bzw. Weichspülerfach extra Wasserenthärte zu geben. Bitte verwendet keinen Weichtspüler, da sich dieser um die Fasern eurer Stoffwindeln legt. Dies beeinträchtigt ebenfalls die Saugkraft der Windeleinlagen und führt zu stinkenden oder auslaufenden Windeln.
Der Spülgang ist auch notwendig, damit die Haut der Babies nicht unnötig den Waschmittelrückständen ausgesetzt wird. Diese können zu Irritationen der empfindlichen Babyhaut führen.

Das Waschmittel

Hier kommen schon die nächsten Denkfalten ins Gesicht. Denn es gibt Waschmittel, die speziell für Stoffwindeln hergestellt werden. Zu Beginn habe ich eines dieser Waschmittel benutzt. Es enthielt keine Enzyme und keine Chlorbleiche. Letzteres kann das PUL oder die Gummis der Beinbündchen angreifen, wodurch die Windeln schnell unbrauchbar werden könnten. Auf Enzyme wie Cellulase wird verzichtet, da diese Naturfasern ( z. B. Hanf oder Bambus) abbauen und die Saugeinlagen dadurch auch in ihrer Saugkraft nachlassen. Ich habe allerdings gelernt, dass die meisten Enzyme ab einer Temperatur von 40°C zerstört werden. Da Windeln meistens bei 60°C (oder Mullwindeln sogar bei 90°C!) gewaschen werden, dürften die Enzyme dadurch unschädlich gemacht werden.

Ist Natron im Waschmittel sollte man aufpassen, da es auch den PUL der Überhosen und Pocketwindeln angreifen kann. Ich habe eine Zeit lang mit normalem Vollwaschmittel gewaschen. Zu dieser Zeit konnte ich keinen Saugkraftverlust oder andere Probleme feststellen. Wobei jeder selbst entscheiden muss, welches Waschmittel er wählt.. Auch stellt sich die Frage nach der richtigen Waschmitteldosierung. Oft wird zu viel Waschmittel verwendet.

Dabei gibt es eine gute Faustregel für Waschmittel:

Ist die Wäsche stark verschmutzt und das Wasser sehr hart, dann wird mehr Waschmittel benötigt. Je weniger die Wäsche verschmutzt und je weicher das Wasser ist, umso weniger Waschmittel wird benötigt. So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.

Wasserenthärter

Es gibt eine Internetseite auf der ihr denn Wasserhärtegrad für euren Wohnort herausfinden könnt. Gebt dort eure Postleitzahl oder den Wohnort ein und ihr bekommt den Härtegrad eures Wassers mitgeteilt. Dadurch wird euch die Dosierung des Wasserenthärters vereinfacht. Bei den Verpackungshinweisen steht genau, welche Mengen man für welchen Wasserhärtegrad verwenden sollte.

  • Wasserhärtebereich weich: Wasserhärte geringer als 8,4° dH
  • Wasserhärtebereich mittel: Wasserhärte zwischen 8,5° dH bis 14,6° dH
  • Wasserhärtebereich hart: Wasserhärte höher als 14,6° dH

Meine Waschroutine

Ich mache den Spülgang vor dem Hauptwaschgang wirklich nur bei stark verschmutzten Windeln oder wenn ich das Gefühl habe, dass meine Windeln besonders stark nach Ammoniak riechen. Aber dafür bekommt man schnell ein Gefühl. Anschließend starte ich den Hauptwaschgang mit der geringstmöglichen Menge an Waschpulver und füge etwas Entkalker hinzu. Ich betätige die Taste „Wasser extra“ und stelle die Umdrehungszahl auf 800 U/min. Das mache ich aus dem einfachen Grund, um die Gummis an den Überhosen zu schonen. Durch eine erhöhte Schleuderzahl können die Gummis an den Beinbündchen schneller ausleiern. Am Ende habe ich Windeln, die optimal gereinigt wurden und angenehm nach frischer Wäsche riechen.

Habt ihr eine bestimmte Waschroutine? Wie wascht ihr eure Stoffwindeln?

Herzlichst,

Vanessa