Tagesmutter 2.0

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Nachdem ich bereits ausführlich unser erstes Tagesmuttererlebnis geschildert habe, ist es heute Zeit, ein ganz anderes Bild zu zeichnen. Innerhalb kürzester Zeit, habe ich die unglaublichste Schwarz-Weiß-Erfahrung mit Tagesmüttern gemacht.

Unsere jetzige Tagemutter wurde mir von einer befreundeten Mama empfohlen. Ich fasste mir ein Herz und rief sie an. Schließlich hatte ich mich dazu entschlossen meinen Sohn nicht mehr zu unserer ersten Tagemutter zu bringen. Die Geschichte dazu, könnt ihr in meinem vorherigen Beitrag lesen.

Ich rief an und wir waren uns sofort sympathisch am Telefon. Ich schilderte ihr meine Situation und auch die Umstände. Sie hörte geduldig zu und klang sehr freundlich. Zudem war sie sehr entsetzt, dass unsere vorherige Tagesmutter doch so unglaubliche harte Schienen gefahren ist. Sie hat mir versichert, dass mein Sohn bei ihr nicht schlafen muss, wenn er es nicht möchte. Er würde nicht dazu gezwungen werden. Das hat mich so glücklich gemacht. Wer nicht schon einmal in dieser Situation war, kann es sich gar nicht vorstellen, welche Last in diesem Moment von den Schultern genommen wird. Zudem betreute Sie nur bis 14.30 Uhr, da sie der Ansicht ist, dass die Kleinen nicht länger in der Fremdbetreuung sein sollten.

Traurigerweise musste sie mir sagen, dass sie keinen Platz mehr für meinen Sohn hat. Sie sei bereits voll ausgebucht für das nächste Jahr. Ich gab ihr dennoch meine Telefonnummer mit der Bitte, sich bei mir zu melden, sollte sich etwas an der Situation ändern.

Glücklicherweise hatte sie eine ganz liebe Bekannte dazu bereit erklärt, meinen Sohn zu betreuen, so dass ich mir keine Sorgen machen musste über die Betreuung meines Zwerges.

Einige Zeit später meldete sich die 2. Tagesmutter wieder. Es sei jemand abgesprungen und sie könne meinen Sohn nun doch betreuen. Ich habe mich so gefreut, dass ich mich umgehend für ein Kennenlernen ausgesprochen habe. Ich war sehr nervös und aufgeregt. Ich war gespannt, was mich erwarten würde. Wird sie so sein, wie sie sich am Telefon vorgestellt hat? Wie geht sie mit den Kindern wirklich um?

Was soll ich euch sagen? All diese Sorgen waren unbegründet. Sie war einfach wundervoll. Die Chemie zwischen uns stimmte auf Anhieb. Wir hatten die gleichen Ansichten in vielen Erziehungspunkten. Sie ist gelernte Erzieherin und wurde Tagemutter, da sie nicht zufrieden war mit den Betreuungsmöglichkeiten und -umständen in der Kindertagesstätte, in welcher sie gearbeitet hatte. Ich habe an dem Tag umgehend den Tagespflegevertrag unterschrieben.

Meine Mutter hat die Eingewöhnung mit ihrem Lieblingsenkel gemacht. Er ist zur Zeit auch der einzige Enkel, daher kann ich das sagen. Ohne die Unterstützung meiner Eltern, würde ich es nicht schaffen mit Kind meinen Vorbereitungsdienst zu machen. Es hat mir und meinem Kind schon in so vielen Situationen den Hals gerettet, dass sie so liebevoll, geduldig und unterstützend an unserer Seite stehen. Ich wüsste nicht, was ich ohne sie machen würde.

Die Eingewöhnung wurde ganz langsam und liebevoll gemacht. Genauso, wie weiterhin unsere Erfahrungen mit der Tagesmutter sein sollte. Mein Sohn war mit seiner Oma bei der Tagesmutter für 1 Stunde. Sie haben zusammen gespielt, gelesen und sich kennengelernt. Am 3. Tag ist meine Mutter für eine halbe Stunde gegangen. Das ging deshalb so gut, da mein Sohn sehr schnell Vertrauen zu der Tagesmama gefasst hat. Und was soll ich sagen? Er hat es von Beginn an geliebt. Die Atmosphäre war einfach absolut liebevoll, familiär und warm. So wie man es sich wünscht für sein Kind.

Mein Sohn  musste nicht bei ihr schlafen. Er war einfach da und durfte so sein wie er ist. Wurde angenommen, geliebt und nicht als schwierig angesehen. Er war ok, so wie er war und man musste mit ihm nicht üben alleine zu schlafen. Es war wundervoll entspannend. So sollte es auch sein. Sie hat uns genau so angenommen, wie wir waren. Sie hat mein Kind nicht verbiegen wollen, dass er in ihren Tagesablauf und ihre Routine passt. Nein, sie hat sich ihm angepasst und ihn liebevoll begleitet, gehalten und aufgefangen.

Wir hätten es nicht besser treffen können. Sie spielt Gitarre und singt mir den Kindern. Sie setzt sich zu ihnen auf den Boden und liest, spielt oder kuschelt die Kleinen. Sie kocht ganz liebevoll für sie.
An Weihnachten hat sie sogar mit den Kindern zusammen Plätzchen gebacken. Die Kinder gehen viel raus an die Frische Luft. Sogar, wenn es feucht Draußen ist oder es geregnet hat. Die Matschsachen machen es möglich.

Die Kinder werden dort abgeholt, wo sie stehen. Sie haben die Freiheit Dinge eigenständig zu entdecken und die Tagesmutter ist da und erklärt ihnen immer mal wieder ein bisschen die Welt. Sie probieren sich aus und lernen sich selbst und ihre Grenzen kennen.

Ich könnte mir niemand besseren vorstellen zu dem ich mein Kind geben würde. Ich kann mich glücklich schätzen, eine solche Tagesmutter für meinen Sohn gefunden zu haben, die mit so viel Wärme und Liebe den Kindern begegnet. Man merkt ihr an, dass sie ihren Beruf mit viel Liebe und Leidenschaft macht. Und es ist nicht nur ein Beruf für sie. Es ist eine Berufung.

Vielen Dank, dass du so eine wundervolle und wichtige Person im Leben meines Sohnes bist.

Durftet ihr auch eine solch positive, wundervolle Erfahrung machen?

Vanessa