Stilldemenz

mama blog, attachment parenting, stillen, bedürfnisorientiert
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Zugegeben, der organisierteste Mensch war ich sicherlich noch nie, aber ich hatte mein Leben und meine Termine gut im Griff. In den letzten Monaten höre ich allerdings von Freunden und Familie immer öfter, dass ich ja so furchtbar neben der Spur sei. Tatsächlich werde ich das Gefühl nicht los, dass es mir viel schwerer fällt, mich zu erinnern oder Dinge zu organisieren. Dabei ist das ja gerade als Mama das A und O. Ich habe mich oft gefragt, was mit mir nicht stimmt.
Angefangen hat diese „Verpeiltheit“ bereits in der Schwangerschaft. Da bin ich wie ein gescheuchtes Huhn durch die Gegend gerannt und musste doppelte Wege laufen, weil ich es nicht mehr geschafft habe, organisiert zu handeln. Beim Einkauf bin ich gefühlt zehn Mal zum gleichen Regal gelaufen und kreuz und quer den Laden gerannt, um dann zu Hause festzustellen, dass ich doch etwas Wichtiges vergessen habe. Selbst beim Reden habe ich mich ständig verhaspelt und konnte manches Mal keinen anständigen Satz raus bringen. Das war mir dann doch etwas peinlich. Seit der Geburt unserer Tochter ist das nicht unbedingt besser geworden. Mein Mann hat mittlerweile akzeptiert, dass er mir manche Sachen dreimal erzählen muss, bis sie in meinem Kopf angekommen sind. Wir lachen einfach nur noch darüber.
Aber woran genau liegt diese plötzliche Vergesslichkeit und gibt es sowas wie Schwangerschafts- und Stilldemenz wirklich, oder ist das eher eine Ausrede für unorganisierte Mütter?
Aus wissenschaftlicher Sicht sind mal wieder die Hormone schuld, die zu einer Fokussierung auf das Kind führen (alles Andere ist egal) und auch dafür Sorgen, dass die Mutter die Strapazen der Geburt vergisst. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass einfach so viele neue und wichtigere Dinge im Leben einer (werdenden) Mutter passieren. Da werden alltägliche Aufgaben wie einkaufen, studieren oder arbeiten erstmal zur Nebensache und der ein oder andere Termin kann schon mal in Vergessenheit geraten. Als Mutter, vor allem als frisch gebackene, prasseln so viele neue Aufgaben auf einen ein, dass es ohnehin erstmal schwer fällt, einen geregelten Alltag zu leben. Bis sich alles eingespielt hatte, war ich z.B. nicht in der Lage, mich auf Hausarbeit, den nächsten Einkauf oder die Problemchen anderer Leute zu konzentrieren. Alles in dem Moment, Unwichtige wurde einfach beiseite geschoben und irgendwann vergessen. Wichtig war nur mein Baby und dass ich alles dafür tue, dass es ihr gut geht.
Mittlerweile ist meine Tochter sechs Monate alt und wir leben unseren Alltag als Familie. Trotzdem passiert es mir auch heute noch, dass ich nicht ganz bei der Sache bin. Jeden Tag lernt sie so viel und ich muss mich neu darauf einstellen. Dafür muss meine Umwelt dann wohl oder übel einfach Verständnis haben.
Wie geht/ging es euch in der Schwangerschaft und nach der Geburt? Seid ihr auch sehr vergesslich oder haltet ihr die Schwangerschafts- und Stilldemenz für einen Mythos?
Eure Sabrina

1 Kommentar

  1. Hallo Sabrina, ich halte das für keinen Mythos. Auch ich und viele meiner Freundinnen waren bzw sind davon betroffen. Früher musste ich mir keine Termine aufschreiben, ich hatte alles im Kopf und heute, 4 Jahre später, gehe ich ohne Terminplaner nicht aus dem Haus. Ich nehme das mit Humor.

    LG Ania

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