Samstag ist Fastfood-Tag…

mama blog, Ernährung, Hamburger, kind Pommes,

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…so scheint es, wenn man an einem Samstag einen Fastfood-Tempel besucht.

Neulich waren wir samstags unterwegs, um für unseren Sohn einen neuen Kindersitz zu kaufen. Da ich, was Sicherheit im Auto betrifft, keine Kompromisse eingehe, war  klar, dass es eine Beratung im Fachgeschäft werden würde. Das heißt für uns in diesem Fall eine Stunde Anfahrt + Wartezeit, weil wir keinen Termin hatten, Beratung und eine Stunde Rückfahrt.

Da im Anschluss an den Kindersitzkauf an diesem Samstag am Nachmittag noch ein Geschäftstermin anstand, war ebenfalls klar, dass wir nicht kochen, sondern unterwegs irgendwo etwas essen gehen würden. Insgeheim hatte ICH ja ein Mittagsbuffet beim Chinesen im Kopf und total Lust darauf, aber dann hatte ich den „Fehler“ aller Fehler begangen: Ich habe meine Kinder gefragt!

Die Antwort hätte ich mir ja eigentlich denken können: „Wir wollen Poooooooooooooooommes, Mama!!!!!“ Welch Überraschung, die hatten wir ja auch seit ganzen 48 Stunden nicht mehr gegessen. Aber ok, Pommes sind aus Kartoffeln und Kartoffeln sind Gemüse und Gemüse ist gesund!

Mein Mann und ich haben uns also dem Wunsch der Kinder gebeugt und das nächste Fastfood-Restaurant angefahren. Diese Idee hatte offensichtlich viele andere Eltern, es wimmelte nur so vor Kindern und Jugendlichen, teils mit beiden Elternteilen, oft auch, vor allem bei den größeren Kindern, nur die Papas mit ihren Kindern. Auf den meisten Tabletts das gleiche Bild: Pommes, Pommes, Pommes. Dazwischen noch Hähnchen Nuggets. Wir waren in der Tat nicht alleine, unser Tablett sah genauso aus!

Wenn es zum Fastfood-Tempel geht, esse ich zu 99,9% ebenfalls Pommes und einen Burger, zu trinken gibt es dann etwas mit gefühlten 30000 Kalorien. Für gesundes und kalorienbewusstes Essen und Trinken gibt es genügend andere Tage und da wir alle zu Hause so gut wie nur Wasser trinken, sei es auch den Kindern gegönnt, die sowieso genau wissen, was sie brauchen und zu Hause genügend Obst und Gemüse essen.

Als ich gerade voller Lust in meinen Burger biss, kam SIE! Sie, die perfekte Mutter, geschätzte Kleidergröße 34/36, perfekt zurecht gemacht, aber nicht overdressed, mit ihrem ca. 10 jährigen Sohn.

Sie stand an der Kasse neben uns, und was bestellte sie??? Genau. Einen Salat! Ich habe sie spontan gehasst. Gehasst und auch bewundert für ihre Disziplin, sich nur einen Salat zu bestellen, wo es doch im Fastfood-Restaurant so gut nach Pommes und Burgern riecht!

Ich fühlte mich in diesem Moment irgendwie unzulänglich, weil ICH, mit meinen 10kg zu viel auf den Rippen, diese Disziplin nicht aufbrachte.

Größe 34/36 ist ganz gewiss NICHT die von mir angestrebte Kleidergröße und eigentlich empfand ich diese Mama als viel zu dünn, aber dennoch haderte ich für Sekunden wieder mit mir und warum ICH diese Disziplin nicht aufbringen kann im Moment. Warum ICH diese blöden 1000 Kalorien genau JETZT zum Wohlfühlen brauche.

Ich weiß nichts über diese Mama, ich möchte ganz gewiss nicht über sie urteilen und ich weiß auch nicht, warum sie sich einen Salat bestellt hat. Vielleicht hatte sie ja gerade in einer Bäckerei ein Stück Torte verdrückt, vielleicht hatte sie einfach spät gefrühstückt oder schlicht Appetitt auf einen Salat. Auch das soll es geben und beim Italiener bestelle ich ganz oft „nur“ einen Salat.

Vielleicht ist sie gar nicht gerne so schlank und hätte lieber 10kg mehr auf den Rippen, vielleicht ist sie krank, vielleicht hatte sie sogar eine Magenband-OP, ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass sie, obwohl sie gar nichts dafür kann, sich einen kurzen Moment in mein Leben geschlichen hat und negative Gefühle in mir ausgelöst hat, weil ich mir meinen Burger schmecken lies. Ich bin mir sicher, dass sie mich nicht mal bemerkt hat.

Zum Glück war dieser kurze Moment, in dem ich mit mir selbst gehadert hatte, sehr schnell wieder vorbei und ich habe den Rest meines Burgers und auch meine Pommes mit gutem Gewissen gegessen. Viel wichtiger war doch, dass mein Mann und ich unseren Kindern mit dem Besuch im Fastfood-Restaurant eine Freude machen konnten.

So wie die anderen 20 Familien, die dort zum Essen waren das ebenfalls mit gutem Gewissen getan haben.

Und ja, ich werde es wieder tun! Wieder in ein Fastfood-Restaurant gehen und meinen Burger genießen, meinen Kindern fettige Pommes kaufen, um ihnen eine kleine Freunde zu machen, genauso wie ich wieder eine Gemüsepfanne kochen, einen Salat zubereiten und Mineralwasser trinken werde!

Wie steht ihr zum Thema Fastfood? Gibt es das bei euch auch, oder haltet ihr das von euren Kindern fern?

Und seid ihr manchmal auch unzufrieden mit euch?

Liebe Grüße

Eure Nadine