Mein Plan

mama blog, mama arbeitet, mama sucht einen job

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Jeder hat einen Plan für sein Leben. Und hat man keinen Plan, so hat man wenigstens eine Vorstellung. Man malt sich die Zukunft aus, man wünscht sich etwas, man stellt sich vor, wie doch alles laufen soll und gerade als Mutter versucht man sich die doch fernere Zukunft, mehr oder weniger festzulegen. Erstmal Mutter werden und Mutter sein… und dann startet Mama durch. So war auch mein Plan, so lange wie nur irgendwie möglich bei meinem Kind zu bleiben. Fremdbetreuung unter 3 Jahren war für mich nie eine Option. Nie mein Plan. Doch dann genügt ein Ereignis und NICHTS läuft mehr nach Plan. Wie das Leben so manchmal spielt, ändert sich in Sekunden ALLES und plötzlich steht man auf einem Trümmerhaufen, der neu sortiert werden muss. Aber dieser symbolische Trümmerhaufen spiegelt meine derzeitige Situation ganz gut wider. Ich schaue mir die verschiedensten Stellenangebote durch – mit meiner 1-jährigen Tochter. Nie hätte ich damit gerechnet, schon so früh nach einem Job suchen oder gar mir Gedanken über die Fremdbetreuung machen zu müssen. Alles ist anders, alles ist neu… her muss ein neuer Plan für mein neues Leben.

Es fällt mir schwer, sehr schwer. Manchmal lässt das Schicksal einem keine andere Wahl. Das musste ich, in meiner kurzen Zeit als Mama, lernen. Man verurteilt so schnell und so leicht andere Mütter oder Väter. Bis man selbst in einer solchen Zwickmühle steckt und feststellt, dass es tatsächlich Familien gibt, die ihr Kind nicht frühstmöglich abgeben möchten, sondern sie es einfach müssen – aus welchen Gründen auch immer.

Mein neuer Plan bedeutet mehr alleine zu tun. Für mehr alleine verantwortlich sein zu müssen. Während ich also auf der Suche nach der für mich passenden Stelle bin, muss ich immer wieder feststellen, wie schwierig sich mein neuer Plan gestaltet. Die ersten Zweifel und Fragen lassen nicht lange auf sich warten. „Was, wenn mein Kind krank wird? Bin ich bereit sie in diesem Zustand alleine zu lassen?“ oder aber „Wie viel Verständnis kann ich von meinem Arbeitgeber erwarten?“ Dann bin ich einmal die Mutter und denke mir, wenn er kein Verständnis für mich und mein Kind aufbringen kann, wie soll das dann funktionieren? Auf der anderen Seite muss ich mich in seine Lage versetzen, da ich die Arbeitnehmerin bin. Was bringt ihm eine Angestellte, die er nie zu 100 % einplanen kann? Es entsteht ein Kampf zwischen Verstand und Herz, zwischen meiner Rolle als Mutter und Arbeitnehmerin.

Für mich selbst stand schnell fest: Fremdbetreuung, nicht ganz. Zumindest möchte ich mein Kind, solange sie sich noch nicht richtig ausdrücken kann, nicht in die Hände fremder Menschen geben. Das ist meine ganz persönliche Entscheidung, die ich schon früh traf. Und ich konnte diese Entscheidung treffen, da ich das Glück habe, dass meine Mutter eine sehr große Stütze für mich ist und auch immer war. Sie kann die Betreuung meiner Tochter übernehmen, während ich arbeite. Ich weiß, dass dies heute nicht selbstverständlich ist und ich bin furchtbar dankbar, dass unsere Familie das Glück hat, diese Option wählen zu können. Meine Tochter kennt und liebt die Oma seit ihrer ersten Sekunde hier auf Erden und deswegen bin ich unendlich froh zu wissen, wenn es darauf ankommt, kann ich sie bei einem vertrauten Menschen unterbringen. Sie wird nicht ins kalte Wasser geworfen, zumindest nicht komplett. Den bitteren Beigeschmack, sie doch für längere Zeit nicht selbst betreuen zu können, kann mir natürlich auch diese Tatsache nicht nehmen. Sie macht es aber ein kleines bisschen einfacher für mich.

Doch wie möchte ich arbeiten? Schichtsystem? Vollzeit oder vielleicht doch eher Teilzeit? Ein paar Stunden am Tag oder doch den ganzen Tag und dafür nicht die komplette Woche durch? Es gibt die unterschiedlichsten Modelle, und jedes hat seine Vor – und Nachteile. Täglich und dafür nur wenige Stunden erscheint mir auf den ersten Blick am Sinnvollsten. Allerdings finde ich auch durchaus toll 3-4 komplette Tage mit meinem Kind haben zu können und den Rest länger einer Arbeit nachzugehen. Welches Modell jetzt genau das Richtige für mich sein wird, kann ich bisher nicht sagen. Wir müssen es ausprobieren und unseren neuen Plan für uns erarbeiten. Oder, wir lassen das mit den Plänen und schauen was das Leben für uns bereithält?  In erster Linie, werde ich natürlich weiterhin an meine Tochter denken. Sie wird mir zeigen, ob und wie sie mit unserem Weg zurecht kommt.

Es ist ein großer Schritt für eine Mama, in das Berufsleben zurückzukehren, ich denke daran ändert das Alter des Kindes nur bedingt etwas. Man sollte sich dennoch bereit dazu fühlen. Wie könnte man sonst effizient der Arbeitswelt zur Verfügung stehen? Es ist nicht immer einfach, aber oftmals dennoch richtig.

Was war oder ist euer Plan? Wann möchtet ihr in den Beruf zurück oder wie war es bei euch?
Erzählt uns doch von eurer Entscheidung, eurem Weg und euren Gefühlen zu dem Thema.

Alles Liebe,
eure Leslie