Nur die Mama

Mama ist die beste, Kind hängt an Mama

Mama ist die beste, Kind hängt an Mama

Meine Kinder sind beide ziemlich auf mich fixiert und oft darf Papa gar nichts, wenn ich zu Hause bin heisst es nur die Mama. Bin ich nicht da, funktioniert es aber zum Glück ohne Probleme.

Leider artet das „nur die Mama“ in letzter Zeit häufig in Streit aus, wer denn mit Mama kuscheln darf, um welches Kind ich mich (vermeintlich) mehr kümmere und so weiter und so fort.

Zu allem Übel legt nun auch unser Kater eine gewisse Eifersucht an den Tag, wenn es um das Kuscheln mit mir geht, sodass sich an manchen Tagen die Kinder beinahe mit dem Kater um mich duellieren. Noch schöner wird es, wenn auch unsere Katze mit mir kuscheln will. Da sitzt dann die Katze auf mir, der Kater sieht es und setzt sich auf die Katze.

Sobald mein Sohn das sieht, verjagt er die Katzen und kuschelt sich an mich. Sieht das dann wiederum meine Tochter, ärgert sie ihren Bruder bis er um sich schlägt.

Es ist gerade wirklich nicht so einfach und mein Mann ist oft sehr traurig, dass die Kinder ihn nicht akzeptieren, wenn sie doch Mama haben können. Warum und wieso das so ist, weiß ich leider nicht.

Klar, beide Kinder sind in meinem Bauch gewachsen wurden an meinem Busen gestillt. Aber dennoch ist der Papa doch der Papa, der sich genauso wie ich beide Kinder gewünscht hatte.

Meist ist mein Sohn extrem auf mich fixiert und so gerne ich mit meinen Kindern auch kuschele, so gern ich für sie da bin – ich wäre manchmal wirklich froh, ich könnte ein paar Kuscheleinheiten an meinen Mann abgeben. Vor allem wenn ich selbst in den Seilen hänge und nicht 100% für meine Kinder da sein kann, ist das alles nicht mehr so entspannt.

Am Schlimmsten sind für mich jedoch die Streitereien unter den Kindern, weil sie nicht nur verbal streiten, sondern leider auch handgreiflich werden. Wenn es um Mama geht, ist unsere „Familienregel“ Nummer eins – „Wir tun einander nicht weh“ – komplett vergessen.

Vor zwei Wochen sind die Streitereien in der Badewanne derart ausgeartet, dass ich tatsächlich Angst hatte, meine Kinder würden sich ernsthaft verletzen – mit der Konsequenz, dass sie ab sofort nur noch getrennt baden dürfen! Der Grund für den Streit: Wem wäscht Mama zuerst die Haare.

Ich weiß, dass Geschwisterrivalitäten ganz normal sind und dass eine Mama eben eine Mama ist. Aber so, wie meine Kinder und die Katzen derzeit an mir hängen, fühle ich mich an manchen Tagen richtig eingeengt.

Ist eines der Kinder krank, hilft erfahrungsgemäß immer nur die Mama (und eine heiße Hühnersuppe) und der Papa ist an diesen Tagen absoluter Statist bei uns oder wird vor allem von unserer Tochter belagert.

Lustig ist es, wenn meine Kinder sauer auf mich sind und ich eine „blöde Mama“ bin. Da drohen mir beide, dass sie nie wieder mit mir kuscheln werden und der Papa sie ins Bett bringen muss.

Wenn ich beruflich unterwegs bin und nur der Papa Zuhause ist, klappt übrigens alles wunderbar und dann wird mit Papa so geschkuschelt wie sonst mit mir. Aber eben Wehe!, Mama ist Zuhause. Da wird der Papa bei unseren Kindern leider zur Nebensache.

Oft bekomme ich zu hören, ich solle da mal „durchgreifen“ und sie müssten eben lernen, dass auch Papa sie ins Bett bringt, wenn wir gemeinsam zu Hause sind. Nur, warum soll ich uns das Leben schwerer machen als es ist? Wenn ich ihrem Mama-Bedürfnis nachkomme, geht alles ruck-zuck und in Ruhe. Würde ich darauf beharren, dass Papa dies tut, gäbe es nur Geschrei und alle wären unzufrieden – und ich würde mich fühlen, als ob ich meine Kinder verrate. Klar ist es oft anstrengend, wenn nur die Mama ran muss, aber ich bin eben ihr sicherer Hafen. Und sie sollen auch wissen,  dass sie jederzeit zu mir kommen können.

Die meiste Zeit ist es ja schön und ein „Mama, ich hab dich soooooooooooo lieb“ lässt einem doch das Herz aufgehen – und eine kleine Kinderhand (oder zwei) in meiner Hand zu halten, lässt mein Mamaherz höher schlagen. Vermutlich viel zu schnell und viel zu früh, werden meine Kinder zu mir sagen „Mama, geh weg, ich brauche dich nicht mehr, ich kann das alleine“ – und das wird mir sicher noch weniger gefallen als das ständige „Gebrauchtwerden“.

Wie ist es bei euch? Sind eure Kinder ebenfalls mama-fixiert oder ist das bei euch eher ausgewogen?

Liebe Grüße

Eure Nadine