Ausbildung mit Kind

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Während der Ausbildung schwanger zu werden, lässt einige Fragen und Bedenken aufkommen. Hat man während der Schwangerschaft genug Energie, um die Ausbildung/das Studium weiterzuführen? Wie geht es nach der Geburt weiter? Wird man sich wieder aufraffen, um die Ausbildung zu beenden? Möchte man das Kind früh abgeben, um die Zukunft mit der abgeschlossenen Ausbildung zu sichern? Wie wird diese Zeit werden? Und: Schaffe ich das überhaupt? Werde ich eine gute Mama und eine gute Auszubildende sein?

Mein erstgeborener Sohn kam kurz nach Weihnachten zur Welt. Vier Wochen zuvor hatte ich meine letzte mündliche Examensprüfung, glücklicherweise sehr gut bestanden. Das Studium war nicht anstrengender aufgrund der Schwangerschaft. Voller Liebe und Aufregung empfing ich dann unser kleines Bündel namens Wunder kurz nach Weihnachten. Während mein kleiner, großer Schatz glücklich und aktiv gedieh, wurde für mich immer klarer, dass ich mein Referendariat unbedingt beginnen und erfolgreich beenden wollte. Ich wollte die Zukunft für mich und dadurch auch automatisch für meine Familie sichern. Mein Mann hatte kurz vor der Geburt seine erste Stelle als Lehrer angetreten und wir waren finanziell gut aufgestellt, aber dennoch: Mein Studium sollte nicht „umsonst“ gewesen sein. Viel Kraft und Geld habe nicht nur ich, sondern auch meine Eltern in meine Zukunft investiert. Meine Mutter bot uns an, dass sie unseren Sohn während meines Referendariats betreuen würde. Dieses Angebot war für mich das Beste, was passieren konnte. Unser Sohn konnte direkt innerhalb der Familie betreut werden und somit begann mein Referendariat im Februar 2014, als mein Sohn gerade einmal 13 Monate alt war.

Die Zeit war anstrengend. Das Referendariat ist aber auch an sich sehr anstrengend und nervenaufreibend! Das lag nicht unbedingt nur an der Mutterzeit.

Meine „schwierige“ Klasse, Konferenzen, die Fahrten ans Seminar, Unterrichtsvorbereitungen, Unterrichtsbesuche, Pseudokrupp, Magen-Darm-Virus, schlechte Nächte, Hausarbeiten, Lernen, Prüfungs- und Erfolgsdruck …. All diese Aspekte haben mein Referendariat geprägt. Aber sie sind relativ ähnlich der erlebten Aspekte meiner Referendarkollegen – egal ob kinderlos oder bereits Mama. Jedoch habe ich sogar eher einen entscheidenden Vorteil verspürt, ich war ein kleines Organisationstalent. Ich hatte keine Zeit für ewiges Überlegen und Umwerfen meiner Unterrichtsstunden, ich konnte schnell meine Unterrichtsvorbereitung beenden und hatte das Gefühl total schnell abwechslungsreiche Ideen zu entwickeln. Es hat Spaß gemacht, gute Stunden mit einem guten Zeitmanagement vorzubereiten und zu halten, Lob zu ernten und zufrieden im Seminar und in der Schule zu sein. Meistens saß ich ab 19 Uhr auf dem Sofa, mein Sohn auf dem Bauch liegend und schlafend, mit meinem Laptop und begann zu planen. Manchmal war ich kurz vor dem Aufgeben. Das lag aber wirklich nicht an meinem Kind, sondern an dem Erfolgsdruck.

Der größte Feind war immer wieder die Frage: Bin ich trotzdem noch eine gute Mama? Diese Frage ist schwierig und frisst sich oft in die Köpfe und Herzen von uns Mamas. Aber lasst mich euch eines sagen: Natürlich seid ihr eine gute Mama, denn ihr gebt jeden Tag euer Bestes. Keine Mama ist schlecht, nur weil sie arbeiten geht. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber ich verspüre immer wieder den Druck, dass ich unbedingt perfekt sein will. Aber es gibt keinen perfekten Weg oder die perfekte Mutter. Ihr seid gut so wie ihr seid, denn ihr gebt euer Bestes.

Ich habe mein Bestes gegeben und ich habe es geschafft. Ich kann euch nur ermutigen eure Ausbildung mit Kind zu beenden. Die Zeit, bei mir waren es 1,5 Jahre, gingen irgendwie rasend schnell vorbei und rückblickend ist man stolz, glücklich und erleichtert es durchgezogen zu haben.

Wie sind eure Erfahrungen? Hattet ihr eure Ausbildung bereits beendet als euer Wunder zu euch kam?  Ist euch Ausbildung mit Kind geglückt?

Eure Jasmin