Stillen mit großen Brüsten

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Bevor mein Kind zur Welt kam, informierte ich mich über das Stillen. Ich beobachtete meine Freundin beim Stillen und ich besuchte einen Stillvorbereitungskurs im Krankenhaus. Ich fühlte mich also auf das Stillen wirklich gut vorbereitet und konnte von Anfang an sehr selbstbewusst an die Sache herangehen. Doch bei all der schönen Theorie, habe ich das wichtigste nicht bedacht: Meine große Oberweite.

Ich weiß ja nicht, wie es ist mit kleinen oder „normal“ großen Brüsten zu stillen oder gar zu leben. Aber große Brüste sind schon eine Herausforderung und nichts für schwache Rücken! Wer mit einem E-Cup oder mehr leben muss, hat meist schon vor der Schwangerschaft und Stillzeit Probleme die passende Kleidung zu finden. Blusen mit Knöpfen, zu tiefe Dekolletés, oben sitzt es und unten schlackert es, etc…
Unter Umständen werden die Brüste im Laufe der Schwangerschaft noch etwas voller und die ohnehin schon kleine Auswahl an gutsitzenden BH’s zwickt und zwackt. Die latente Angst vor „Quadroboobs“ steigt.

Aber nicht nur bei der Kleidung stellt ein üppiger Busen ein Problem dar. Nein, auch beim Stillen kann Frau auf das eine oder andere Hindernis stoßen. Bei Freundinnen konnte ich beobachten, dass ihre Babys verhältnismäßig schnell quasi von allein stillten. Im Grunde haben sie beide Hände frei, denn es bedarf keiner weiteren Unterstützung. Wohingegen ich sehr lange meine Brust wie ein Brötchen zusammendrücken musste, damit mein Kind ausreichend Brust zum Stillen in den Mund bekam. Gerade am Anfang war selbst das Stillen seitlich im Liegen nicht so einfach, denn ich musste mich meist auf den Unterarm stützen, um einen guten Winkel zu finden und meine Brust in die passende Form zu bringen.
Irgendwie funktionierte auch das Stillen im Tragetuch nicht so wirklich. Meine Brust ist schwer und mein Kind bekam sie nicht richtig zu fassen. Lange Zeit musste ich immer mit dem Finger eine kleine Delle in die Brust drücken, damit die Nase meines Kindes frei lag. Ich hatte gerade am Anfang Angst, mein Kind könne ersticken! Allerdings passiert das wohl nicht so schnell. Ich habe mal gelesen, dass wenn Babys beim Stillen keine Luft kriegen würden, würden sie sich einfach von der Brust wegdrehen. Das ist eine Schutzfunktion und bei uns Erwachsenen nicht anders.

Alles besserte sich, als meine Tochter größer wurde. Sie ist nun knapp 11 Monate alt und das Stillen fällt mir in keiner Position mehr schwer. Auch meine Tochter ist nun größer und bekommt die Brustwarze in nahezu jedem Winkel zu fassen. An machen Tagen betreibt sie regelrecht Still-Yoga und Nippel-Hopping!

Dennoch laufen meine Brüste immer noch aus auf Grund ihres Gewichtes. Daher komme ich leider nicht um saugstarke Stilleinlagen herum. Ich bin sehr dankbar, dass ich wirklich Gute gefunden habe, die ich auch noch waschen kann! Ich hatte mich schon früh gegen Einweg-Stilleinlagen entschieden. Aus dem selben Grund aus dem wir auch Stoffwindeln benutzen: Man hat länger was davon und wirft nicht jeden Tag Geld in den Müll.

In den vergangenen Monaten habe ich festgestellt, dass das Stillen mit großer Oberweite mit der Zeit besser, leichter und angenehmer wird. Ich musste das Stillen ja auch selbst erstmal lernen- gemeinsam mit meinem Baby. Wir sind schon eine Weile ein eingespieltes Team. Seit ein paar Monaten stillt meine Tochter nun oben aus dem Dekolleté heraus. D.h. ich muss nicht zwingend klassische Stillkleidung anziehen. Nur dürfen die Oberteile auch nicht zu hoch verschlossen sein. Und ich bin sehr gespannt, wie das Stillen irgendwann mal bei einem zweiten Kind sein wird. Und ich hoffe sehr, dass es dann wieder so gut klappt und wir eine angenehme Stillbeziehung haben werden.

Wie klappt das Stillen bei euch? Hattet ihr Probleme mit eurer großen Oberweite?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen!
Anke

3 Kommentare

  1. Das hast du alles wirklich sehr passen be- und geschrieben. Ich befinde mich im normalen Zustand im E/F Bereich und während der stillzeit bei H. Schrecklich!!! Ich habe meine beiden Kinder gut und sehr gern gestillt. Dennoch nie in der Öffentlichkeit. Aber wir kamen gut klar damit.
    Ich kenne Mütter mit weitaus größerer Oberseite die sich aus Angst vor der stillzeit aktiv gegen das stillen entschieden haben. Nachzuvollziehen ist es definitiv!

  2. Hmm?!
    Also ich habe ein H- Körbchen und ohne Stillberatung, lediglich Eigeninitiative in Fb-Gruppen hat alles vom ersten Moment an ohne jegliches Problem funktioniert… klar muss sich alles erst einspielen, jedoch hat eine Freundin von mit mit C-Körbchen mehr Schwierigkeiten da die Brüste nicht so „beweglich“ sind….

  3. Also ich kenne nur die gegenteilige variante, daher ist es interessant für mich, was du berichtest. Ich habe mir witzigerweise schon oft beim stillen gedacht, n dieser situation/stellung wäre ein großer busen sicher sehr praktisch, zb weil das kind etwas weiter weg von einem selbst sein kann (weil drr große busen die „distanz“ ja überbrückt), wohingegen mein kind regelrecht an mir klebt und ich mich tlw verrenken muss, also im liegen, dass wir beide platz haben und trotzdem stillen können, oder als ich mein baby anfangs in der wiegehaltung sehr weit zu mir hochheben musste, dachte ich immer, mit größerem busen, wär das sicher weniger anstrengend ;-). Entgegen meiner eigenen erwartung ist auch mein minibusen die ersten 6 monate ständig ausgelaufen und auch das problem mit dem zudrücken der nase kenne ich (von den ersten monaten mit ganz kleinem baby und aber nur beim stillen im liegen).

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