Musikerlebnisse mit Kindern

 

Jede Mama und jeder Papa möchte seinem Kind die beste Ausbildung bieten, die Ressourcen nutzen und dem Kind das Bestmöglichste ermöglichen, es so früh wie möglich in verschiedene Richtungen fördern. Doch wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für eine musikalische Ausbildung? Wann ist mein Kind so weit ein Instrument zu lernen?

Es wird viel im kulturellen Angebot für Kinder geboten: Musikalische Früherziehung, Musikgarten, Instrumental- und Gesangsunterricht, Ensembles, Kinderkantorei, Chöre und noch vieles mehr. Bei beiden Kindern habe ich diese musikalischen Frühangebote nicht genutzt, da ich selbst zu Hause mit meinen Kindern viele musikalische Erlebnisse geschaffen habe und immer noch schaffe. Nichtsdestotrotz finde ich solche musikalischen Angebote klasse!

Für Kinder ist es wichtig viele „Sinneserlebnisse“ zu haben. Das Schlagwort hierzu ist die ästhetische Bildung. Was bedeutet der Begriff „ästhetische Bildung“ genau? Sinnliche Erfahrungen sollen als Ausgangspunkt von Bildung und Entwicklung eines Kindes betrachtet werden. Ästhetische Bildung greift die verschiedenen Sinne auf, so viele Sinne wie möglich sollen angesprochen werden. Dies kann durch Tanz, CD Musik, „Live“-Musik, verschiedene Materialien, Instrumente und durch das Singen geschehen.

Zuhause lässt sich das ganz leicht umsetzen: Nicht nur früh nach dem Aufstehen mit lauter Musik aus den Bluetooth-Lautsprechern und einer kurzer Gesangs- und Tanzeinlage der gesamten Familie, sondern auch am späteren Tag.

Wir haben eine Musikbox im Wohnzimmer: Hier findet sich der Kinder-CD-Player, aber es finden sich ebenfalls verschiedene bunte Tücher, Handtrommeln, selbstgebaute Rasseln, ein Glockenspiel, Shaking Eggs. Zudem haben wir eine Cajon und ein Klavier, sowie eine Gitarre. Die Kindergitarre besteht mittlerweile aus zwei Teilen (daher empfehle ich keine Kindergitarre im Kleinkindalter 😉 ) und ist eher ein Fall für den Mülleimer. Das Kinderglockenspiel hat solche Schlagmacken, die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich empfehle auch hier deutlich nicht auf Qualität zu setzen, solange das Kind noch klein ist. Ich habe verschiedene Musikbücher für Kinder mit Kinderliedern und eine Klavierschule für Kinder ab 3 Jahren. Je nach Lust und Laune, nach Wetter und Jahreszeit, singen wir gemeinsam Lieder. Mal begleite ich mit dem Klavier, mal hören wir die Lieder mit CD und manchmal musizieren wir einfach frei selbst und singen einen großen Quatsch. Der Tüchertanz ist auch immer wieder beliebt und endet in einem bunten Tücher-Wirrwarr im Wohnzimmer. Nun ja und manchmal ist auch ein Video mit Musik und Tanz für Kinder ganz spannend und schafft ein phantasievolles Erlebnis, welches man dann auch nachspielen, – singen und –tanzen kann.

Mitmachlieder gibt es wirklich sehr viele, als Beispiel: Häschenhüpf. Die ganze Familie kann mitsingen, tanzen, spielen und vor allem hüpfen. Die Gefühle des Häschens können mit farbigen Tüchern unterstrichen werden. Das Lied findet sich auch,  falls man es selbst nicht instrumental begleiten möchte, im Internet. Oftmals hat mir so ein Mitmachlied das Mittagstief abwenden können.

Doch wann ist mein Kind bereit für den ersten Instrumentalunterricht?  Darauf gibt es keine genaue Antwort. Jedes Kind ist anders und hat andere Stärken und Schwächen. Unser Sohn ist nun 4 Jahre alt und hat einmal pro Woche Schlagzeugunterricht. Für ihn sind 30 Minuten ideal, da es wirkliches Gehirnjogging ist. Beide Gehirnhälften stehen 30 Minuten unter Strom und im Einsatz. Danach ist er erstmal k.o., aber auch sehr stolz. Er träumt bereits vom eigenen Schlagzeug, dennoch müssen wir ihn zum Üben motivieren. Auch wenn er nach einiger Zeit nicht mehr den Unterricht möchte, hat es sich gelohnt: Er kommt in Kontakt mit einem Instrument, er lernt Üben, er trainiert seine Fähigkeiten und lernt mit Misserfolgen bzw. schwierigen Aufgaben klarzukommen. Letztendlich sollte man auf das Tempo seines Kindes hören und niemals Zwang und Druck ausüben. Das erzeugt nur Gegendruck und endet mit keinem positiven Erlebnis beider Seiten. Das Tempo gibt das Kind vor, der Lehrer sollte sehr geduldig und positiv eingestellt sein und der Rest ergibt sich von selbst.

Ein eigenes Schlagzeug gibt es erstmal übrigens nicht: Ich will ja nicht, dass es so endet wie die Gitarre oder das Glockenspiel 😉

Viel Spaß beim Singen und Tanzen!

Eure Jasmin