Durch die Augen meiner Tochter

Liebe Mamas, habt ihr eurem Kind schon mal beim Spielen zugesehen? „Klar!“, werdet ihr denken, „Was für eine blöde Frage?“ Aber ich meine nicht das Zusehen im Sinne von aufpassen, dass eurem Kind nichts passiert. Ich meine einfach nur zusehen, beobachten, aus der Sicht des Kindes, ganz ohne euch Gedanken und Sorgen zu machen. Ich habe mich heute ganz bewusst zu meiner Tochter auf die Spieldecke gesetzt bzw. gekauert, mit meinem Kopf auf ihrer Augenhöhe, und einfach nur zugesehen, was sie da macht. Ich habe versucht, durch ihre Augen zu sehen. Das waren meine entspanntesten Minuten des Tages.
Meine Tochter ist sechs Monate alt und ihr liebste Beschäftigung ist es, Dinge zu erkunden. Mit einer unglaublichen Hingabe widmet sie sich – für mich – ganz alltäglichen Dingen und erforscht diese. Es ist einfach nur eine Freude, ihr dabei zuzusehen.
Während ich also heute mit den Augen meiner Tochter gesehen habe, ist mir klar geworden, wie viel wir doch von unseren Kindern lernen können.
Erlebe mit allen Sinnen
Wir Erwachsene tun uns oft schwer damit, ganzheitlich mit allen Sinnen zu erleben. Unsere Welt beschränkt sich doch sehr oft auf alles Visuelle. Dabei tut es so gut, ganz bewusst mit allen unseren Sinnen wahrzunehmen, was um uns herum ist. Sehen, hören, schmecken, riechen, fühlen. Einfach etwas wahrnehmen, ohne uns über irgendetwas anderes Gedanken zu machen, außer die Sache, die wir gerade wahrnehmen.
Entdecke den Zauber im Kleinen
Meine Tochter kann sich sehr ausgiebig mit ein und demselben Gegenstand beschäftigen. Meistens sind es ganz einfache Gegenstände, z.B. der Rascheltunnel für unsere Katzen oder der Deckel eines Marmeladenglases. Ist uns Erwachsenen das überhaupt noch möglich? Na gut, so ein Deckel ist für uns vielleicht nicht unbedingt das Wahre, aber es gibt so viele andere Dinge auf dieser Welt, die ihren Zauber im Kleinen haben. Eine Blume, eine Tasse Tee, ein kleines Windspiel. Man muss sich nur auf diesen kleinen Zauber einlassen.
Benutze deine Hände
Die kleinen Hände meiner Tochter sind immer in Bewegung, wenn sie erkundet. Dabei habe ich mich gefragt, wie oft wir eigentlich noch unsere Hände benutzen und damit etwas schaffen. Damit meine ich nicht, etwas am Smartphone tippen oder die Fernbedienung zu benutzen, sondern bewusst etwas mit unseren Händen fühlen und schaffen. Für mich sind diese Momente, wenn ich an meiner Nähmaschine sitze und ein neues Kleidungsstück mit meinen Händen erschaffe. Ich finde es unglaublich entspannend, einfach nur zu fühlen, wie weich der Stoff ist, den ich vernähe.
Ich bin gespannt, wie sich das Spiel meiner Tochter verändern wird, wenn sie älter wird und was ich Neues beobachten kann, wenn ich versuche, durch ihre Augen zu sehen.
Wie geht es euch? Was könnt ihr im Spiel eurer Kinder beobachten und vielleicht für euch mitnehmen? Erzählt mir gerne davon.
Liebe Grüße,
Eure Laura

Ein Kommentar

  1. Ich finde generell immer sehr erstaunlich wie Kinder aller Altersstufen an Dinge herangehen. Was mir oft auffällt ist das was ich „Macht nix“ nenne…da wird mit ganz viel Energie an einem bestimmten Vorhaben gespielt und gewerkelt und dann klappt es gar nicht. Stört unsere Kleinen aber nicht, macht nix und dann wirds einfach nochmal probiert. Mit einer unglaublichen Ausdauer und oft auch ohne genervt oder enttäuscht zu sein. Das würde ich gern öfter mal ins Erwachsen sein transportieren, wenn bei mir was nicht klappt und ich mich dann ärger.
    Liebe Grüße

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