Wir schlafen im Familienbett

Wir schlafen seit mittlerweile über sechs Jahren „Familienbett“.

Am Anfang lag unsere Tochter im sogenannten „Babybay“, welches an unser Ehebett geschoben wurde. So konnte ich sie im Halbschlaf stillen und musste nicht aufstehen. Das kam mir sehr entgegen, da ich oft sehr schlecht schlafen kann. Sobald ich nämlich nachts aufwache und noch irgendwo Licht brennt, bin ich hellwach und kann für mindestens 1,5 Stunden nicht mehr einschlafen.

Daher laufe ich selbst in Hotels nachts ohne Licht auf die Toilette.

Als unsere Tochter zu groß für das Beistellbett war, haben wir sie einfach zwischen uns ins Ehebett gelegt, da ich sie noch stillte und sie teilweise stündlich an die Brust wollte. Sie hatte zwar ein Kinderbett im Kinderzimmer, aber dort schlief sie höchstens zwei Stunden, ehe sie wieder zu uns wollte. Am liebsten schlief sie direkt auf mir auf der Couch ein.

Als unser Sohn zwei Jahre später geboren wurden, durfte er an meiner Seite im Beistellbett schlafen und unsere Tochter lag nach wie vor zwischen uns.

So ist es auch heute noch, nur dass unser Sohn ein Kinderbett an meiner Seite stehen hat.

Unsere Tochter hat übrigens in ihrem Zimmer ein Bett, sogar eins, das sie sich selbst ausgesucht hat. Allerdings liegt sie nur tagsüber zum Hörspiel hören darin. Zur Zeit hat sie sowieso keinen Platz in ihrem Bett, weil es zum Puppenbett umfunktioniert wurde.

Ab und an möchte sie in ihrem Bett schlafen und wenn sie dann nachts aufwacht, kommt sie wieder zu uns ins Ehebett. Seit sie nun aber in der „Zahnlückenpubertät“ ist, braucht sie ganz viel Mama und Papa und geht abends direkt in unser Bett. Dort kann sie zumindest, wenn es die Situation erfordert, ohne Einschlafbegleitung einschlafen und das ist auch viel wert.

Unser Sohn wünscht sich zwar nun ein Autobett, aber er möchte bei mir schlafen, bis er erwachsen ist und auch wenn er verheiratet ist, schläft er nur bei Mama! Weiß ich Bescheid! 😉

Im Großen und Ganzen überwiegen die Vorteile des Familienbetts ganz klar.

Ist eines der Kinder krank, ist es nahe bei uns und zumindest ich bekomme dann jedes Husten, jedes Niesen und jedes Weinen und Jammern sofort mit.

Mit diesem Wissen kann ich entspannt schlafen ohne mir Sorgen machen zu müssen.

Wenn wir das Thema Familienbett genauer beleuchten, wird schnell klar, dass das keine „Modeerscheinung“ ist, sondern es war früher, genauer gesagt bis in die 1930er Jahre ziemlich normal. In den nicht-industrialisierten Ländern ist es noch heute so, dass die Kinder, wenn sie nicht direkt mit im Elternbett schlafen, zumindest im gleichen Zimmer wie die Eltern schlafen.

Ergo: das Kinderzimmer ist eine „Modeerscheinung“, aber nicht das Familienbett! 😉

Das erste Mal verfluchte ich allerdings das Familienbett so richtig, als unser Sohn einen Magen-Darm Infekt hatte und er zweimal quer über das ganze Bett spuckte.

Nachts um 2:00 Uhr durch ein spuckendes Kind geweckt zu werden ist sowieso ziemlich bescheiden, aber dann ein komplettes, großes Bett plus Beistellbett frisch zu beziehen, das Kind neu einkleiden und abduschen und sich selbst danach noch die Haare waschen, weil das Erbrochene zielsicher mit auf Mamas Kopf gelandet ist – DAS hat schon fast Folterqualitäten.

Und mein armes Mädchen, das zwischen mir und meinem Mann lag, war dann natürlich auch wach und fand das nicht so lustig.

Aber wie heißt es so schön: Man wächst mit seinen Aufgaben. Und beim zweiten Mal Magen-Darm, waren mein Mann und ich schon ein eingespieltes Team beim Betten überziehen und Kind umziehen, etc.

Ich gebe es zu, so langsam wäre es ganz angenehm, wenn unsere Tochter aus dem Familienbett ausziehen würde. Denn sie ist inzwischen 6 Jahre alt, braucht viel Platz und schläft sehr unruhig mitunter. Entsprechend schlecht schlafe ich derzeit dann auch. Aber offenbar ist sie noch nicht so weit, dass sie alleine schlafen kann, sie braucht einfach die Nähe. Meinen Vorschlag, ihr Bett zu uns ins Schlafzimmer zu stellen, hat sie abgelehnt. Also geben mein Mann und ich ihr die Nähe, die sie braucht, in dem Wissen, dass sicher irgendwann die Zeit kommen wird, in der wir uns nach den Kindern im Bett zurücksehnen werden.

Und zum Schluss noch das Thema aller Themen bzw. einer der hartnäckigsten Mythen zum Thema Familienbett:

„Da hat man doch gar keinen Sex mehr“.

Doch, hat man. Und Frau auch nur eben nicht im Bett 😀

In diesem Sinne, kuschelt euch zu euren Kindern ins Bett und erzählt mir, wie ihr das handhabt.

Liebe Grüße

Eure Nadine