Blutabnahme beim Kind

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Ein Thema, welches mich aktuell sehr beschäftigt, ist die Blutabnahme bei Säuglingen und Kindern. Etwas von sich “hergeben” zu müssen, ist für unsere Kinder ohnehin schwierig. Einige erinnern sich ans “Töpfchen Training” in dem Zusammenhang und die damit verbundenen Gespräche mit seinen Lütten. Eine Blutabnahme geht jedoch auch mit einem, zwar kurzen aber trotzdem intensiven, Schmerz einher und für viele Kinder ist es auch der erste Sichtkontakt mit ihrem eigenen Blut und somit ein ziemlich einschneidendes Erlebnis. Als mein Großer damals zur Welt kam und uns mit seiner Herzerkrankung überraschte, war ich plötzlich dazu gezwungen, mich mit diesem Thema auseinander zu setzen, da man mir direkt sagte, es müssten einige Ampullen abgenommen werden im Laufe der nächsten Jahre. Je weniger ich dies mit dem Kind thematisiere und selbst ruhig bleibe, desto weniger schlimm würde es werden. Auch wenn sich alles in mir dagegen wehrte, vertraute ich den Aussagen der Ärzte. Wenn wir zur Blutabnahme mussten, war er definitiv der Ruhigere von uns beiden.

Mit zunehmendem Alter, ungefähr ab dem zweiten Geburtstag, bekam er sofort Panik, wenn ich auch nur den Arzt erwähnte. Ich sah zuerst keinen Zusammenhang mit den häufigen Blutabnahmen. Bis zur Geburt unserer kleinen Krabbe, habe ich nie eine Blutabnahme hinterfragt und war mir sicher, das müsse alles so sein. Als die Krabbe, sechs Wochen zu früh kam und einige Piekser über sich ergehen lassen musste, fing ich an, mir meine Gedanken zu machen. Aber ich sah immer noch die medizinische Notwendigkeit dahinter, weil sie ja eben zu früh war. Als die Krabbe vier Monate alt war, mussten wir zur Frühgeborenenvorsorge. Dort sagte man mir, da ich erst mit sechs Monaten mit Baby-led weaning starten wollte, dass man den Eisenwert dringend kontrollieren müsse, weil Muttermilch jetzt nichts mehr enthielte. Da ich einen tollen Kinderarzt an meiner Seite habe, wusste ich, dies ist unnötig und machte das erste mal den Mund auf, als die Schwester schon mit der Nadel vor mir stand und meinte, ich solle das Kind am Kopf fixieren. Ich stand auf und ging. Ich ging zum Kinderarzt und schilderte ihm die Situation und er sah auch keine Indikation für die Blutabnahme.

Die Krabbe wurde älter und mit sechs Monaten fing er an, bei uns am Tisch zu essen. Sehnsüchtig wartete ich auf den ersten Zahn. Die Mengen waren verschwindend gering und als er fast ein Jahr alt war und so gut wie voll gestillt wurde, machte ich mir dann doch Sorgen, da er auch auffallend Blass war. Mit 12 Monaten kam dann auch endlich ein Zahn und ich machte mir Hoffnungen, das er bald besser essen würde, aber nichts da. Dann kam natürlich die nächste Vorsorge und ich wurde gefragt, wie viel das Kind isst. Ich antwortete wahrheitsgemäß und sofort wollte mein geliebter Kinderarzt Blut abnehmen zwecks Feststellung eines Eisenmangels. Ich war total überrascht und fragte, ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt, ich wollte nicht dass diese perfekten kleinen Arme zerstochen werden würden. Nein, es müsse sein und was ich möchte, sei nicht wichtig, es ginge ums Kind, schleuderte mir die Sprechstundenhilfe entgegen. So machten wir vier Wochen später einen Termin aus. Die Krabbe fing zwei Tage vor der Blutabnahme an zu fiebern und war sehr erkältet. Ich ging nochmal zum Kinderarzt und erzählte ihm, warum ich so Angst vor der Abnahme habe und dass ich den Eindruck habe, der Große kann sich ganz genau an alles erinnern.

Er nahm meine Ängste ernst und sagte mir, dass er ohne Indikation auch keine Abnahme machen würde, aber die Krabbe sehe sehr blass aus und auch die Schleimhaut wäre ziemlich hell. Dies würde eindeutig für einen Eisenmangel sprechen. Ich kam mir blöd vor und wie eine schlechte Mutter, aber ich fühlte mich trotzdem gleichzeitig auch nicht wohl, weil es der erste bewusste Kontakt mit seinem Blut sein würde und er dazu gezwungen werden würde. Dann schlug der Arzt mir vor, erstmal mit Eisentropfen zu behandeln und wenn eine Besserung eintritt, könne man auch auf die Blutabnahme verzichten. In dem Moment war ich wahnsinnig froh, noch einmal gefragt zu haben und meine Bedenken zu äußern. Auch wenn die Abnahme vielleicht nur verschoben wurde, trotzdem gab es erstmal eine Alternative.

Was ich euch aus dieser sehr langen Geschichte mitgeben möchte ist, dass Ärzte auch nur Menschen sind und sich oft an Vorgaben halten, weil es der sichere Weg ist. Traut euch, im Namen eurer Kinder, den Mund aufzumachen und zu hinterfragen. Manchmal ist es unumgänglich, weil es für die Gesundheit ausschlaggebend ist, bestimmte Blutwerte zu bestimmen. Aber ich bin froh, dass ich nach einer Alternative gefragt habe und das werde ich auch in Zukunft bei meinem Großen so handhaben. Traut euch zu hinterfragen.

Eure Jana-Eliza