Die schwierige Suche nach einer Hebamme

mama blog, Hebamme finden, vorsorge

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Als ich in der 5. SSW von meinem Baby erfahren habe, war ich von dem Gedanken an eine Hebamme noch ganz weit weg. Doch bereits in der 8. SSW sprach mich die Arzthelferin darauf an, ob ich mich schon auf die Suche nach einer Hebamme gemacht habe. Ich war erstaunt, dass ich mich so früh darum kümmern sollte. Nach einer vorherigen Fehlgeburt wollte ich eigentlich die kritischen 12 Wochen abwarten und mich dann erst damit beschäftigen. Sie sagte mir aber, dass auch im Falle einer Fehlgeburt die Hebamme eine große Unterstützung sein könnte. Also begann ich mich im Internet zu informieren, habe mir einige Hebammenlisten durchgelesen und mir diejenigen raus gepickt, die für Mannheim zuständig sind. Am Ende hatte ich eine gute Auswahl und begann zu telefonieren.

Hier beginnt meine frustrierende Geschichte… die erste Nummer führte zu nichts, da niemand abhob. Bei der zweiten Nummer ging nur die Mailbox an und obwohl ich meine persönlichen Daten hinterließ, hat sich nie jemand bei mir gemeldet. Noch besser wurde es bei den nächsten Nummern, die mich alle zu einer Hebammenpraxis leiteten, die erst ab ET September wieder Kapazitäten hatten. Mein voraussichtlicher ET war „leider“ der 21.08.2016, also wieder kein Erfolg. Über Monate hinweg versuchte ich es immer wieder, erreichte auch ab und zu mal eine Hebamme, aber die Antworten waren eigentlich immer die Gleichen. Entweder es hatten sich schon zu viele Frauen dort gemeldet oder die Hebammen waren im Zeitraum meines ET im Urlaub. Ziemlich wütend gemacht hat mich die Aussage einer Dame, die am Telefon zu mir meinte, dass sich mein Baby ja einen ziemlich schlechten Zeitpunkt ausgesucht hätte, weil ja im August die Meisten im Urlaub seien und sich nicht um die Nachsorge kümmern könnten. Ja genau, mein Baby hat sich einen schlechten Zeitpunkt für seine Ankunft im Leben gesucht. So ein Blödsinn!

Ich war bereits im 8. Monat schwanger, als ich meine Sorge, keine Hebamme mehr zu finden meinem Frauenarzt mitteilte. Dazu muss ich sagen, dass ich einen Frauenarzt in Viernheim aufgesucht habe, da ich vor meinem Auszug zu Hause in Viernheim gelebt hatte und nicht den Arzt wechseln wollte. Sein Vorschlag war, mir doch einfach eine Hebamme in Viernheim zu suchen, die zu meinen Eltern nach Hause kommen könnte. Nicht die beste Lösung, da es bedeutete, dass ich in den ersten Tagen nach der Geburt immer nach Viernheim fahren müsste, aber immer noch besser, als ohne Hebamme dazustehen. In der Praxis wurden mir ein paar Hebammen vorgeschlagen und ich setzte mich erneut ans Telefon. Die erste Nummer wieder ohne Erfolg, es ging niemand ran. Bei mir setzte erneut der Frust ein, aber ich wollte nicht aufgeben. Bei der zweiten Nummer antwortete jemand und ich unterhielt mich mit einer etwas forschen, aber doch netten Hebamme vom Familienbildungswerk. Sie schlug mir vor, zum nächsten Treffen dort zu kommen, sodass wir uns persönlich kennen lernen konnten. 6 Wochen vorm errechneten Geburtstermin ging ich also zum Familienbildungswerk der Stadt Viernheim, füllte ein Formular aus, unterhielt mich kurz mit ihr und hatte dann endlich eine Nachsorgehebamme. Ich war unendlich erleichtert und wollte mich auch nicht darüber ärgern, dass ich in Mannheim niemanden gefunden habe. Immerhin hatte ich so nicht nur eine Hebamme, sondern auch in den ersten Wochen fast jeden Tag meine Mama um mich, die mich unterstützen würde. Es war also eine akzeptable Lösung.

Trotzdem ist es für jede werdende Mutter absolut verunsichernd, wenn die Hebammensuche zu so einem Problem wird. Und wie mir viele Hebammen am Telefon mitteilten, ist das gerade im städtischen Raum ein sehr großes Problem. Es gibt einfach nicht genug Nachsorgehebammen für alle Schwangeren. Der momentane Babyboom hat die Situation noch verschärft, sodass man, auch wenn man sich frühzeitig kümmert, keine Garantie für eine gute Nachsorge hat. Zum Glück gab es für mich eine Lösung und ich hatte die Betreuung, die man sich wünscht, wenn man das erste Mal Mama wird. Der Beruf einer Hebamme ist so wertvoll und es ist traurig, dass viele ihren Beruf aufgrund fehlender staatlicher Unterstützung aufgeben müssen. Dementsprechend schwer ist es wohl auch, Nachwuchs für diese wichtige Aufgabe zu finden. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Situation in naher Zukunft entspannt und jede Schwangere die Chance auf eine gute Betreuung bei sich zu Hause bekommt.

Hattet ihr auch Probleme, eine Hebamme zu finden? Wie wichtig war die Betreuung nach der Geburt für euch?

Eure Sabrina