Geburt des 2. Kindes

mama blog, geburtsbericht, Komplikationen

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Als ich das zweite Mal nach drei Jahren schwanger wurde, bemerkte ich es zu allererst an der allseits bekannten Morgenübelkeit. Ich hab mich total gut vorbereitet gefühlt und dachte, ich wüsste, was auf mich zu kommt, da ich ja bereits ein Kind hatte. Die Schwangerschaft lief bis zum sechsten Monat komplikationslos. Ich nahm mich auch nicht sonderlich zurück, was meinen Alltag anbelangte und erledigte alles im gleichen Tempo wie vorher.

Eines Abends hatte ich plötzlich solche Schmerzen, dass ich dachte, ich hätte Wehen. Ich bekam richtig Angst! Ich war erst in der Mitte des sechsten Monats angelangt und das war doch noch viel zu früh. Der Arzt bestätigte meinen Verdacht und sagte mir, dass ich muttermundwirksame Vorwehen hatte. Das bedeutete, dass ich mich zurücknehmen musste, den Stress reduzieren und mehr ausruhen sollte. Als dann in der 33. Woche eine Blasenentzündung dazu kam, bekam ich Antibiotika und die Vorwehen verstärkten sich leider wieder.

In der 34. Woche hatte ich noch mal einen Kontrolltermin und dem Baby ging es gut. Vier Tage später ging ich abends vor dem zu Bett gehen noch zur Toilette und war total erschrocken als ich etwas Blut in der Schüssel sah. Ich kontrollierte noch einmal und stellte fest, dass ich wirklich blutete! Obwohl ich plötzlich total zitterte, vermutlich vor Aufregung, hatte ich das Gefühl, dass mit dem Baby alles okay war, unter anderem, weil ich spürte, wie er sich bewegte. Ich ging sofort zu meinem Freund ins Wohnzimmer und sagte ihm Bescheid. Er machte sich natürlich direkt große Sorgen und wir riefen meine Mutter an, die und mit ihrem Auto ins Krankenhaus fahren sollte. Während ich auf sie wartete, legte ich mich hin. Den Großen weckte ich nicht, da sein Opa ihn erstmal übernahm. Auf dem Weg zum Krankenhaus bekam ich auch Wehen und empfand sie viel intensiver als beim ersten Mal. Als wir ankamen, wurde ich zuerst untersucht und ein CTG geschrieben.

Die Blutung kam vom Gebärmutterhals, der sehr schnell verstrich. Der diensthabende Arzt meinte, dass das Baby in den nächsten Stunden kommen würde und man die Geburt nicht aufhielte, da in dieser Woche die Kinder schon entsprechend reif sind und sich gut anpassen können. Dann übergab er mich an eine ziemlich überarbeitete Hebamme, die mir direkt sagte, dass noch einige andere Frauen in den Wehen lägen und es bei mir noch dauere. Ich sollte meinen Freund und meine Mutter nach Hause schicken. Da ich dachte das Kind käme bald, wollte ich das natürlich nicht. Aber sie sagte, in dem Zimmer wo ich läge, wäre eine andere Patientin und sie würden sie bei der Nachtruhe stören. So wurde ich ins Bett verfrachtet und mir selbst überlassen.

Als ich im Bett lag, bekam ich immer stärkere Wehen und nach fast zwei Stunden schleppte ich mich wieder zum Kreissaal. Die Hebamme empfing mich sichtlich genervt und kontrollierte den Muttermund. Dieser war bei 4 cm. Sie sagte zu mir, dass ich einen Wehenhemmer bekomme und ein CTG. Ich war wirklich verwirrt, weil der Arzt mir etwas ganz anderes sagte, aber auch zu schwach, um zu diskutieren. Von dem Wehenhemmer bekam ich plötzlich solche heftigen Kopfschmerzen, dass ich mich übergab. Die Wehen wurde nicht weniger und mir wurde immer bewusster, dass sich das Baby doch auf den Weg macht. Nach ungefähr einer halben Stunde am Tropf, überprüfte die Hebamme nochmals das laufende CTG und den Muttermund und musste entgegen ihrer Prognose feststellen, dass der Muttermund weiterhin verstrichen war. Sie sagte, dass ich wohl doch wieder meinen Freund und meine Mutter zurückrufen sollte, da die Geburt anscheinend nun doch kurz bevor stand. Völlig überrumpelt rief ich meine Mutter an und sie versprach mir, sich sofort mit meinem Freund auf den Weg zu machen.

Ich bekam immer heftigere Wehen und der Druck nach unten wurde immer größer. Die Hebamme war währendessen aus dem Zimmer gegangen und wollte den Arzt hinzuziehen, weil die Herztöne vom Baby etwas schlechter wurden. Ich lag da und wartete und konnte gar nicht richtig fassen, was da alles passierte. Es verging eine weitere halbe Stunde, die ich wartete und versuchte die Wehen zu veratmen, bis ich merkte, dass das Baby jetzt sofort kommen wird und der Druck nicht mehr auszuhalten war. Ich war in den Presswehen und dachte, jetzt bekommst du dein Kind allein, als plötzlich der Arzt und die Hebamme auftauchten. Nach zwei weiteren Presswehen, war das Baby da und ich war unendlich erleichtert, als ich meine kleine süße Krabbe ganz laut schreien hörte. Da er etwas zu früh gekommen war, nahm der Arzt ihn zuerst mit auf den gegenüberliegenden Wickeltisch und untersuchte zuerst, ob er ausreichend atmete und die üblichen anderen Untersuchungen.

In genau diesem Moment kam dann der Papa zur Tür herein gestürzt und fragte, ob die Krabbe jetzt kommen würde. Ich deutete – immer noch im Wechselbad der Gefühle – auf den Wickeltisch und da hörte man schon den unverwechselbaren Ruf eines Neugeborenen nach seinen Eltern. Der Papa war sehr enttäuscht, dass er die Geburt so knapp verpasst hat, aber er war trotzdem überglücklich, dass es uns beiden gut ging. Und als wir die Krabbe endlich wieder bekamen, wurde sie erstmal ordentlich begrüßt und entsprechend abgeknutscht.

Leider war er zu schwach, um direkt an der Brust zu trinken, obwohl schon seit einigen Tagen Milch aus meiner Brust kam. So sank sein Blutzuckerwert sehr schnell und er musste leider mit auf die Frühgeborenenstation. Gott sei Dank, wechselte die diensthabende Hebamme und die nächste kümmerte sich sich ganz liebevoll um mich und fing mich auf. Sie sorgte direkt für ein Foto vom Kräbbelein und brachte mir eine Milchpumpe und etwas später am Morgen begleitete sie mich zur Station und machte mir Mut.

Ich hatte einfach Pech mit der ersten Hebamme, und dass diese sich so rührend kümmerte, ließ mich den Schock schon etwas verarbeiten. Dem Kräbbelein ging es gut und mit seinen 2000 Gramm sah er gar nicht so winzig aus,  wie die anderen Minis, die dort mit unserem Kleinen lagen.

Zwei Wochen später, einen Tag vor Weihnachten, durften wir auch nach Hause und das Stillen klappte immer besser. Auch wenn die Geburt vollkommen überstürzt kam und ich viele negative Erinnerungen habe, bin ich glücklich, dass alles gut ging und wir keine weiteren Komplikationen hatten.

Eure Jana-Eliza