10 Fakten zu Muttermilch

 

Dass Stillen das Beste für ein Baby ist, ist allgemein bekannt. Von Geburt an wird ein Baby durch die Muttermilch optimal versorgt. Sie ist Durstlöscher und Sattmacher, Wachmacher und Schlummertrunk zugleich. Doch Muttermilch kann noch einiges mehr! Was steckt also alles drin in dem Wundergebräu für Babys?

Muttermilch passt sich dem Kind an

Je nach den Bedürfnissen des Babys, ändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch. Sie  besteht aus Wasser, Kohlenhydraten, Fett und Eiweißen, aber auch vielen essentiellen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Zudem enthält Muttermilch wachstumsfördernde Hormone und wichtige Stoffe zum Aufbau des Immunsystems.

Es gibt 3 Arten von Muttermilch

Als erstes bildet sich das Kolostrum; auch Vormilch oder Erstmilch genannt. Obwohl die weibliche Brust nur wenig davon bildet, ist das Kolostrum ein wahres Kraftpaket! Die meist orange-gelbe Milch ist hochkonzentriert und enthält alles, was den kindlichen Darm auf die Verdauung künftiger Nahrung vorbereitet. Zudem enthält das Kolostrum viele wichtige Antikörper für die Immunabwehr und hat einen geringen Fettanteil.
Als nächstes bildet sich die sogenannte Übergangsmilch. Sie bleibt etwa 14 Tage und enthält mehr Kohlenhydrate und Fett als das Kolostrum.
In der 3. Lebenswoche bildet sich die reife Frauenmilch. Sie hat einen höheren Wasser- und Fettanteil. Im Laufe der Zeit nimmt der Fettgehalt der Muttermilch ab.

Muttermilch besteht zu 87% aus Wasser

Muttermilch besteht zum Großteil aus Wasser. Solange ein Baby voll gestillt wird, benötigt es keine zusätzliche Flüssigkeit wie Wasser oder Tee! Der Verdauungstrakt und die Nieren eines Babys sind optimal eingestellt auf Muttermilch und können Wasser oder Tee noch nicht gut verwerten. Vorallem an heißen Sommertagen empfiehlt sich, seinem Baby öfter die Brust anzubieten. Muttermilch ist der beste Durstlöscher für ein Baby. Viele Babys trinken gerade im Sommer sehr häufig an der Brust, dafür aber immer nur ganz kurz.

Muttermilch ist immer verfügbar

Stillen ist ungemein praktisch. Man muss kein Milchpulver und heißes Wasser mit sich rumtragen oder ständig Fläschchen sterilisieren. Als Mama kann man jederzeit problemlos nach Bedarf stillen – Tag & Nacht! Muttermilch ist immer richtig temperiert, kreimfrei und vorallem optimal dosiert. Ein Baby trinkt bei jeder Stillmahlzeit genau die Menge, die es gerade benötigt. Je nach Bedarf eben mal mehr oder weniger.

Muttermilch als Hauptnahrungsmittel

Im ersten Lebensjahr ist Muttermilch das optimale Hauptnahrungsmittel für Babys. Entgegen der gängigen Meinung, verhungert ein Baby nicht, solange es nach Bedarf voll gestillt wird. Um den 6. Lebensmonat herum, kommt dann allmählich die Beikost hinzu. Anfangs wird hierbei aber noch keine Stillmahlzeit wirklich ersetzt. Beikost ist viel mehr ergänzend. Zudem hilft Muttermilch bei der Verdauuung, so dass die neue Nahrung besser vertragen wird.

Muttermilch enthält Eisen

Der menschliche Körper benötigt Eisen für den Sauerstoffstransport im Blut. Auffallende Blässe und häufige Müdigkeit können Symptome für Eisenmangel sein. Babys kommen bereits mit einem Eisendepot auf die Welt, welches normalerweise für 6 – 9 Monate ausreicht. Auch wenn viele Ärzte gern Gegenteiliges behaupten, enthält Muttermilch ausreichend Eisen, um ein Baby optimal damit versorgen zu können. Das in der Muttermilch enthaltene Eisen kann bis zu 75% ins Blut aufgenommen werden. Dabei hilft das „mitgelieferte“ Transportprotein Laktoferrin.  Eine zusätzliche Gabe von Eisenpräparaten ist normalerweile nicht nötig.

Muttermilch stabilisert den Blutzucker

Schon direkt nach der Geburt, wirken sich die wenigen Tropfen Kolostrum positiv auf den Blutzuckerwert aus. Selbst wenn dein Kind in den ersten Lebensstunden noch so kraftlos ist, um selbst zu stillen, so kannst du das Kolostrum auffangen und deinem Baby in den Mund tröpfeln. Es zählt wirklich jeder Tropfen, da alles enthalten ist für einen guten Start ins Leben.

Muttermilch hat Heilwirkung

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass Muttermilch antibakteriell wirkt und auch als Pflegeprodukt auf die Haut aufgetragen werden kann. Egal ob wunde Brustwarzen, ein geröteter Babypopo oder eine verschnupfte Nase- schon ein paar Tropfen können Linderung verschaffen.

Es kommt nicht auf die Größe an

Egal, ob man kleine oder sehr große Brüste hat: Jede Frau kann ihr Kind stillen, solange medizinisch nichts dagegen spricht!
Die Milchmenge hängt zum einen von der Anzahl der milchbildenen Zellen ab und zum anderen vom Trinkverhalten des Kindes. Beim Stillen gilt: Die Nachfrage regelt das Angebot. Bevorzugt ein Baby eine bestimmte Seite beim Stillen, kann es sein, dass die eine Brust mehr Milch produziert als die andere. Das ist vollkommen normal.

Muttermilch = Liebe ♥

Wusstest ihr, dass ein Baby am Anfang gerade mal 20 cm weit sehen kann? Das ist entspricht ungefähr der Entfernung von der Brust zu Mama’s Gesicht. So kann ein Baby während des Stillens seine Mutter immer im Auge behalten und ihr Gesicht studieren. Mutter und Kind genießen den engen Hautkontakt beim Stillen. Dadurch wird das Bindungshormon Oxytocin gebildet, welches u.a. für die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt zuständig ist. So profitieren Mutter und Kind auf ganz natürliche Weise vom Stillen.

Eure Anke