Wie viele Süßigkeiten sind OK?

Ein leidiges Thema im Mama-Alltag: die lieben Süßigkeiten. Wie viele Süßigkeiten sind Ok? Sind Süßigkeiten überhaupt Okay? Ab welchem Alter „darf“ man den Kindern Süßigkeiten geben?

Diese Fragen können alle Eltern nur für sich selbst beantworten, leider gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob man seinen Kindern auch beim Thema Süßigkeiten die Selbstbestimmung zugesteht oder ob man die Süßigkeiten rationieren möchte.

Fakt ist: In der Regel kann man die Süßigkeiten nicht von den Kindern fernhalten, spätestens wenn im Kindergarten die ersten Kindergeburtstage anstehen geht es los.

Anmerkung: ich rede hier von gesunden Kindern, von Kindern ohne Unverträglichkeiten und dergleichen. Ich weiß, dass die Sache in diesem Fall anders aussieht und nicht so einfach zu handhaben ist!

Ich möchte euch erzählen, wie es bei uns war und wie wir das Thema handhaben. Allerdings bitte ich euch, zu bedenken, dass dies UNSER Weg ist, es dafür weder richtig noch falsch gibt und ihr es nicht zwangsweise 1:1 für eure Kinder anwenden könnt und sollt!

Bei unserer Tochter war es deutlich einfacher, so als Erstgeborene. Ich konnte relativ lange zumindest Industriezucker von ihr fernhalten. Als sie mit 10 Monaten endlich bereit für die Beikost war, bekam sie viel Obst. Ihren Getreide-Obst-Brei hat sie geliebt!

Wann genau sie ihre ersten Süßigkeiten bekommen hat, daran kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern. Aber ich vermute, dass sie an ihrem ersten Geburtstag ein Stück von ihrem Geburtstagskuchen probieren durfte.

Im Großen und Ganzen haben wir darauf geachtet, dass unsere Tochter sich ihrem Alter entsprechend ausgewogen ernährt, haben aber die Süßigkeiten auch nie verteufelt.

Beim Sonntagskaffee bei den Schwiegereltern wollte sie vom Erdbeerkuchen meist nur die Erdbeeren und ließ den Boden liegen. Das war alles sehr, sehr entspannt und die einzige Einschränkung, die es auch heute noch bei uns gibt, ist, dass es vor dem Essen keine Süßigkeiten mehr gibt. Wer ganz großen Hunger hat, darf vorher gerne schon vom Salat essen oder anderes Gemüse knabbern, aber es gibt keine Schokolade oder Bonbons, die dürfen dann aber gerne zum Nachtisch gegessen werden.

Bei unserem Sohn war das dann etwas anders mit einer zwei Jahre älteren, großen Schwester, die ihren Bruder liebend gern mit allem gefüttert hat, was sie gegessen hat. Und von Anfang an hat sie auch ihre Gummibärchen mit ihm teilen wollen.

Da er – im Vergleich zu seiner Schwester – relativ früh mit Beikost begonnen hat (er war gerade 6 Monate alt und nicht mehr zu halten), machte er dadurch früh Bekanntschaft mit dem „bösen“ Industriezucker. Irgendwo gibt es ein Bild, auf dem er sich mit ca. 8 Monaten ganz genüsslich eine Hand voll Torte in den Mund steckt, die er zuvor von einem Teller gemopst hat.

Für mich war es beim zweiten Kind zum einen deutlich anstrengender, die Süßigkeiten fern zu halten. Zum anderen war ich aber lockerer, weil ich sehen konnte, wie gut unsere Tochter mit der teilweisen Selbstbestimmung bei den Süßigkeiten umgehen konnte und ich so die Angst vor dem „bösen, bösen Zucker“ ablegen konnte.

Heute sind meine Kinder 6 und fast 4 und essen gerne Süßigkeiten. Aber genauso gerne essen sie einen Obst- oder Gemüseteller und verlangen auch danach.

Es gab Zeiten, da wünschte sich unsere Tochter zum Abendessen täglich nur Karottensalat, selbst gemacht von Mama. Das schönste Erlebnis hatten wir diesbezüglich allerdings bei der Busfahrt in den Urlaub, als unser Sohn den ganzen Bus zusammengebrüllt hatte mit den Worten: „Mamaaaaaaaaaaa, ich will aber keine dummen Kekse, ich will Gurke“.

Da dachte ich ganz stolz, dass wir doch alles richtig gemacht haben.

Wir vertrauen unseren Kindern, dass sie selbst wissen, was sie benötigen und drücken hin und wieder beide Augen zu, wenn es unserer Meinung nach mit den Süßigkeiten Überhand nimmt.

Aber wir wissen, dass auch dies eine Phase ist und nach relativ kurzer Zeit von Gemüse und/ oder Obst abgelöst wird.

Da unsere Süßigkeiten offen zugänglich sind, sind sie nichts besonderes und gehören einfach dazu und somit ist das Verlangen gar nicht so groß. Unsere Kinder wissen, dass sie sich (außer wie oben geschrieben direkt vor dem Essen) bedienen dürfen. Sie regulieren sich sozusagen selbst und das finde ich toll.

Das einzige, worauf mein Mann und ich achten müssen, ist, dass der „Süßhunger“ ab ca. 17:30 Uhr gestillt ist, da sie später tatsächlich vom Zucker nochmals richtig aufdrehen.

Gibt es ab ca. 17:30 Uhr keine Süßigkeiten, sind sie deutlich entspannter und streiten sich auch nicht so extrem, das haben wir nun des öfteren ausprobiert. Zum Glück ist das für die Kinder auch ok, wenn wir dann sagen, dass die Süßigkeitenzeit für heute vorbei ist. Wir leben also quasi eine bestimmte Selbstbestimmung bei den Süßigkeiten. Oder eine teilweise Selbstbestimmung, ganz wie ihr möchtet 😉

Wie ist es bei euch, gibt es Süßes? Ist es rationiert oder haben eure Kinder freien Zugang? Erzählt doch mal.

Liebe Grüße

Eure Nadine