Glück

Mama Blog, glücklich sein, was ist Glück, wie werde ich glücklich

Ich habe heute auf der Arbeit eine Postkarte gefunden, auf der steht, dass man sich einfach weigern soll etwas anderes zu sein als glücklich. In übertrieben bunter und kitschiger Schrift gibt sie einem auf 15×13 cm diesen Rat.

Seitdem frage ich mich komischerweise, was ist Glück eigentlich? Kann man das an irgendeiner allgemeingültigen Regel festmachen? Sind es doch bloß ein paar Hormone, die unser Herz schneller schlagen lassen oder eine Synapse im Hirn die Funken sprüht? Und vorallem wie soll ich denn ein glückliches Leben bewerkstelligen, wenn mein Umfeld manchmal gegen mein Glück zu arbeiten scheint?

Es gibt Menschen, für die gehören eine tolle Reise oder schicke Kleidung zu einem glücklichen Leben. Sie mögen Schmuck und je mehr es glitzert, desto glücklicher sind sie. Andere wiederum mögen es vielleicht einfacher. Sie sind glücklich, wenn sie mit einem guten Buch und einer Tasse Tee im Garten sitzen können. Blumenduft in der Nase und Vogelgezwitscher im Ohr. Das Glück hat viele Facetten und ist in seinen Möglichkeiten unendlich.

Glücklich zu sein, ist ein Streben, das Jeden von uns Tag täglich antreibt und uns oft an unsere Grenzen bringt.

Was macht mich also glücklich? Längerfristig, so für den Rest meines Lebens? Taschen und Schuhe? Autos und ein voller Kleiderschrank? Alles Dinge, die schön sind, aber nicht bleiben. All diese Dinge sind nur für den Moment, Gebrauchsgegenstände, an die ich in 10, 20 Jahren nicht mehr denke, Nichts von Dauer.

Am glücklichsten bin ich, wenn ich ‚Erinnerungen mache‘. Wenn ich Zeit mit meinen Lieben verbringen und besondere Momente in meinem Gedächtnis festhalten kann. Dieses Gefühl, dass ich habe, wenn wir gemeinsam eine Runde ‚Mensch, ärgere dich nicht‘ spielen, der Ausdruck auf dem Gesicht meines Sohnes, wenn er einen seiner Mitspieler rauswerfen kann, sein Lachen und das Leuchten in seinen Augen.
Oder wenn meine Tochter auf der Schaukel sitzt. Ihr die Haare wehen, sie nach mehr verlangt. Mehr Höhe, mehr Geschwindigkeit. Oder wenn wir im Wochenalltag gestresst sind, ich die Kita-Taschen packe und 10 Dinge auf einmal mache, mein Mann mir einen Arm um die Hüfte legt und mir einen Kuss auf die Schläfe gibt. Inseln des Friedens und der Ruhe sind diese Momente. Abgespeichert und immer wieder abrufbar.

Und doch besteht das Leben nicht nur aus solch schönen Momenten. Zum Glück gehört das Unglück. Sie gehen Hand in Hand. Ohne das Eine gibt es das Andere nicht. Wer immer nur Glück hat, weiß es irgendwann nicht mehr zu schätzen. Wer viel erleiden musste, kann sich über sonnige Tage besonders freuen.

Und nichtsdestotrotz weigere auch ich mich etwas anderes zu sein als glücklich, denn ich nehme sie beide an, die Sonnen- und die Regentage. Ich versuche das Beste daraus zumachen, denn Trübsal blasen bringt nix. In Zukunft werden es nicht die schlechten Tage sein aus denen ich Kraft und Hoffnung schöpfe. Sondern die, die meine Synapsen haben Funken sprühen und meine Hormone haben kochen lassen.

Wie ist das bei euch? Was macht euch glücklich?

Ich freue mich auf eure Antworten!

Eure Denise