Schimpfwörter – für Kinder ein NoGo?

 

Warum fährt der Typ im Auto vor mir denn nicht schneller? Muss die Oma an der Kasse ausgerechnet jetzt ihr Kleingeld raus zählen und wieso geht überhaupt heute alles schief? Für jede Situation haben wir zuweilen ein ziemlich deftiges Schimpfwort parat. Ohne uns groß Gedanken darum zu machen lassen wir mit einem „verdammt“, „Mist“ oder „Scheiße“ Dampf ab. Schimpfworte sind ein Ventil für alltägliche Stresssituationen. Sei es die eigene Dusseligkeit oder die anderer Leute über die wir uns ärgern. Fluchen gehört zu unserem täglichen Sprachgebrauch.

Wieso stört es uns nun also, wenn unsere Kinder solche Wörter in den Mund nehmen? Wieso darf man dies oder jenes nicht sagen? Und warum will Oma mir den Mund mit Seife auswaschen? Schimpfwörter gehören sich nicht, Kinder die fluchen sind keine angepassten Mitglieder der Gesellschaft. Sie sind unerzogen und bringen es zu nichts. Außerdem haben wir als Eltern versagt.

SCHEIßE NEIN – sage ich ! Und das sogar ziemlich laut und häufig. Ich fluche wie ein Hafenarbeiter und nehme dabei kein Blatt vor den Mund. Denn was ist ein „Mist“ anderes als der verbale Ausdruck einer spontanen und heftigen Emotion? Jede Emotion ist gut und sollte gelebt werden. Aufgestaute Emotionen machen krank und da weder ich, noch meine Kinder krank werden sollen, schreite ich nicht ein wenn sie ihrem Ärger Luft machen. Der Turm aus Bausteinen wird nicht so wie mein Sohn es sich vorgestellt hat? An manchen Tagen ist das ein Grund zum schimpfen. Meiner Tochter bricht zum 10x die Buntstiftspitze ab? Scheibenkleister!

Wir schimpfen mit Dingen und über Situationen. Die einzige „Grenze“ die wir ziehen bzw. gesetzt haben ist die, dass keine Menschen beschimpft oder beleidigt werden (zB. A******ch uvm.). Denn die Gefühle und Bedürfnisse anderer werden geachtet. Natürlich kommt es vor, dass mein Sohn sich über mich oder seine Schwester ärgert. Der Unterschied liegt in der Kommunikation. „Ich bin sauer auf dich. Ich habe mich sehr über dich geärgert!“ Ich-Botschaften beleidigen niemanden, klären aber trotzdem die eigene Gefühlslage.

Ich habe keine Angst davor, dass meine Kinder mir ihrem „losen Mundwerk“ irgendwo anecken. Sie haben so nur noch einen Weg um ihre Gefühle auszudrücken und sind mit ihnen im Reinen. Es gibt emotionale Stabilität und ich freue mich, dass sie ihre Gefühle differenzieren und benennen können.

Wie ist das bei euch, wie bringt Ihr den Kindern bei welche Worte OK sind und welche nicht?

Ich freue mich auf eure Antworten.

Eure Denise