Du bist doch Erzieherin

Erziehung, Beziehung, AP, Kind zickt rumHeute habe ich mich mit Jana zusammengesetzt und mit Ihr erörtert, wie es denn ist, wenn Erzieher nun selbst Eltern werden? Ja, ich schreibe bewusst “Erzieher“, denn vielleicht sind auch ein paar PAPAS und MAMAS aus diesem Berufszweig unter euch Lesern.

Janas Sicht: In meiner Ausbildung lernte ich alles, was mich auf meinen Alltag im Job vorbereiten sollte. Doch keiner sagte mir, dass es mich nicht unbedingt auf das Leben als Mama vorbereitet. Ja, die Vorstellung hatte ich tatsächlich. Ich dachte mir so einiges, aber nicht, dass sich meine Ansichten zum Thema “Erziehung“ so mit meiner Ausbildung beißen werden, wenn es um meine eigenen Kinder geht. „Du bist doch Erzieherin.“, dachte ich mir. „Das schaffst du doch mit links!“, dache ich mir. „Mit Kindern kannst du gut umgehen.“, dachte ich mir, denn schließlich hab ich das ja gelernt. Du bist doch Erzieherin und als Mama versuchst du den Alltag so schön und bunt wie möglich zu gestalten.
Als gelernte Erzieherin sollte das doch ein Klacks für mich sein! Ha, denkst’e!
So leicht mir mein Beruf vielleicht fiel, es ist tatsächlich etwas ganz anderes mit den eigenen Kindern umzugehen als mit den Kindern im Kindergarten. Neulich erst traf ich mich mit einer Freundin zum Kaffee und wir kamen auf das Thema der Kindererziehung.  „Na dir fällt das doch alles in den Schoß, Jana. Du schüttelst dir das alles aus dem Ärmel!“
Ich frage mich, was genau schüttel ich mir aus dem Ärmel? Wenn mein Kind einen Wutanfall, im örtlichen Drogeriemarkt bekommt, stehe ich da genauso „hilflos“ daneben wie jede andere Mutter. Ich stehe schließlich nicht da und überlege mir erstmal:“Welche Strategie zur Konfliktlösung hat uns Frau D. damals nochmal gelehrt? Ist es überhaupt ein Konflikt, oder eher das entdecken des eigenen Willens?“
Während ich mir noch Gedanken über diverse Konzepte machen würde, hatte mein Kind bereits Schokolade von einer wildfremden, älteren Dame bekommen. Also was genau fällt mir denn leichter als anderen Mamis? Nichts!
Nein, ich empfinde es manchmal sogar als „Fluch“ Erzieherin zu sein. Denn jeder, der weiß welchen Beruf ich ausübe, der erwartet eine Performance á la Super Nanny von mir. Nur, dass ich das stille Tipi schlecht zwischen Shampoo und Zahnpasta aufbauen kann. Ich finde auch in diesen Momenten keinen Rückzugsort für mich und mein Kind und ja, auch mir sind diese Situationen etwas unangenehm.
Ich meine, wie unangenehm ist es denn bitte, wenn das eigene Kind rumschreit, sich auf den Boden wirft und schreit als hätte es sein geliebtes Kuscheltiere verloren. Auch ich, habe da sicherlich keine Tips, außer: Augen zu und gemeinsam durch die Situation durch! Alle gucken oder tuscheln schon. Der Herr mit Schlips verdreht die Augen und will einfach nur schnell seinen 9-Klingen Flexi-Rasierer bezahlen. Und dann auch noch das, eine andere Mutter kommt auf mich zu gesteuert, vermutlich mit den neusten Erziehungstips vom Babykurs? Doch, nein, sie sagt nichts der gleichen. Lediglich ein Lächeln und „Ich weiß wie es sich anfühlt!“
Genau das ist es worauf ich hinaus möchte – die Anekdote dauerte ja jetzt auch schon ziemlich lang – Realität eben! Wir als Mütter, egal ob Bankkauffrau, Fleischereifachverkäuferin, Lehrerin, Sozialpädagogin, oder oder oder, wir sollten zusammenhalten. Wir wollten uns Mut zusprechen.
Wir sollten gegenseitiges Verständnis zeigen. Denn es gibt etwas in dem wir alle gleich sind und das ist die Liebe zu unseren Kindern!
Es ist für mich als Mama, schön zu hören, wenn es anderen genauso geht wie mir. Es ist schön zu wissen, da ist jemand, der weiß wie es ist einen kleinen Terrorkrümel zu Hause zu haben. Egal, ob ich Erzieherin bin oder eben nicht.
Niemand braucht Mütter, die mit verschränkten Armen vor einem stehen und sagen: „Na, Sie haben den Erziehungszug aber um einiges verpasst! Mein Prince-Karl-Theodor-Friedolin wusste schon mit 12 Monaten was sich gehört.“
Also liebe Mamas: make Love, but not with Erziehungszug und stillem Tipi. Denn die Beziehung zu unseren Kinder ist sehr viel mehr Wert als die Erziehung auf biegen und brechen.

Wie geht es euch denn dabei? Seid ihr Erzieher oder habt ihr welche im Freundeskreis?

Wir freuen uns auf eure Antworten,

Eure Tascha