Die bösen Zahnmonster

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Zähne putzen ist ein wichtiges Thema im Elternleben. Doch was tun, wenn die Kinder nicht kooperieren, keine Lust auf Zähneputzen haben?

Wir leben bei uns ja relativ selbstbestimmt, aber bei diesem Thema gibt es keine Gnade 😉 Zähne putzen muss sein! Wir haben bei beiden Kindern direkt bei der ersten Zahnspitze mit der Zahnpflege begonnen.

Zuerst mit einem sog. „Fingerling“, den man über den Finger stülpt und mehr oder weniger den Zahn / das Zahnfleisch massiert, dann mit einer Gummizahnbürste und als der erste Zahn ganz draußen war, mit einer „richtigen“ Zahnbürste und einem Miniklecks Zahnpasta.

Welche Zahnpasta nun die richtige und einzig Wahre ist, dürfen alle Eltern für sich selbst entscheiden, dazu kann und möchte ich keinen Ratschlag geben. Außer, dass die Zahnpasta eben für Milchzähne sein sollte. Zahnpasta für Erwachsene sind für die meisten Kinder sowieso zu scharf.

Bei den Zahnbürsten ist es ähnlich, es gibt aber Kinderzahnbürsten in verschiedenen Größen.

Elektrisch geht übrigens auch schon unter 3 Jahren, lasst euch da nicht beirren.

Oft „hilft“ es, bei einem Zahnputzstreik von der Handzahnbürste auf eine elektrische umzusteigen, das ist dann „neu“ und macht den Kindern mehr Spaß.

Am Anfang fanden die Kinder das Zähne putzen toll, es war was Neues und am Anfang auch eher ein Lutschen denn Putzen.

Irgendwann wurde es langweilig und doof, also waren wir Eltern gefragt. Uns fiel ein ganz doofes Lied ein, eigener Text, eigene Melodie, aber es wirkte und unsere Tochter hatte wieder Spaß am Zähne putzen. Oft sang sie erst das Lied und begann dann zu putzen.

Als irgendwann die Frage aufkam, warum man denn überhaupt die Zähne putzen müsse, erfand ich eine kleine Geschichte über die Zahnmonster. Diese Zahnmonster leben vor allem im Zucker und hüpfen z.B. von der Schokolade in den Mund und machen Pipi und Stinker auf die Zähne. Das Zahnmonsterpipi und der Stinker machen die Zähne kaputt und deshalb muss man die Zahnmonster wegputzen und mit vollem Karacho in die Badewanne spucken. DAS war ein Spaß für die Kinder! Spucken mit Erlaubnis von Mama und Papa!

Übrigens sind Zahnmonster EIGENTLICH für Kinder unsichtbar und können nur von Mama und Papa gesehen werden.

EIGENTLICH! Denn seit neuestem „sieht“ mein fast 4-jähriger Sohn die Zahnmonster in seinem Mund und sagt mir, wo ich überall nachputzen muss 😉

Kurz nachdem ich die Zahnmonstergeschichte erfunden hatte, kauften wir eine Geschichtensammlung in der eine Geschichte über das Zähneputzen zu finden war, die total süß geschrieben war. Für einige Wochen waren meine Zahnmonster abgeschrieben und ich musste jeden Abend die Geschichte vom Drachen mit dem Loch im Zahn vorlesen.

Inzwischen sind meine Kinder in einem Alter, in dem sie verstehen, dass Zähne putzen wichtig ist und putzen ihre Zähne von sich aus Morgens und Abends. Haben sie Abends nach dem Zähneputzen nochmal Hunger, fragen sie, ob denn in der Gurke oder der Karotte auch Zahnmonster wohnen und ob sie dann nochmal Zähne putzen müssen oder nicht.

Die Zahnmonster sind unfreiwillig zu einem festen Bestandteil unserer Körperhygiene geworden und ich muss manchmal schmunzeln, wenn meine Tochter erzählt, dass im Eis Zahnmonster wohnen und sie dann ganz gründlich die Zähne putzen muss, damit das Zahnmonsterpipi ihre Zähne nicht kaputt machen kann.

Mein Mann und ich werden im Übrigen daraufhin gewiesen, dass auch wir noch die Zahnmonster wegputzen müssen 😉

Ich bin sehr froh, dass wir das Glück haben, dass Zähneputzen bei uns nie ein großes Thema war und einfach dazu gehört.

Mit ein bisschen Kreativität und etwas Lockerheit schafften wir es, dass unsere Kinder ohne Zwang ihre Zähne putzen und geputzt haben, auch wenn wir ab und an Überzeugungsarbeit leisten mussten. Ich bin sehr froh, dass wir nie Zwang ausüben mussten und es heute selbstverständlich ist.

Wie ist es bei euch? Hattet ihr mit der Zahnpflege eurer Kinder Probleme oder ging es recht locker?

Liebe Grüße

Eure Nadine