Teilzeit-Familienbett

Familienbett, bedürfnisorientiert, kind schläft bei uns

Familienbett, bedürfnisorientiert, kind schläft bei uns

Teilzeit-Familienbett. Dieser Ausdruck begleitet mich nun seit einigen Wochen und ich denke, die ein oder andere Mama, weiß genau, was ich mit diesem Ausdruck meine. Wir praktizieren das Teilzeit-Familienbett aus Überzeugung, aber ich erzähle euch gern, wie ich zu diesem “Ausdruck“ kommen. Neulich wurde ich nämlich gefragt, warum mein „Großer“ Sohn , denn ein eigenes Bett hätte, wenn ich das Familienbett doch so vertrete und sogar mein eigenes Bett dafür umbaue. Ehrlich gesagt, als ich kurz in mich ging, fragte ich mich “ Teilzeit-Familienbett, geht das überhaupt?“.  Mein Großer  schläft gerne bei mir oder vielmehr bei uns.  Ich genieße die Nähe zu meinen Kindern sehr und das Teilzeit-Familienbett ist für eine super Lösung.

Als ich, mit 19, Mama wurde, habe ich viel auf andere gehört und grade gesundheitlich sehr auf meinen Großen geachtet. Er wurde mit Herzproblemen geboren und man sagte mir, er müsse im eigenen Bett schlafen. Schon bei unseren Krankenhausaufenthalten wurde das, von Geburt an, so gehandhabt. Schreien lassen mussten wir ihn nie, denn wir haben Glück einen ausgezeichneten Schläfer zu haben. Wäre mein großer Junge anders gewesen, hätte ich spätestens da rebelliert, denn kein Kind sollte um die Nähe seiner Eltern schreien müssen. So ergab es sich, das der Große zwar in meinem Zimmer, aber immer im eigenen Bett schlief. Ich wollte ihm ja nicht schaden, so wie es mir weiß gemacht wurde.

Als vor 12 Monaten dann unsere kleine Krabbe geboren wurde und ich mir das Stillen hart erkämpfte, fing ich an, umzudenken. Die Krabbe war nämlich absolut kein guter Schläfer und der süße Stubenwagen wurde allmählich zur Tuch und Tragen Ablage umfunktioniert. Unsere Lösung für ruhigere Nächte: DAS FAMILIENBETT.  Doch ich habe nicht nur meine kleine Krabbe, nein, auch mein großer Sohn möchte viel Mama haben. Er begann schon zu fragen, wann den das Geschwisterchen zu ihm ins Kinderzimmer zieht. Er sah ja, dass der kleine Bruder mehr Mamazeit bekam, da dieser sogar Nachts bei mir sein durfte. Ich wollte nicht, dass mein großer Schatz sich ausgeschlossen fühlt.  So lud ich ihn ein, jederzeit zu uns kommen zu dürfen.  Seine Abendroutine wollte ich nicht ändern. Er ist es  gewöhnt, nach der Abendwäsche und unserem gemeinsamen singen, in seinem Bett einzuschlafen und dies behielten wir es so bei. Jedoch wenn er nun Nachts aufwacht, bringe ich ihn nicht rüber in sein Zimmer, sondern lasse ihn zu uns ins Bett kommen. Ich freute mich schon insgeheim, das Bett im Kinderzimmer bald abzubauen, um mehr Platz zum spielen zu schaffen.

Jedoch sind ja Kinder unberechenbar. Er schlief so gerne bei uns, bis zu dem Tag, an dem die Krabbe die Magen-Darm-Grippe bekam und wir alle nicht mehr schliefen. In dieser Nacht, nahm mein Großer, plötzlich  seinen „babyhundi“ und schlurfte in sein eigenes Bett – und schlief dort. So schlief er jede Nacht in seinem Zimmer, bis die Krabbe wieder relativ gesund war. Ich war so erstaunt über diese Reaktion, aber habe es nicht thematisiert. Ich wünsche mir, das er das gemacht hat, weil er sich mir sicher ist und weiß, er kann jederzeit kommen und gehen und das war ein wunderschönes Geschenk an mich. So betreiben wir ein Teilzeit-Familienbett.  Manchmal habe ich vier Füße im Gesicht und manchmal nur zwei, aber ich genieße jede Sekunde davon. Ich weiss ganz sicher, es gibt kein Patent Rezept, jede Familie und jedes Kind ist verschieden. Das ist gut so, denn es gibt jede Menge individuelle Möglichkeiten das Familienbett zu betreiben.

Wie sieht denn eure Art des Familienbettes aus? Wie schlaft ihr? Alle gemeinsam? Zieht einer aus oder kommen kleine Füße, in der Nacht, zu euch getappst?

Ich freu mich auf eure Antworten.

Eure Eliza